Montag, 7. November 2016

Privilegien

Manche Menschen haben Privilegien, andere nicht. Was bedeutet das? Und was sind überhaupt Privilegien bzw. wann ist eine Person privilegiert?

Wikipedia definiert:

„Ein Privileg (Plural Privilegien, von lateinisch privilegium „Ausnahmegesetz, Vorrecht“) ist ein Vorrecht, das einer einzelnen Person oder einer Personengruppe zugeteilt wird.“

Also geht es darum, dass es Menschen gibt, die etwas dürfen, was andere nicht dürfen, die spezielle Rechte haben. Das heißt demnach, dass in einer Gesellschaft, in der alle Menschen faktisch gleiche Rechte haben, keiner privilegiert sein kann? Oder ist es nicht viel mehr, dass mit bestimmten Eigenschaften auch bestimmte Rechte und Möglichkeiten verbunden sind. So kann jemand, der viel Geld besitzt problemlos sein Traumauto oder andere tolle Dinge kaufen – er hat also das Vorrecht, sich dieses zu gönnen, was Menschen mit weniger Geld eben nicht können.
Das heißt, bestimmte Dinge sind an die Eigenschaft „vermögend“ geknüpft. Bestimmte andere Rechte und Berufe sind beispielsweise an die Eigenschaft „gebildet“ bzw. „ausgebildet“ für die entsprechende Position geknüpft.

Eine weitere Definition bietet Feminismus 101 an:

„Privileg ist, wie du durch die Gesellschaft angepasst wirst. Es sind Vorteile, die du hast, von denen du denkst, dass sie normal seien. Es ist selbst normal und andere eine Abweichung von dieser Normalität zu sein.Es geht um das Los, von einer niedrigeren Stufe aus zu deinem Vorteil zu handeln.

Da der gesellschaftliche Status auf verschiedene Arten verliehen werden kann – von Rasse  über Geografie bis Klasse – sind alle Menschen in bestimmten Aspekten ihres Lebens privilegiert oder unprivilegiert. Des Weiteren hängt die Dynamik dieses Status stark von der jeweiligen Situation ab, sodass eine Person in einer Situation von einem Privileg profitieren kann, in einer anderen wiederum nicht. Es ist außerdem möglich Situationen zu erleben, in denen Personen gleichzeitig von Privilegien profitieren können, während sie ebenfalls der Empfänger von Diskriminierung in einem Gebiet sind, in dem sie von diesem Privileg nicht profitieren können.“

Im Netz hat sich ein Phänomen breit gemacht, welches als Privilegientheorie bezeichnet wird. Das beschreibt so ziemlich das, was bei der zuletzt genannten Definition erklärt wird: Privilegien wirken sich unterschiedlich aus und ein Mensch kann einerseits Privilegien besitzen, andererseits aber aufgrund anderer Merkmale diskriminiert werden.

Für mich ist allerdings viel mehr der Umgang mit vermeintlichen Privilegien interessant. Manche Privilegien oder Ursachen, die zu Privilegien führen sind angeboren, andere im Laufe des Lebens erreicht bzw. erarbeitet. Angeboren sind beispielsweise Hautfarbe, Intelligenz und zu einem gewissen Teil auch die Optik, sowie gewissermaßen auch die Herkunftsfamilie, d.h. damit verbunden Reichtum oder Armut bzw. soziale Schicht, Liebe oder Gewalterfahrungen etc.
Viele Dinge lassen sich auch im Leben erarbeiten: mit Bildung, Engagement kann man beispielsweise eine gute Stelle bekommen und so den Aufstieg aus Armut und in eine andere soziale Schicht schaffen.

Ist es richtig gerade bei angeborenen Privilegien falsch, diese den entsprechenden Personen vorzuwerfen? Was kann jemand dafür, in ein reiches Umfeld geboren worden zu sein? Richtig ist, diese Person muss vermutlich weniger mit Existenzängsten umgehen als jemand, der in einer Hartz IV Familie aufwächst, aber ist es ihr deswegen vorzuwerfen?
Komischerweise gibt es genug Menschen, die automatisch davon ausgehen, dass solche Menschen sich selbst für etwas Besseres halten. Menschen, die nicht mit Geld aus der Herkunftsfamilie ausgestattet sind, sehen oft verächtlich auf Menschen mit Geld herab.
Und es wird damit entschuldigt, dass diese ja Privilegien hätten…

