Freitag, 10. März 2017

Feminismus und nackte Brüste

Emma Watson, die sich seit einiger Zeit bereits zum Feminismus bekennt und auch als Uno-Frauenbotschafterin entsprechende Reden hält, zeigt sich jetzt in der Vanity Fair sexy, beinahe oben ohne und erntet dafür online einige Kritik. Insbesondere der Beitrag einer Londoner Radiomoderatorin auf Twitter wurde immer wieder geteilt:


Darauf reagiert Emma Watson in einem Interview mit BBC folgendermaßen:
"Im Feminismus geht es darum, Frauen eine Wahl zu geben. Feminismus ist kein Stock, mit dem man andere Frauen schlagen kann" …  "Es geht um Freiheit, um Befreiung, um Gleichberechtigung. Ich weiß wirklich nicht, was meine Titten damit zu tun haben."

Und genauso sehe ich das auch! Mit vielem anderen, was Emma Watson gesagt hat, konnte ich mich nicht identifizieren und fand ich teilweise ziemlich falsch. Aber hier hat sie definitiv Recht! Warum sollte man als Feministin sich nicht auch sexy und verführerisch zeigen dürfen? So lange man selbst dahinter steht und es eine eigenständige Entscheidung ist, sehe ich nichts Falsches daran!
Wenn Femen blank ziehen, um damit zu protestieren wird das von den meisten Frauen bzw. Feministinnen allgemein als empowernde Aktion gesehen, aber wenn eine Emma Watson sich leicht bekleidet in der Vanity Fair zeigt, kann sie keine Feministin sein!

Feminismus bedeutet Gleichberechtigung und Freiheit! Feminismus bedeutet auch, dass ich mich ausziehen darf für Bilder. Feminismus bedeutet, dass ich sexy sein darf! Feminismus bedeutet, dass ich Lustobjekt sein darf!
Feminismus bedeutet auch, dass ich all das nicht sein/tun muss, wenn ich nicht will! Das ist Freiheit!

 

Kommentare:

  1. Der Gag ist doch, dass man für diese Freiheiten keinen Feminismus benötigt. Es sei denn man glaubt, dass unsere Gesellschaft _exklusiv_den Frauen_ eben jene Rechte verwehrt(e).

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  2. Ansatzpunkt ist ihre Widersprüchlichkeit. Angeblich - ich habe das nicht bestritten gesehen - hat sie Beyonce für ihr Auftreten kritisiert. Letztere soll sich dem "male ganze" unterworfen haben. Nicht aber natürlich die niedliche Emma, deren Brüste mit nichts zu tun haben, und deren sanfte Weiblichkeit allenfalls etwas mit Biestern zu tun hat, nichts aber mit sex differences.

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  3. Sie hat dazu Stellung genommen: https://twitter.com/emmawatson?lang=de

    In dem Beyonce Artikel stand eben auch das hier:
    "And in fact, she wasn’t doing it for a label, she was doing it for herself and the control she has directing it and putting it out there, I agree is making her sexuality empowering because it is her choice. The second is that I would say you do get a sense of “I can be a feminist, I can be all these other things, but I can also be ok with my femininity and being pretty and with all these things that I thought might negate what I am about”. That really is the most interesting thing about the album. It is so inclusive and put feminism and femininity and female empowerment on such a broad spectrum."

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  4. '"I can be a feminist, I can be all these other things, but I can also be ok with my femininity and being pretty and with all these things that I thought might negate what I am about”.'
    Wert zu debattieren. Ich halte das für die amüsant-lächerliche Entsprechung von "eine Frau sollte alles (auf einmal) haben können": völlig inkompatible Weltanschauungselemente.

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