Freitag, 17. März 2017

BDSM für Einsteiger

Der zweite Film der Serie „50 Shades of Grey“ ist seit kurzem in den Kinos. Und es gibt immer noch haufenweise Frauen, die diese Geschichte und den Film lieben. Angeregt durch den Bezug zum BDSM, der gerne mit dem Film hergestellt wird, wollen auch immer mehr nun die etwas härtere Gangart ausprobieren. Ganz unvorbereitet begeben sich jetzt haufenweise Frauen in Internetforen auf die Suche nach einem Dom, der ihnen mal den Arsch versohlt.
Immer wieder werde ich in Foren oder Gruppen in sozialen Netzwerken mit naiven Fragen von „Möchtegern-Subs“ konfrontiert, die sich unsicher sind, ob sie dies oder jenes wirklich tun müssen. Was dazu gehört, eine richtige Sub (oder gern auch gleich ganz Sklavin) zu sein.
Und ich finde es erstaunlich wie Frauen, die teilweise zwanzig Jahre älter sind als ich wirklich solche Fragen stellen, solche Denkmuster haben. Als müsste man diese Damen beschützen wie junge Mädchen.
Aber natürlich ist es besser andere, erfahrenere zu fragen, als sich völlig unvorbereitet auf ein Treffen mit einem Dom einzulassen. Denn das kann unter Umständen nicht einfach nur schlechter Sex, sondern auch gefährlich werden.
Damit das allerdings nicht passiert, habe ich hier mal ein paar Tipps zusammengestellt, die man beachten sollte, wenn man sich als unerfahrener Neuling in das Terrain BDSM wagt:

1.      Sei dir bewusst, was du eigentlich willst! Sei ehrlich zu dir selbst!
Du solltest dir darüber Gedanken machen, was du dir von der Erfahrung versprichst: Geht es darum, deine Neugier zu befriedigen oder vielleicht sogar einen schon lang gehegten Wunsch wahr werden zu lassen? Oder möchtest du vielleicht nur gerade auf einem Trend mitschwimmen, weil du als Trendsetter immer vorne mit dabei bist und/oder ein Erlebnis hast, mit dem du deine Freunde beeindrucken kannst.
Im zweiten Fall rate ich dir dringend von dem Vorhaben ab! Das könnte gewaltig in die Hose gehen!

2.     Hol dir Informationen eine und bereite dich innerlich vor!
Informier dich im Internet über Praktiken und mach dir Gedanken, was du davon wirklich ausprobieren möchtest und was auf keinen Fall, damit es nicht zu unangenehmen Überraschungen kommt bei einem Treffen.
Sei dir bewusst, dass Schläge – egal, ob mit der Hand oder einem Schlagwerkzeug -  beispielsweise nicht einfach nur „total romantisch und geil“ sind, sondern tatsächlich weh tun.

3.      Sei ehrlich zu deinem Gegenüber!
Wenn du keine Erfahrung hast, solltest du das unbedingt auch kommunizieren! Es bringt nichts, dich selbst als total devot und erfahren darzustellen, wenn es nicht so ist. Damit schadest du letztendlich nur dir selbst. Eine Session kann physisch und psychisch sehr belastend sein und ein Dom wird mit einem Neuling viel sanfter und vorsichtiger umgehen als mit einer erfahrenen Sub.
Ihr solltet ein ausführliches Gespräch zuvor führen, was du dir vorstellst und was du auf keinen Fall möchtest etc. Aber sei dir dennoch bewusst, dass ein Dom nicht dazu da ist, nur deine Wunschliste abzuarbeiten, sondern auch seine eigenen Wünsche mit einbringt und auch versuchen wird, dich an deine Grenzen zu bringen.

 

4.     Hör auf dein Gefühl!
Wenn du jemanden kennenlernst, aber bei demjenigen ein schlechtes Bauchgefühl hast, lass dich nicht auf ein Treffen ein. Egal, wie unlogisch dir deine Befürchtungen auch vorkommen. Wenn du unsicher bist und dich nicht fallen lassen kannst, hat das sowieso wenig Sinn.
Und es wird sich sicher auch noch eine andere Person finden lassen, mit der du deine ersten Erfahrungen sammeln kannst.
Und mach unter keinen Umständen etwas, wobei du dich nicht wohlfühlst. Wenn jemand Dinge von dir verlangt, die du nicht möchtest, weise ihn darauf hin, dass das deine Grenzen überschreitet. Ein guter Dom versteht das und wird darauf Rücksicht nehmen.
Wenn dein Gegenüber dir dann allerdings erzählt, du müsstest dies oder jenes tun, sonst seist du keine richtige Sub bzw. nicht wirklich devot, dann such dir besser ganz schnell einen anderen!
Jemand, der keine Rücksicht nimmt und versucht dich als Anfänger in die Richtung zu beeinflussen, die du nicht möchtest, ist sicher nicht der Richtige für die ersten Erfahrungen im BDSM.

