Sonntag, 8. Oktober 2017

Dem Hass mit Liebe begegnen!

Hass im Netz oder HateSpeech, wie es neudeutsch gerne gesagt wird, begegnet einem immer häufiger (ja, vermutlich ist Hass als Wort zu hoch gegriffen, aber ich verwende es, da es heute im allgemeinen Sprachgebrauch für das Phänomen genutzt wird, auf das ich hier eingehen möchte). Danke des neuen NetzDG bleiben wir nun von einigem davon verschont. Natürlich klar, dass nicht mehr das tatsächliche Recht bzw. ein Richter entscheidet, was jetzt eine Beleidigung oder Volksverhetzung ist, sondern das wird schön ausgelagert an die Unternehmen, die den Platz im Netz zur Verfügung stellen: So müssen Netzwerke wie Facebook oder auch Twitter etc. bedenkliche Aussagen innerhalb von 24h löschen, sonst werden sie verpflichtet, eine nicht gerade geringe Geldstrafe zu zahlen. Klar ist dabei auch, dass natürlich sehr viel vorsorglich erstmal gelöscht und gesperrt wird, um einer Strafzahlung zu entgehen. Auch Dinge, die eigentlich völlig harmlos sind, werden vorsorglich gelöscht. Für den Staat ganz wunderbar: eine ausgelagerte Zensurbehörde, die er nicht einmal finanzieren muss – Win/Win Situation.

Und wenn man sich heutzutage mal ansieht, was alles trotz des Gesetzes stehen bleiben darf, dann zeigt es eindeutig, dass der Hass nur böse ist, wenn er sich gegen bestimmte Gruppen richtet. Es scheint für die meisten Zensoren kein Problem zu sein, wenn andere Menschen als „Nazi“ bezeichnet werden. Was selbstverständlich eine Beleidigung ist, wenn man sich die tatsächliche Bedeutung und die damit zusammenhängende Geschichte anschaut. Hingegen ist Kritik an der Flüchtlingspolitik bzw. der Politik Israels beinahe völlig unmöglich, weil pauschal als Rassismus bzw. Antisemitismus gesehen…
 
Da ich also nichts dagegen machen kann, wenn mich jemand beleidigt (bin eben weder Flüchtling noch irgendeine andere benachteiligte Gruppe), außer vermutlich, wenn es sexistische Beleidigungen sind (da habe ich ja noch den Frauenvorteil) und die Zensoren auch Meldungen von Beleidigungen wie eben „Nazi“ nicht interessieren, brauche ich also eine eigene Strategie.
Und da habe ich für mich jetzt einfach mal entschieden: Liebe statt Hass! J

 
 
Das Problem ist ja, wenn ich den Beleidigungen und dem Hass im Netz mit Gleichem begegne, dann ist niemandem geholfen und alles schaukelt sich nur gegenseitig hoch. Genauso sinnlos wie Gewalt mit Gewalt vergelten – dort steht am Ende der Krieg.
Und vielleicht haben diese Menschen ja einen Grund (nein, sicher keinen Guten, der das rechtfertigt!) für ihren Hass. Möglicherweise haben sei selbst Hass erlebt und sind nicht in der Lage, damit anders umzugehen, als mit weiterem Hass. Oder sie sind einfach so unglücklich und frustriert, dass sie ein Ventil suchen.
Ich hoffe, dass ich mit meiner Strategie das Netz ein wenig freundlicher machen kann und eben nicht dazu beitrage, dass die Diskussion verschwindet, weil alle sich nur noch gegenseitig beleidigen.
Ich diskutiere gerne mit jedem, der anderer Meinung ist, aber Hass und Beleidigungen müssen wirklich nicht sein!

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