Freitag, 4. November 2016

Weltmännertag

Am 3. November war Weltmännertag, Ö3 fragte Frauen, was sie tun würden, wenn sie einen Tag lang ein Mann wären:

„Viel Zeit hätte ich da, weil ich bräuchte mich nicht schminken und stylen!“
Natürlich, man weiß ja, die moderne Frau ist immer perfekt gestylt wie das Modell, das einem von den Reklametafeln entgegenblickt. Wohingegen der moderne Mann keine Zeit dafür aufwendet und wie ein Höhlenmensch vor Jahrtausenden herumläuft.
 
„Im stehen pinkeln“
Das ist so ziemlich das Einzige, worum vermutlich nahezu jede Frau die Männer beneidet. Wenn man unterwegs muss und dringend pinkeln, sich dann einfach irgendwo in ein Gebüsch stellen und es laufen lassen… Ja, ich will auch immer und überall im Stehen pinkeln können!
 
„Entspannter arbeiten, weil ich würde ja mehr verdienen!“
Kann es nicht auch sein, dass sie dann gar nichts mehr verdienen würde? Nicht nur die Mehrheit der Topverdiener ist männlich, ebenso die Mehrheit der Bettler! Pauschal zu behaupten, mehr zu verdienen, zeigt allerdings wie weit die Propaganda von den vermeintlichen 23% Gender Pay Gayp schon in den Köpfen der Menschen angekommen ist.
 
„Schauen, dass ich möglichst schnell wieder eine Frau werde“
Ziemlich coole Antwort von jemandem, der mit seinem Geschlecht vermutlich sehr zufrieden und im Einklang ist J
 
Ich habe mir natürlich dann auch Gedanken gemacht, was ich tun würde, wenn ich ein Tag lang ein Mann wäre. Neben dem bereits erwähnten im Stehen pinkeln wäre da auf jeden Fall: Sex haben!
Da ich davon ausgehe, dass es eigentlich recht wenig Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt und die individuellen Unterschiede häufig um ein Vielfaches größer sind, möchte ich doch genau die Dinge machen, die mir als Frau nicht möglich sind. Und dass ist zu spüren, wie sich ein Penis beim Sex anfühlt – als Träger eines solchen.
Daneben wüsste ich jetzt nichts wirklich interessantes, was ich machen würde, nur weil ich ein Mann bin. Eigentlich kann ich alles andere, was ich gerne machen würde oder machen möchte auch als Frau machen.

Vielleicht würde ich auch zweimal Sex haben…

Kommentare:

  1. Den habe ich nur am Rande mitbekommen. Im Radio auf Bayern 1: Der Kommentar zweier Frauen war, dass Männer sich etwas gebessert hätten. (Die Dritte war darauf bedacht, dass Männer im Ruhestand mehr auf sich achten. Wohlwollend.) Die Berechtigung des Tages hat der Moderator damit erklärt, dass Männer ihr Gesundheitsbewusstsein verbessern sollen, damit sie nicht mehr 5 Jahre früher sterben. Falls das annähernd repräsentativ ist, sollte man es mit dem/den Frauentagen vergleichen, und der pay-gap Rhetorik.

    Ich denke du unterschätzt die körperlichen Unterschiede. Männliche Anatomie dürfte ein anderes Körpergefühl verleihen, von Testosteron at al ganz abgesehen.

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    1. Hallo Stephan!

      Ich weiß nicht, ob ich die körperlichen Unterschiede unterschätze. Ich sehe wohl körperliche Unterschiede, aber wenig Tätigkeiten, bei denen die für mich interessant bzw. relevant wären.
      Natürlich bauen Männer schneller Muskeln auf, sind im Durchschnitt kräftiger etc. Dennoch fände ich es nur mäßig interessant, den Tag als Mann mit irgendwelchen sportlichen Höchstleistungen zu verbringen.
      Tatsächlich relevant und für mich interessant wäre eben das Körpergefühl beim Sex.

      Was würdest du tun, wärst du ein Tag lang eine Frau?

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    2. Hey Miria, wie geht's dir?

      Du merkst den Unterschied schon beim Laufen. -- Würdest du. Achte mal auf den unterschiedlichen Bewegungsfluss. Auch der Klang deiner Stimme wäre anders, deine Atmung, und ein Temperaturempfinden.

      "Was würdest du tun, wärst du ein Tag lang eine Frau?" Hätte ich mein altes Bewusstsein?

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    3. Hallo Stephan,

      mir geht's ganz ok. :)

      Wie gesagt, ich bin mir bewusst, dass es ein anderes Körpergefühl ist. Aber da sich die Frage darauf bezog, was ich machen würde, wäre ich ein Mann, habe ich vermieden so Alltägliches wie Gehen, Atmen oder Sprechen zu erwähnen. ;)

      Ich bin davon ausgegangen, dass ich mein altes Bewusstsein habe, nur eben den Körper eines Mannes.

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    4. "Aber da sich die Frage darauf bezog, was ich machen würde, wäre ich ein Mann, habe ich vermieden so Alltägliches wie Gehen, Atmen oder Sprechen zu erwähnen. ;)"

      Mein Gott. Du musst beim Achtsamkeitstraining nachsitzen, Miss.

      "Ich bin davon ausgegangen, dass ich mein altes Bewusstsein habe, nur eben den Körper eines Mannes."

      Hm. Das scheint mir nicht ganz zu funktionieren. Verkörpertes Bewusstsein. Sex würde ich vermeiden (und mich stattdessen aufs Atmen konzentrieren); der wäre für mich immer noch homosexuell. Selbst mit einer Frau würde ich es ablehnen.