5.      Safeword
Vereinbart ein Safeword. Ein Wort, bei dessen Nennung alle Aktionen sofort abgebrochen werden. Es sollte etwas sein, dass einem nicht versehentlich rausrutscht, beispielsweise „Bahnhof“, „Schmetterling“ o.ä. (natürlich auch nicht so kompliziert, dass es einem in einer Notsituation nicht einfällt).
Denk in jeder Situation daran, dass du in der Lage bist, deinen Willen zum Abbruch deutlich zu machen. Das bedeutet beispielsweise, wenn du geknebelt bist, solltest du eine andere Möglichkeit haben als das Safeword, mit der du unmissverständlich zeigst, dass es nicht mehr geht. Handzeichen etc.
 
6.     Covering
Covering bedeutet, dass du dich über eine Freundin (oder einen Freund) absicherst, wenn du dich mit einem Mann triffst, denn du nicht bereits kennst. Du gibst deiner Freundin alle Infos, die du über den Mann und euer Treffen hast (Also Name, Treffpunkt etc.). Wenn du beispielsweise bei einem Mann ins Auto steigst, fotografiere das Kennzeichen und schick das besagter Freundin ebenfalls.
Du sagst ihr Bescheid, wenn du zu dem Treffen fährst und wann du dich nach dem Treffen wieder meldest. Solltest du dich nicht melden, wird deine Freundin versuchen, dich zu erreichen und im Notfall selbst zum Treffpunkt fahren oder die Polizei informieren.

7.     Hab Spaß!
Natürlich geht Sicherheit immer vor, aber gerade beim BDSM sollte der Spaß nie zu kurz kommen, denn darum geht’s schließlich! ;)

Kommentare:

  1. Vermutlich ein sinnvoller Artikel und im Großen und Ganzen stimme ich Dir auch zu. Nur einen Punkt sehe ich ein wenig anders:

    Oder möchtest du vielleicht nur gerade auf einem Trend mitschwimmen, weil du als Trendsetter immer vorne mit dabei bist und/oder ein Erlebnis hast, mit dem du deine Freunde beeindrucken kannst.
    Im zweiten Fall rate ich dir dringend von dem Vorhaben ab! Das könnte gewaltig in die Hose gehen!


    Gerade in so einem Fall würde ich dazu raten, sich (unter Berücksichtigung Deiner anderen Tipps, mit Ausnahme von Nummer 2) einen Dom zu suchen, ihm zu sagen, man möchte erstmal nur ein Bißchen Bondage und Spanking ausprobieren, ein Safeword auszumachen und zu schauen, was passiert.

    Denn so sehr ich Körperstrafen in Situationen von echtem Machtgefälle ablehne: Leuten, die Dinge ausschließlich deshalb tun, weil sie gerade "in" sind, gehört grundsätzlich mal ganz gründlich der Hintern versohlt! (Und wenn es dann wirklich gefällt, um so besser.)

    Sorgen habe ich höchstens, wann das erste Trendopfer zur Polizei rennt, weil der böse Mann sie richtig festgebunden und ihr wehgetan hat...

    B20

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    1. @Bombe20:
      "Denn so sehr ich Körperstrafen in Situationen von echtem Machtgefälle ablehne: Leuten, die Dinge ausschließlich deshalb tun, weil sie gerade "in" sind, gehört grundsätzlich mal ganz gründlich der Hintern versohlt!"

      Ich habe den Text geschrieben, weil ich Leuten helfen möchte, dass sie eben nicht ein schlimmes, schmerzvolles Erlebnis haben und nicht, damit jemand mal sieht, dass das eigene Verhalten blöd ist!

      Niemandem (der das eigentlich nicht will), gehört der Hintern versohlt.

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    2. "Niemandem (der das eigentlich nicht will), gehört der Hintern versohlt."

      Ich würde es auch vorziehen wenn nervtötende Betrunkene geknebelt werden.

