Mittwoch, 14. Dezember 2016

Ideale Staatenorganisation

Ich habe mir mal Gedanken gemacht wie ich mir die ideale Organisation von Staaten bzw. Ländern vorstelle. Wie sollten diese untereinander organisiert sein, welche Regierungsform etc.
 
Zunächst sollte ein Bündnis von Ländern (am besten alle) sich auf folgende für alle gültige Gesetze einigen:
-          Keine Todesstrafe
-          Keine Folter
-          Statt einer Strafe kann man auch die Verbannung aus dem Land wählen, wenn ein anderes Land denjenigen aufnimmt.
-          Jeder Bewohner darf jederzeit das Land verlassen und in ein anderes gehen.
-          Um in ein Land einzuwandern muss man sich mit den dort geltenden Gesetzen einverstanden erklären.
-          Alle übrigen Gesetze werden von den einzelnen Ländern geregelt und kein Land versuch in die Gesetzgebung der übrigen einzugreifen.
 
Jedes der einzelnen Länder sollte am besten von einem Alleinherrscher regiert werden, der nur mit seinem Tod oder durch Rücktritt aus dem Amt scheidet. Wie derjenige bestimmt wird – ob durch Geburt oder durch Wahl – ist nicht wichtig.
Vorteile gegenüber jeglicher Art von Demokratie: Für Gesetze und Entscheidungen müssen keine langen Diskussionen geführt werden. Dadurch, dass man keine begrenzte Amtszeit hat, werden die Entscheidungen so getroffen, dass sie sich auf lange Frist positiv für das Land auswirken und nicht nur möglichst gut in der aktuellen Legislaturperiode. Letzteres ist aktuell häufig das Problem. Besonders auch bei Managern von Unternehmen zeigt sich, dass diese sehr kurzfristig denken, um möglichst viel Profit in deren Zeit zu machen und danach ist egal, was passiert. Aber wenn Politiker so handeln, ist es noch viel schlimmer.
Und dadurch, dass die Bewohner, welche für Steuereinnahmen und Wirtschaft wichtig sind, jederzeit in ein anderes Land gehen könnten, müsste ein Herrscher bemüht sein, bestmöglich für die Einwohner zu sorgen.
 
Was die einzelnen Gesetze angeht, so muss sichergestellt sein, dass wie bereits aufgeführt kein Land in die Gesetzgebung der anderen eingreift und die eigenen Ansichten und moralischen Einstellungen als die einzig richtigen darstellt. Auch radikale Einstellungen könnten so akzeptiert neben liberalen stehen und keiner müsste sich benachteiligt fühlen. Wenn ein Land beispielsweise Homosexualität verbietet, sollte das akzeptiert werden. Homosexuelle Menschen haben die Möglichkeit in das Land zu wechseln, welches andere Gesetze hat. Ebenso wäre es möglich, dass in einem Land die Nutzung von Tieren für Menschen komplett verboten wäre und man vegan lebt – sicher würden viele Menschen das befürworten – und diese könnten sich dort zusammenfinden.
Die einzelnen Länder sollten nicht zwangsläufig so groß sein wie die heutigen Staaten, sondern eher klein, um möglichst viele Variationen von Ansichten zu vertreten.
So hätte jeder die Möglichkeit in einem Land zu leben, in dem er glücklich ist.
 
Natürlich habe ich nicht alle Aspekte beachtet und erwähnt, vielleicht auch etwas nicht bedacht (dann gerne in die Kommentare damit!), aber so grob denke ich, dass das eine optimale Lösung wäre.

Kommentare:

  1. "Dadurch, dass man keine begrenzte Amtszeit hat, werden die Entscheidungen so getroffen, dass sie sich auf lange Frist positiv für das Land auswirken und nicht nur möglichst gut in der aktuellen Legislaturperiode."

    Ein Punkt der gerade auch für Monarchien angeführt wird, nämlich dass es auch um das Schicksal der eigenen Kinder geht (die danach herrschen). Dieses Element des Bewahrens findet sich auch in Aristokratien. Menschen sind ihrer Familie, ihren Ahnen und Nachfahren, verpflichtet.

    Wie allerdings gehst du mit Krieg um? Das Problem eines Zentralstaats ist, dass er leichter auszuschalten ist als ein föderaler Staat.

    Sind die einzelnen Staaten permanent auf ihr ursprüngliches Wesen festgelegt, oder erlaubst du Wandel?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Stephan:
      "Wie allerdings gehst du mit Krieg um?"

