Dienstag, 7. März 2017

Und noch ein Experiment: SPEED

Speed  ist eine Mischung verschiedener Amphetaminen mit Verschnittstoffen. In der Regel wird Speed als weißes (manchmal eingefärbtes) Pulver seltener in Tabletten- oder Kapselform sowie als Tropfen angeboten.

Wirkung: Speed ist ein Psychostimulans und wirkt aufputschend. Durch die Freisetzung der Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin steigt die Körpertemperatur, Puls und Atmung werden beschleunigt, der Blutdruck erhöht. Schmerzempfinden, Hunger und Schlafbedürfnis werden unterdrückt. Speed steigert die körperliche Leistungsfähigkeit (in kleinen Mengen auch die geistige Leistungsfähigkeit) und ermöglicht so ein nächtelanges Durchtanzen, ohne subjektiv empfundene Ermüdungs- und Erschöpfungszustände. Kann außerdem sexuell stimulierend wirken.

Nebenwirkungen: Es kann zu visuellen und akustischen Halluzinationen kommen.
Beim Sniefen kommt es zu einem starken Brennen an Nasen- und Rachenschleimhaut.
Auf physischer (körperlicher) Ebene können auftreten: Pupillenweiterung, erhöhter Puls, Zittern, Muskelkrämpfe, Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Übelkeit, erhöhte Körpertemperatur und Appetitlosigkeit sowie Herzrasen und Herzrhythmusstörungen.
Auf psychischer Ebene: Unruhe, Nervosität, Angstzustände, paranoide Gefühlszustände (Verfolgungswahn), Aggressionen, Schlafstörungen.
Nach dem Abklingen der Rauschwirkung können starke Erschöpfungszustände und großes Schlafbedürfnis, Konzentrationsmangel, Gereiztheit und Heißhunger auftreten. Es kann auch zu Depressionen kommen.

Mischwirkung - Speed und Cannabis: Cannabis verstärkt die Wirkung von Methamphetamin, es kann zu einer extremen Belastung des Kreislaufs kommen.

Mögliche Folgen nach dem Abklingen der Wirkung:
Depression und Ängstlichkeit
Erschöpfung und Lethargie
Schlafstörungen
Kopfschmerzen und Gedächtnisstörungen
Gefahr, die Katerstimmung mit weiterem Speedkonsum zu „lindern“, was auch die Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung mit sich bringt

Die Neugier trieb mich! Bewusst der Wirkungen und Nebenwirkungen und der Gefahr der Abhängigkeit, war ich mir allerdings dennoch ziemlich sicher, dass ich damit klarkomme (was auch so war, aber dazu später mehr).
Da man Speed natürlich nicht einfach im nächsten Supermarkt bekommt, habe ich einen Freund gebeten, mir etwas zu besorgen. Bei einem solchen Fall weiß ich schon, an wen ich mich wenden muss in meinem Freundeskreis (nicht nur eine Person, die Kontakt in die Drogenszene hat, sondern der ich auch zu 100% vertrauen kann!). Dieser wollte mir aber zunächst von meinem Versuch abraten, da er nicht dafür mitverantwortlich sein wollte, wenn ich doch häufiger mich zu der Droge hingezogen fühlen würde.
Aber ein Freund ist nunmal doch ein echter Freund, der einen zwar warnt, aber dennoch unterstützt – also habe ich bekommen, was ich wollte bzw. wir hatten gemeinsam einen experimentellen und interessanten Abend…

Es ist nachts um zwei – ich bin hellwach. Ich bin zu Besuch bei einem Freund, irgendwo in Deutschland, in einer kleinen beschaulichen Kurstadt. Wir beschließen spazieren zu gehen: Der Kurpark ist in der Nacht ganz wunderbar beleuchtet. Ich tanze im Licht um einen Springbrunnen. Es ist schön, alles so ruhig erleben zu können.
Als wir wieder in der Wohnung zurück sind, packt er mich, wirft mich auf die Couch und wir küssen uns leidenschaftlich und schlafen miteinander, länger und intensiver als sonst.

Ich achte darauf viel Wasser zu trinken, da Speed dem Körper Flüssigkeit entzieht.
Urknall, Relativitätstheorie, dunkle Materie – alles sehr vielversprechende, tolle Themen für eine Unterhaltung in der Nacht, wenn man nicht müde wird.
Weitere private Dinge wurden besprochen, ich habe viele neue Impulse bekommen, zum Weiterdenken auf dem Weg zu wichtigen Erkenntnissen bezüglich erlebtem in der Kindheit und meiner bzw. seiner Familie.

Es blieb auch nicht bei einmal Sex, der normal starke Erschöpfungszustand allerdings trat nicht ein. Und trotz gleichzeitigem Konsum von Cannabis blieben die normalen Wirkungen wie Heißhungerattacken aus. Scheint tatsächlich nur verstärkend bezüglich der Amphetamine zu wirken und die eigene Wirkung steht dahinter zurück (auch die normalerweise leicht benebelte Wahrnehmung (weiß gerade nicht wie ich das anders erklären soll) war nicht vorhanden.

Die Nebenwirkung vor der ich tatsächlich am meisten Angst hatte, waren, Angstzustände bzw. Verstärkung depressiver Phasen, da ich durch jahrelange Depression hier vorbelastet bin. Ich hatte eine Befürchtung, hatte Erwartungen, aber diese Art der Folgen trat bei mir glücklicherweise nicht ein. (Die Wirkung und Nebenwirkungen hängen sicher auch von der individuellen Person ab und das soll jetzt nicht heißen, dass es bei niemandem zu entsprechenden Wirkungen kommt.)
Allerdings hatte ich im hinteren Bereich an der Zunge leichte Verletzungen, was beim Kauen schmerzte, das hielt ca. 1-2 Tage an und war schon ziemlich unangenehm. Dies war glücklicherweise die einzige negative Wirkung.

Auch dem Drang, die Droge erneut zu nehmen widerstand ich. Ja, das Gefühl, keine Müdigkeit zu spüren, hochkonzentriert zu sein etc. ist wirklich gut und man verspürt den Wunsch das wider zu erreichen. Da ich mir aber von Anfang an bewusst war, dass eine Wiederholungsgefahr durch psychische Abhängigkeit besteht und ich so auch hierauf vorbereitet war, ist der Widerstand gegen den Wunsch, wieder einmal zur Droge zu greifen dann doch stark genug.

Das Experiment ist bereits einige Monate/Jahre her (nochmal mache ich nicht den Fehler zeitglich bzw. nach kurzer Zeit zu berichten) und ich habe kein weiteres Mal Drogen genommen.

Kommentare:

  1. Was lange verjährt wird endlich gut.

    Hältst du dich unter künstlichem Einfluss für eine andere Person, oder siehst du da keine Veränderungen?

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    1. Ich muss sagen, dass ich da keine wirkliche Veränderung gespürt habe. Also ich war immer noch völlig ich selbst.

      Aber wie gesagt, das wirkt bei jedem unterschiedlich, kann also bei anderen wiederum ganz anders sein.

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