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    3. "Ich würde es auch vorziehen wenn nervtötende Betrunkene geknebelt werden."

      :D :D :D

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    4. Miria,

      nur nochmal, damit ich nicht flasch verstanden werde:

      Ich sprach nicht von Menschen, die zum ersten Mal über BDSM nachdenken, weil es via 50 Shades gerade mehr ins öffentliche Bewußtsein geraten ist, und feststellen, daß das etwas sein könnte, das sie anmacht. Es ging mir um diejenigen, die, wie Du es beschriebst, ausschließlich zum BDSM kommen, weil es gerade der aktuelle Trend ist und sie sich cool fühlen wollen, weil sie ja so hip sind und es schon selbst ausprobiert haben.

      Und ich sagte auch nicht, man solle diese Leute von der Straße kaschen und sie nichtkonsesuell grün und blau prügeln.
      Sondern daß ich ihnen, wenn sie von sich aus dieses Erlebnis suchen, nicht nur die Erkenntnis wünsche, daß ein frisch versohlter Po sich alles andere als cool anfühlt, sondern auch im weiteren Sinne, daß nicht alles, was (angeblich) in ist, auch tatsächlich gut oder für jeden geeignet ist.

      Und das nicht nur, weil mir Menschen mit so einer Lebenseinstellung persönlich unsympathisch sind, sondern auch, weil ich denke, wenn es schon Lernen durch Schmerzen sein muß, dann sollten diese Schmerzen doch lieber ihre eigenen sein -- bevor es am Ende noch in ihrer Umgebung zum Beispiel Mode wird, mit hochgereckter rechter Hand und Molli oder Baseballschläger in der anderen durch die Straßen zu ziehen und "Ausländer raus" zu brüllen. Hey, kann doch nicht schlimm sein, machen doch alle! (JFTR: Das gleiche gilt natürlich für Faust, Pflasterstein und "Haut die Bullen platt wie Stullen".)
      Und wenn am Ende mehr als nur der eigene Hintern brennt, war es doch alles gar nicht so gemeint...

      (Ja, das war überdramatisch. Und zum Glück kann man Menschen nicht wirklich Verstand einprügeln. Aber zwei Sekunden innehalten und nachdenken "Ist das wirklich das, was ich will?", statt blind dem Herdentrieb zu folgen, hätte nicht nur in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen die Menschenmengen wohl deutlich geschrumpft.)

      Ich halte es an dieser Stelle übrigens auch für sinnvoll, die angehenden Tops (ob aus eigenem Antrieb oder auf Wunsch des Partners) darauf hinzuweisen, daß man im Netz gute Quellen zu grundlegender BDSM-Sicherheit findet. Es gibt neben Kabelbindern noch viel mehr scheinbare Spielzeuge, die in der Praxis keine gute Idee sind.

      Bombe 20

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  2. Hast du im Zuge der ganze Sache irgendwelche Erkenntnisse über Frauen gewonnen, Miria?

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    1. Shades und Effekten.

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    2. Nicht über Frauen allein, sondern eher allgemein über Menschen: Die meisten sind dümmer und naiver als ich im Vorhinein annehme.

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    3. "Die meisten sind dümmer und naiver als ich im Vorhinein annehme."

      Du lernst aber langsam. Womöglich nur wenn Hintern-Versohlen involviert ist.

      Shades hatte wohl beinahe ausschließlich (unmittelbar) Effekt auf Frauen; es hat auch nicht von ungefähr eine weibliche Entstehungsgeschichte. Dementsprechend ist die Erkenntnisrichtung speziell.



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    4. @Stephan:

      "Du lernst aber langsam. Womöglich nur wenn Hintern-Versohlen involviert ist."

      Wie ist das gemeint?

      "Shades hatte wohl beinahe ausschließlich (unmittelbar) Effekt auf Frauen;"

      Die wenigsten Geschichten bezüglich Shades sind lesbischer Natur, dadurch hat es auch eindeutig Effekt auf beide Geschlechter. Und gelesen haben es auch beide Geschlechter (bei uns beinahe die ganze Werkstatt ;) ), auch wenn Männer das seltener zugeben.

      Hatte ja vor einiger Zeit schon einmal was dazu geschrieben, wo es auch darum ging, dass viele das nun ausprobieren ohne nachzudenken und anschließend dann wohl von der Feuerwehr befreit werden müssen (das war nicht nur eine witzig gemeinte Anmerkung, sondern hatte einen ernsten Hintergrund):

      https://nur-miria.blogspot.it/2015/02/der-hype-50-shades-of-grey.html

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  3. "Wie ist das gemeint?"