      Vielleicht utopisch, aber wenn alle Staaten sich verpflichten, sich an die vereinbarten Grundsätze zu halten existiert kein Grund für Krieg. Daher nicht weiter bedacht...

      "Sind die einzelnen Staaten permanent auf ihr ursprüngliches Wesen festgelegt, oder erlaubst du Wandel?"

      Die grundsätzlichen Vereinbarungen zwischen den Staaten sollten dauerhaft so bestehen. Die innerstaatlichen Gesetze sind frei durch den jeweiligen Herrscher änderbar.

      Löschen
    2. "Die innerstaatlichen Gesetze sind frei durch den jeweiligen Herrscher änderbar."

      Wie willst du damit Freiheit gewährleisten, wie bestehende Vielfalt der Länder? Wie wählst du Herrscher aus?

      Löschen
    3. @Stephan:
      "Wie willst du damit Freiheit gewährleisten, wie bestehende Vielfalt der Länder?"

      Freiheit durch die Möglichkeit, jederzeit in das Land ziehen zu können, welches den eigenen Vorstellungen entspricht.
      Die Vielfalt kommt ganz von alleine, da es eben unterschiedliche Meinungen und Ansichten gibt. Und gerade radikale Meinungen setzen sich häufig durch, so wird es sicher die radikal eine genauso wie die andere Seite geben.

      "Wie wählst du Herrscher aus?"
      Wie bereits geschrieben halte ich das für nicht relevant. Welchen Unterschied macht es für dich, ob derjenige gewählt wird oder eine Monarchie besteht?

      Löschen
    4. Miria, wenn der Herrscher das Wesen eines Landes bestimmt, und du Vielfalt möchtest, wirst du wahrscheinlich im Ursprung wesentlich unterschiedliche Herrscher auswählen müssen. Was denkst du?

      Löschen
    5. @Stephan:

      Ich glaube nicht, dass diese Utopie tatsächlich umsetzbar ist.
      So wie ich es beschrieben habe ist es kein Weg, wie wir die aktuelle Situation verbessern können, sondern mehr eine Ist-Situation, die nach meiner Meinung ideal wäre.
      In der Ist-Situation gibt es natürlich wesentliche Unterschiede.

      Löschen
    6. "In der Ist-Situation gibt es natürlich wesentliche Unterschiede."

      "Natürlich"? Hm, du postulierst. Geht in Ordnung. Wie aber ist gewährleistet, dass die ursprüngliche Vielfalt erhalten bleibt, und willst du das überhaupt (aus welchen Gründen)?

      Löschen
    7. @Stephan:

      Da Menschen unterschiedlich sind, gibt es gar keinen Grund anzunehmen, alle hätten auf einmal die gleichen Ansichten.

      Welchen realistischen Grund gäbe es, dass es zu diesem "Worst-Case" kommen könnte?

      Löschen
    8. Macht korrumpiert. Macht macht ähnlich. Die Fähigkeit zur Macht ist eines der Merkmale, die diesen Personen gemeinsam ist. Konvergenz ist durchaus nahe liegend.

      Es ist sexy, dass du einen Herrscher willst. Warum - abgesehen davon - baust du dein Model nicht auf Eigentum?

      Löschen
    9. "Es ist sexy, dass du einen Herrscher willst."

      Wie ist das gemeint?

      "Warum - abgesehen davon - baust du dein Model nicht auf Eigentum?"

      Auch hier verstehe ich nicht ganz, worauf du hinauswillst...

      Löschen
    10. "Auch hier verstehe ich nicht ganz, worauf du hinauswillst...

      Der klassische Ansatz ist es, die Natur unter allen Menschen aufzuteilen. Jeder bekommt den gleichen Betrag (ich glaube das Währungsbeispiel sind Muscheln), und dann wird Eigentum gekauft -- in der Form von Landstrichen.

      Entsprechend geht es weiter. Es wird angebaut, abgebaut, und bebaut. Die Menschen handeln, tauschen. Einzige Grundsätze sind die des Eigentums, der Vertragsfreiheit (und Erfüllungspflicht), sowie negativer Freiheit. Die letzteren beiden sind "eigentlich" Elemente des Eigentums, nämlich des positiven Rechts die Sache zu verwenden wie man will, und des negativen Rechts andere von der Verwendung auszuschließen. Auf dieser Grundlage können Menschen sich zu Gruppen zusammenschließen. - Warum nicht dieses Model, Miria?

      Auf die Sache mit sexy und Herrscher komme ich im weiteren Verlauf zurück.