      "mir geht's ganz ok. :)"

      Punkte dafür, dass du nicht schlicht "gut" sagst.

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    5. @Stephan:
      "Sex würde ich vermeiden (und mich stattdessen aufs Atmen konzentrieren); der wäre für mich immer noch homosexuell. Selbst mit einer Frau würde ich es ablehnen."

      Warum? Und was würdest du gerne ausprobieren - also außer Atmen?

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    6. "Warum? Und was würdest du gerne ausprobieren - also außer Atmen?"

      (1) Ich finde Frauen sexy, Männer nicht. Wenn man mein Wesen in ein anderes Gefäß transportiert, wird sich daran kaum etwas ändern.

      ... anscheinend ist Sex für mich mein unkörperliches Wesen verbunden mit (m)einem männlichen Körper + Frau. Keine andere Kombination scheint zu funktionieren. - Ich könnte noch nicht mal mit Männern Flirten. Das wäre aufschlussreich, ich würde es dafür ausprobieren, könnte es aber nicht. -- Womöglich könnte ich mit Frauen flirten, sicherlich könnte ich mich mit ihnen unterhalten. Das würde ich tun. Naja, vorausgesetzt ich wäre nicht zu beschäftigt damit, bei Verstand zu bleiben.

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  2. > auf jeden Fall: Sex haben!

    Typisch privilegiertes Frauendenken - _einen_ Tag ein Mann sein, und dann einfach Sex haben. Als wäre das so einfach...

    ok, fairerweise, es _gibt_ Prostituierte. Aber _zweimal_ an einem Tag erfordert _auch_ Übung...

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    1. @Lolli:
      "Typisch privilegiertes Frauendenken - _einen_ Tag ein Mann sein, und dann einfach Sex haben. Als wäre das so einfach..."

      Das hat doch überhaupt nichts mit privilegiertem Denken zu tun!
      Wie du schon selbst schreibst, gibt es Prostituierte. Sollte ich als Mann nicht in der Lage sein, mit Charme eine Frau aufzureißen, kann ich doch ganz einfach bezahlen - wo also das Problem?

      Ob zweimal am Tag Übung erfordert, würde ich dann ja herausfinden...

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  3. Die Erkenntnis, dass das kompliziert ist wäre doch Teil der Neugierbefriedigung. Sie behauptet hier doch gerade nicht zu wissen wie sich "das Mann sein" auswirkt. Außerdem müsste sie sich auch nicht zwangsläufig eine Frau suchen. Von schwulen Männer kam auch oft, sie würden als Frau erstmal mit allen ihn bekannten sexy Heteros sex haben. Da wäre ja auch die Frage im Raum, ob sie als Frau noch den selben Sexualtrieb und die selben Begehrensmuster hätten? (Heterosexuelle gehen zB meist davon aus, dass sich das bevorzugtes Geschlecht mitändert Homosexuelle nicht)
    Wenn wir ganz streng werden ist die Frage ja auch: Was für ein Mann? Einfach wie ein männlicher Zwillingsbruder? Es ist klar, dass Geschlecht nie als isolierter Aspekt allein auftreten kann, sondern immer in Verbindung mit einer konkreten Person steht. Die Summe der übrige Eigenschaften determinieren die Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten mit Sicherheit stärker. Das ist dann ja auch der Kern der Geschlechtertauschfrage, nämlich die Frage, was ändert sich wirklich und was nicht zu beantworten.

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    1. @Alice:
      "Außerdem müsste sie sich auch nicht zwangsläufig eine Frau suchen. Von schwulen Männer kam auch oft, sie würden als Frau erstmal mit allen ihn bekannten sexy Heteros sex haben. Da wäre ja auch die Frage im Raum, ob sie als Frau noch den selben Sexualtrieb und die selben Begehrensmuster hätten? (Heterosexuelle gehen zB meist davon aus, dass sich das bevorzugtes Geschlecht mitändert Homosexuelle nicht)"

      Ich bin davon ausgegangen, dass sich die sexuelle Präferenz nicht ändert. Fände sowohl mit einem Mann als auch mit einer Frau interessant zu Befriedigung der Neugier.

      "Wenn wir ganz streng werden ist die Frage ja auch: Was für ein Mann? Einfach wie ein männlicher Zwillingsbruder?"

      Im Prinzip schon. Ich bin bei meiner Annahme davon ausgegangen, dass ich als Mann mein aktuelles Bewusstsein behalte und sich eben nur der Körper ändert. Wobei ich auch gleich alt bleibe etc. Also jetzt nicht plötzlich 30 oder 40 Jahre älter bin als aktuell.

      "Das ist dann ja auch der Kern der Geschlechtertauschfrage, nämlich die Frage, was ändert sich wirklich und was nicht zu beantworten."

      Wäre sicher interessant herauszufinden, ob man eine andere Denkweise bzw. andere Wünsche und Begehrlichkeiten aufgrund des geänderten Hormonhaushalts hat.

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    2. Ich meinte diese Erwägung als Antwort auf Lolli, weil ich den Beitrag um "privilegiertes Frauendenken" so interpretiert habe, dass er meinte du würdest Ignorieren, dass es als Mann schwerer wäre eine Frau zu finden als umgekehrt. Nach dem Motto Männer müssen aktiv werden, Frauen nur da sein. Dann würde sein Hinweis auf die Prostitutionsoption Sinn machen. Wenn man Männern die höhere Casualsexbereitschaft unterstellt, wäre schwul halt billiger ;)

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    3. @Alice: Ja, so habe ich seinen Beitrag auch verstanden.

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