    Halbwegs scherzhaft. Dein Leben war lang genug dafür, die allgemeine Einfältigkeit von Menschen einschätzen zu können.

    Achte darauf, dass ich "unmittelbarer Effekt" geschrieben habe, und sogar die Schöpfungsgeschichte einbezogen habe. Nein, das ist nicht gleichartig, sondern asymmetrisch und geschlechtsspezifisch -- heterogen, heterosexuell. Shades geht aus Twilight hervor (weiblich), wurde von einer Frau weiterentwickelt (es wäre interessant, zu analysieren inwieweit Shades in Twilight enthalten und angelegt ist), die Fanfiction wurde von Frauen ausgewählt, und (weit überwiegend) von Frauen konsumiert (wie auch ähnliche Romance Novels/Erotika davor, danach, und während des Erscheinens). Das Männern ein gewisses Interesse daran haben, Frauen den Hintern zu versohlen, sie hart anzufassen, und dominant zu sein ist davon unbenommen.

    Nebenbei würde ich eine "spielerische" Annäherung mit einem normalen - haushaltsüblichen - Mann der seltsamen Auswahl in Foren als Ratgebung vorziehen.

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    1. @Stephan:
      "Halbwegs scherzhaft. Dein Leben war lang genug dafür, die allgemeine Einfältigkeit von Menschen einschätzen zu können."

      Ich glaube (leider?) immer an das Gute und die Vernunft in den Menschen.

      "es wäre interessant, zu analysieren inwieweit Shades in Twilight enthalten und angelegt ist)"

      Das Mann Frau Verhältnis, dass er ein "kranker" Typ ist und sie das unschuldige Mädchen, dass ihn retten will, sehe ich auch bei Twillight so.

      "die Fanfiction wurde von Frauen ausgewählt, und (weit überwiegend) von Frauen konsumiert"

      Wie ich schon schrieb, wäre ich mir (auch aufgrund der Personen in meinem Umfeld, die das Buch gelesen haben) nicht wirklich sicher, dass die Anzahl der Leser zwischen Männern und Frauen so stark variiert wie du glaubst.

      "Nebenbei würde ich eine "spielerische" Annäherung mit einem normalen - haushaltsüblichen - Mann der seltsamen Auswahl in Foren als Ratgebung vorziehen."

      Viele Frauen suchen aber im Netz nach einem Dom, da nicht jeder "haushaltsübliche Mann" sich auf solche Spiele einlassen möchte bzw. sie evtl. Single sind.

      Das Problem ist, dass sie dabei oft einfach gar nicht wissen, worauf sie sich einlassen. Vor zwei Tagen habe ich beispielsweise in einem Forum die folgende Frage gelesen: "Er hat gesagt, ich bin jetzt seine Sklavin, was bedeutet das?", dazu dann die Erklärung, dass sie sich online kennengelernt hätten, er ihr Aufgaben gegeben hat, die sie erfüllt hat etc. und er dann besagten Satz sagte. Und auch, dass sie neu im BDSM sei.
      Was wäre eigentlich naheliegender als den entsprechenden Mann zu fragen, wie er das meint?!
      Aber da ist es vielen dann peinlich, dass sie noch keine Erfahrung haben und gewisse Dinge nicht wissen etc., darum wird dann in Foren gefragt.

      Und genau deshalb hier auch der wichtige Punkt, ehrlich zu seinem Gegenüber zu sein!



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    2. "Das Problem ist, dass sie dabei oft einfach gar nicht wissen, worauf sie sich einlassen."
      Ja. Jetzt muss sie seine Dachrinne saubermachen wann immer er es ihr befiehlt. -- Die Breite der Bedeutung von "Sklavin" variiert beträchtlich. Eine direkte Frage ist weniger spielerisch, und die Antwort gleich zu bekommen weniger... fesselnd. Man sollte Ehrlichkeit und Direktheit unterscheiden.

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    3. @Stephan:
      "Die Breite der Bedeutung von "Sklavin" variiert beträchtlich."

      Eben genau darum, kann nur der Mann selbst ihr beantworten, was das für ihn bzw. sie bedeutet und nicht irgendwelche Menschen in einem anonymen Forum.