      Löschen
    11. @Stephan:

      Das wäre ein Weg, um die von mir skizzierte Ist-Situation zu erreichen. Wie gesagt, ich habe eine ideale Ist-Situation beschrieben und nicht den Weg dorthin.

      Löschen
    12. Miria: "Das wäre ein Weg, um die von mir skizzierte Ist-Situation zu erreichen. Wie gesagt, ich habe eine ideale Ist-Situation beschrieben und nicht den Weg dorthin"

      Nicht ganz. Willst du die Situation einfrieren? Einerseits, scheint dem so, andererseits willst du, dass es in deinem System Handlungen gibt, dass Menschen im Zeitverlauf leben. Wenn dein Ist-Zustand aber darauf angelegt ist zu zerfallen, widerspricht das nicht deinem Wunsch?

      Ich finde es gut, eine "ideale" Konstellation zu entwickeln. Womöglich kommt es noch dazu, den idealen Umgang mit der realen Situation anhand dessen zu durchdenken. Hab einen schönen Sonntag, Miria.

      Löschen
  2. Welche Anreiz sollte - um bei deinem Unternehmer Beispiel zu bleiben - ein Alleinherrscher haben, langfristige Entscheidungen zu treffen, wenn er nur durch Rücktritt oder Tod seine Macht verliert?
    Richtig: Einen Anreizeffekt gäbe es nicht und alles hängt von einer Willkürherrschaft ab. Gab es schon, nennt sich Absolutismus - und zwar in der heftigen Form ala Sonnenkönig.

    //Ab hier ist der Kommentar editiert, da ich keine Beleidigungen in der Art wie es der Kommentator hier gemacht hat auf meinem Blog veröffentliche!
    Der erste Teil wurde nur veröffentlicht, da ich denke, dass es eventuell auch andere gibt, die das System nicht verstanden haben.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Anonym:
      "Welche Anreiz sollte - um bei deinem Unternehmer Beispiel zu bleiben - ein Alleinherrscher haben, langfristige Entscheidungen zu treffen, wenn er nur durch Rücktritt oder Tod seine Macht verliert?"

      Es ist falsch, dass derjenige nur durch Rücktritt oder Tod seine Macht verliert. Vielleicht muss man ein wenig um die Ecke denken, um das zu erkennen oder ich hätte mich ausführlicher dazu äußern müssen.
      Ein Herrscher braucht ein Volk, damit seine Macht erhalten bleibt!
      Wenn er Entscheidungen trifft, die der Mehrheit seines Volkes schaden oder missfallen, werden diese ihn verlassen. Und so hat er selbstverständlich keine Macht mehr.
      Der Herrscher muss also dafür sorgen, dass es seinem Volk gut geht, sonst hat er bald keines mehr!

      Ps. In Zukunft unterlasse auf diesem Blog bitte Beleidigungen, sonst werden deine Kommentare nicht freigeschaltet!

      Löschen
    2. "Ab hier ist der Kommentar editiert, da ich keine Beleidigungen in der Art wie es der Kommentator hier gemacht hat auf meinem Blog veröffentliche"

      Irgendwie schade. Zum einen geben sie Aufschluss darüber, wie "Bürger" auf solche Systeme und "Führungspersonen" reagieren. Zum anderen der Seifenoperaspekt. Können wir zum Ausgleich Schlamcatchen unter kontrollierten Umständen haben (für stattliche Stabilität)? Alternativ eine Fortsetzung der pornographisch-philosophischen Exploration. Immerhin ist bald Weihnachten.

      Löschen
    3. @Stephan:
      "Irgendwie schade. Zum einen geben sie Aufschluss darüber, wie "Bürger" auf solche Systeme und "Führungspersonen" reagieren. Zum anderen der Seifenoperaspekt."

      Natürlich, der Seifenoperaspekt ist auch oft ein Grund, warum mir persönlich so etwas manchmal zu lesen gefällt. Aber ich möchte nicht, dass das Niveau auf diesem Blog so stark sinkt.

      Schammcatchen bitte auf andere Ortschaften auslagern.

      Löschen
    4. Miria, manchmal musst du es oder dich einfach fallen lassen. Abgesehen davon wie reizvoll das ist, meine ich tatsächlich, dass es Erkenntniszwecken dient. Es bringt andere Dinge ans Licht, als eine formalistisch-rationalistische Diskussion. -- Immerhin hast du pornographisch-philosophisches nicht woanders hin verwiesen. Zu grob kann es gar nicht werden. Schließlich snd Wir sind so stilvoll, dass keiner von uns "Schlammcatchen" richtig schreibt.

      Löschen