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  4. So, wegen Dir hab ich jetzt das halbe blöde Buch (also, Teil 1) nach S/M-Szenen durchgescrollt. Nur um was zu Deinem eigentlichen Punkt sagen zu können, was einen Bezug hat, und wegen

    > Und gelesen haben es auch beide Geschlechter (bei uns beinahe die ganze Werkstatt ;) ), auch wenn Männer das seltener zugeben.

    Hey, es ist nicht so, als hätte ich es nicht *versucht*, aber das zu lesen verletzt elementare Menschenrechte. Ich kam (nachdem ich den ersten Teil überblättert habe, weil die Autorin in der ersten Person schreibt und man den sich daher normalerweise sparen kann) bis zur gefühlt dritten Seite, auf der klar wird, dass es gut ist, dass Christian so unendlich reich ist, weil Anastasie bei seinem reinen Anblick so feucht wird, dass das eigentlich jeder bemerken müsste, wenn nicht eine spezielle Ninja-Putzkolonne hinter ihr den Marmorboden wischt.

    Ich hätte mir das auch diesmal gerne gespart, aber ich fand keine ergiebige Zusammenfassung der Sexszenen. Ich fand nur viel Kritik - Deine kannte ich schon), die ich mal mit "määäääh - abusive" zusammenfassend will. Die ich irgendwie unberechtigt finde; die beiden machen ja nun erstmal ganz feinen, genwöhnlichen Vanilla-Sex und probieren dann halt ein paar harmlose Sachen aus: bissi Hände fesseln, bissi Spanking (weiter lese ich das jetzt sicher nicht; meine Frau hat's im Kino schauen müssen und kommentierte "Pffff").

    Wenn auf *dieser* Basis sich "jetzt haufenweise Frauen in Internetforen auf die Suche nach einem Dom, der ihnen mal den Arsch versohlt" begeben, muss ich Bombe20 oben zustimmen - die haben sie doch nicht mehr alle? Klar, da ist das Buch Schuld, was den Eindruck vermittelt, man könne da in einem 47-seitigen Fragebogen alles klären, was relevant ist, aber *dafür muss man es doch mal ausprobiert haben*?

    »Lach mich bitte nicht schon wieder aus, aber was ist eine Spreizstange?«[, fragte Anastasia]

    Und auf dem gleichen Level sind dann Genitalklammern und Bondage. Fein. Magst Du Meeresfrüchte? Schön, ich habe heute mal ausprobiert, Fugu zuzubereiten. Magst Du probieren?

    Bei aller Liebe für die meisten Menschen, die dümmer und naiver sind, als man im Vorherein annimmt: Was sind denn das für "devote" Frauen, die dämliche Fragen darüber, was sie wollen, nicht dem entsprechenden Dom stellen? Ist das nicht irgendwie Sinn der Sache? Und man das dann zusammen *rausfindet*, zumindest, bis man es weiß?!

    Aber gut, fairerweise ist das auch das, was Du mehr oder weniger geschrieben hast.

    Reden Leute heutzutage nicht mehr miteinander?

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    1. @Lolli:
      "...weil Anastasie bei seinem reinen Anblick so feucht wird, dass das eigentlich jeder bemerken müsste, wenn nicht eine spezielle Ninja-Putzkolonne hinter ihr den Marmorboden wischt."

      Wunderbares Bild! :D

      "Die ich irgendwie unberechtigt finde; die beiden machen ja nun erstmal ganz feinen, genwöhnlichen Vanilla-Sex und probieren dann halt ein paar harmlose Sachen aus: bissi Hände fesseln, bissi Spanking"

      Ich kritisiere nicht die Sexpraktiken (warum sollte ich das auch - soll jeder machen, was ihm Spaß macht).
      Das abusive ist eher auf die Beziehungskonstellation der Beiden bezogen: Er stalkt sie, will ihr den Kontakt mit einem Freund verbieten, verkauft ohne ihre Zustimmung ihr Auto etc. Er will ihr ganzes Leben kontrollieren - ohne, dass sie dem zugestimmt hätte.

      "Wenn auf *dieser* Basis sich "jetzt haufenweise Frauen in Internetforen auf die Suche nach einem Dom, der ihnen mal den Arsch versohlt" begeben, muss ich Bombe20 oben zustimmen - die haben sie doch nicht mehr alle?"

      Ja richtig: Die haben sie nicht mehr alle! :D
      Es gibt beispielsweise diese eine Szene im Baumarkt, wo er Kabelbinder kauft. Es wird nie gezeigt wofür diese benutzt werden, aber es wird der Verdacht gestreut, zum Fesseln. Und daraufhin rennen dumme Menschen eben in Baumärkte, fesseln sich gegenseitig mit Kabelbindern und bekommen die nicht mehr los...
      Auch das "Spielzimmer" soll den Eindruck erwecken, es gehe um BDSM, obwohl an tatsächlichen Praktiken wirklich kaum was da ist.

      "Bei aller Liebe für die meisten Menschen, die dümmer und naiver sind, als man im Vorherein annimmt: Was sind denn das für "devote" Frauen, die dämliche Fragen darüber, was sie wollen, nicht dem entsprechenden Dom stellen? Ist das nicht irgendwie Sinn der Sache? Und man das dann zusammen *rausfindet*, zumindest, bis man es weiß?!"

      Da bin ich ganz bei dir, aber die Menschen scheinen wohl noch um einiges dümmer und naiver zu sein, als man annimmt. Dass sind die Frauen, die nicht erzählen wollen, dass sie eigentlich keine Ahnung von gar nichts haben, sondern sich als unglaublich erfahren bei dem entsprechenden Dom geben und dann auf die Schnauze fallen.

      "Reden Leute heutzutage nicht mehr miteinander?"

      Viele anscheinend nicht genug...
      Warum gibt es denn auch so viel Betrug in Beziehungen? Weil die Leute nicht mehr miteinander reden! Statt ein Problem innerhalb der Beziehung bei dem jeweiligen Partner anzusprechen, wird lieber fremdgevögelt...

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    2. Ich musste über Deine Antwort echt nachdenken, weil sich

      > Dass sind die Frauen, die nicht erzählen wollen, dass sie eigentlich keine Ahnung von gar nichts haben, sondern sich als unglaublich erfahren bei dem entsprechenden Dom geben und dann auf die Schnauze fallen.

      und

      > Das abusive ist eher auf die Beziehungskonstellation der Beiden bezogen: Er stalkt sie, will ihr den Kontakt mit einem Freund verbieten, verkauft ohne ihre Zustimmung ihr Auto etc. Er will ihr ganzes Leben kontrollieren - ohne, dass sie dem zugestimmt hätte.

      Ein bisschen überschneiden... *vielleicht*. Ich habe von dieser D/s - Geschichte so persönlich _überhaupt_ nichts, die da sehr betont wird, aber - boah, ist das schwer zu formulieren - Bondage und S/M ist ja mehr Mittel zum Zweck statt "Selbstzweck", und der Sinn der ganzen Sache ist ja nun mehr oder weniger (zumindest für mich) "sich einfach mal gehen lassen" zu können. Was halt - not sorry, so "sexistisch" bin ich - v.a. Frauen sich selbst gegenüber nicht _zugeben_ wollen und - analog - ebenso Arschlöcher auf der (männlichen) Gegenseite _auszunutzen_ vermögen.

      Daraus aber nun wider irgendwas Negatives zu konstruieren, weil er (!) ihre Schrottkarre durch ein schönes neues Auto ersetzt (korrigier mich, wenn ich falsch liege), ist schon sehr weit hergeholt. Und super-*dumm*, wenn man das mal logisch durchdenkt - oder? Denk doch mal selber nach: Du magst Dein Cabrio. Schön. Würdest Du Dir *nicht* super-blöde vorkommen, wenn das jetzt jemand durch einen "da passt Du viel besser dazu" Bentley Continental ersetzen würde, und Du darüber meckerst? *Echt* jetzt?

      Nur, weil - ich bin ja nur ein Mann, und ich fahre ja nur einen bescheidenen XF, aber ich _verstehe_ da die Logik dahinter halt nicht.

      Abgesehen davon, dass "ohne, dass sie dem zugestimmt hätte" vollkommener Unsinn ist: das halbe Buch besteht aus irgendwelchen Vereinbarungen, die er haben will, sie aber nicht geben will - und *nicht gibt* (mein Eindruck). Sie hat an *keiner* Stelle nicht die Möglichkeit, zu gehen, "Nein" zu sagen oder sonstwas; das einzige, was sie davon abhält, ist der Bentley Continental & ihre tropfende Muschi. Welcher 27jährige Milliardär sich sowas antun würde, weiß ich nicht; ich war keiner.

      Ich weiß zudem *nicht*, was am Charakter der Anastasia wertzuschätzen wäre. Und was alle Frauen hören wollen (respektive wissen *müssen*), habe ich 1998 gelernt: "I kneel before you not as a prince, but as a man in love... I would feel like a king if you, Danielle De Barberac, would be my wife."

      Was dann übrigens den D/s-Kreis schließt. Mei. Das sagt halt kein Mann zu einer Frau, wenn er es nicht ehrlich meint - so das Thema des Buches (denke ich). Anastasia ist am Ende halt schlicht die "gut genug" - Frau, die von Henry träumt, weil Mr. Grey halt nicht Henry ist, sondern irgendein Bernd, der zwar Millardär ist, aber nie von Tinder oder gar FetLife gehört hat. Frauenträume. *Dumme* solche.

      Naja, wenn von einem Shitlord aus dem Internet einen Beziehungstipp willst: Schaut doch mal den Film, aus dem der Satz kommt.

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    3. @Lolli:
      "Daraus aber nun wider irgendwas Negatives zu konstruieren, weil er (!) ihre Schrottkarre durch ein schönes neues Auto ersetzt (korrigier mich, wenn ich falsch liege), ist schon sehr weit hergeholt."

      Nein, das ist es nicht. Weil sie ihren Wagen behalten möchte und ihm untersagt hat, ihr Auto zu verkaufen und er macht es dennoch. Das ist einfach übergriffig - da ist nichts positiv dran!

      "Denk doch mal selber nach: Du magst Dein Cabrio. Schön. Würdest Du Dir *nicht* super-blöde vorkommen, wenn das jetzt jemand durch einen "da passt Du viel besser dazu" Bentley Continental ersetzen würde, und Du darüber meckerst? *Echt* jetzt?"

      Wenn ich zuvor gesagt hätte, ich möchte mein altes Cabrio behalten und er verkauft das trotzdem, wäre das definitiv das Ende der Beziehung!
      Ich glaube, was ihr Männer nicht versteht (hier bin ich jetzt auch mal sexistisch), das Geld, Status etc. eben nicht das wichtigste bzw. eher eine untergeordnete Rolle in einer Beziehung spielt!
      Einem Mann, der mein "Nein" nicht respektiert und übergriffig handelt, kann ich dann generell nicht mehr vertrauen. Wenn er schon bei einer so banalen Sache nicht in der Lage ist, mich und meinen Willen zu respektieren, woher soll ich dann wissen, dass er sich bei sexuellen Praktiken immer daran hält?!

      "Nur, weil - ich bin ja nur ein Mann, und ich fahre ja nur einen bescheidenen XF, aber ich _verstehe_ da die Logik dahinter halt nicht."

      Die Logik ist, dass es eben wichtigeres gibt als Geld bzw. teure Autos etc.
      Beispielsweise vertrauensvolles statt übergriffiges Verhalten!

      "Abgesehen davon, dass "ohne, dass sie dem zugestimmt hätte" vollkommener Unsinn ist: das halbe Buch besteht aus irgendwelchen Vereinbarungen, die er haben will, sie aber nicht geben will - und *nicht gibt* (mein Eindruck)."

      Und deshalb ist es Unsinn, darauf zu bestehen, dass jemand sich daran hält, wenn jemand anders "Nein" sagt!?
      Natürlich besteht das halbe Buch daraus: Das ist, wie ja bereits gesagt, eine missbräuchliche Beziehung und nichts anderes.

      "Sie hat an *keiner* Stelle nicht die Möglichkeit, zu gehen, "Nein" zu sagen oder sonstwas; das einzige, was sie davon abhält, ist der Bentley Continental & ihre tropfende Muschi."

      Sie geht ja auch mal. Aber er lässt sie eben nicht in Ruhe. Und sie liebt ihn. Ich denke das Problem ist das Gleiche, was viele Frauen in solchen Missbrauchsbeziehungen haben: Sie lieben denn Mann und glauben daran, dass er sich ändert.

      "Ich weiß zudem *nicht*, was am Charakter der Anastasia wertzuschätzen wäre."

      Das gilt meiner Ansicht nach für beide Hauptcharaktere.

      "Naja, wenn von einem Shitlord aus dem Internet einen Beziehungstipp willst: Schaut doch mal den Film, aus dem der Satz kommt."

      Ich kenne den Film. Welche Beziehungstipps meinst du, daraus entnehmen zu können?

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