Ich bin mit einem Privileg geboren worden, was mir manchmal einiges im Leben erleichtert hat, ohne dass ich heute sicher nicht in der Position wäre, in der ich bin: Ich bin hochbegabt. Das heißt, ich bin viel intelligenter als der Durchschnitt, was mir Bildung unheimlich erleichtert. Und auch den Umgang in gewissen Situationen und Schichten beherrsche ich spielend.
Ich bin aufgewachsen in einem kleinen Ort, in einem Umfeld, welches umgangssprachlich wohl als Ghetto zu bezeichnen wäre. (ein Nachhilfeschüler aus „besserem Hause“ sagte mir einmal, er traue sich nichts bei uns nicht alleine auf die Straße. Zu beachten ist, dass es sich dabei um einen 19 jährigen, fast zwei Meter großen sportlichen Mann gehandelt hat).
Ich mag mein Ghetto und meine Freunde von dort, mag es eben auch, sich nicht immer korrekt verhalten zu müssen und perfekt zu artikulieren. „Boah Alter, wie du redest!“ (eine Freundin von mir als ich mich in ihrem Beisein bezüglich eines Rabatts im Geschäft erkundigte).
Und ich habe viel gesehen und erlebt, was man nicht unbedingt mit Privilegien verbindet (ein unfähiges Jugendamt, Selbstmordversuch einer guten Freundin, Drogen, Messerattacken etc.).
Viele Menschen, die mir jetzt begegnen, wissen nichts von meiner Herkunft, von meinem Leben. Sie nehmen mich als allgemein privilegiert war, da ich genug verdiene, um mich zu versorgen, ein schönes Auto fahre etc. Und diese Menschen wollen mir dann erzählen, ich hätte es immer so einfach und keine Ahnung vom echten Leben! Einfach nur, weil sie der Meinung sind, ich wäre wohl mit goldenem Löffel geboren. Da mir persönlich solche (bei mir unzutreffenden Vorurteile) begegnen, finde ich es generell auch nicht gut, so zu denken.
Durch den Besuch eines Gymnasiums hatte ich später auch Freunde, auf die die Bezeichnung mit dem goldenen Löffel tatsächlich zutreffend ist, aber das bedeutet nicht, dass diese Menschen nicht auch Probleme haben oder dass deren Probleme weniger schlimm sind als die anderer Menschen.

Es ist vielleicht schön, wenn man sich bewusst ist, wo man privilegiert ist, und wo vielleicht eher nicht. Aber daraus irgendwelche Vorurteile über andere Menschen abzuleiten ist selbst wieder stark diskriminierend.

Und wie die Definition oben so schön zeigt, ist kein Mensch generell privilegiert gegenüber allen anderen. Und wie meine eigene Geschichte zeigt, ist vieles oft nicht so wie es vielleicht auf den ersten Blick scheinen mag!

 

Kommentare:

  1. Ich gebe dir Recht die Privilegiengeschichte ist eigentlich nichts anderes als das alte Problem mit Vorurteilen.
    Jedes Gehirn versucht Eindrücke vorzufiltern indem Wissen aus bekannte Situationen auf neue Übertragen werden. Dadurch entstehen halt auch oft falsche Generalisierungen und daraus wieder Fehlschlüsse über andere Personen.
    Soweit, so theoretisch. Geschlecht, Hautfarbe etc. lassen sich natürlich nicht ändern, jedoch simplifiziert das Privilegienmodel selbst wieder sehr extrem. Kein Mensch wird nur als Hautfarbe oder vertreter einer Geschlechtergruppe wahrgenommen. Selbst der pulmpeste Rassist wird also einsehen, dass Wissen über die Herkunft als alleiniger Faktor nicht genügt, um einschätzen zu können wie eine Person tickt.
    Wenn ich also meine "Privilegien checken soll", muss ich ja vorher schon der Annahme zustimmen, dass alle diese Faktoren wie Geschlecht, Hautfarbe, Herkunftsfamilie jeweils für sich einen überragenden Stellenwert für mich selbst und meine Umwelt haben. Der Eindruck von einer Person entsteht aber erst aus der Kombination allermöglichen Eigenschaften und diese sind so Vielfältig wie die Anzahl der Leute. Eine reiche, gesunde, intelligente Frau steht ja zweifelsfrei besser da als ein männliches Waisenkind mit Down-Syndrom. Geschlecht hin oder her. (Eine solche Frau wird zumindest allein an den von mir genannten Faktoren gar nicht diskriminiert sein).

    Ich finde es zumindet bedenklich, wenn Leute die sich für Gleichberechtigung einsetzten im selben Zug alles und jedem ihr Kathegoriendenken aufzwingen und in ihren Texten an "die Frauen", "die Homosexuellen", "die Flüchtlinge" appelieren, obwohl sich die benannten Gruppen selbst sicher nicht als Gruppe verstehen und keine gemeinsame Willensrichtung haben und auch nicht alle durch ähnliches Schicksal verbunden sind.

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    1. "Ich gebe dir Recht die Privilegiengeschichte ist eigentlich nichts anderes als das alte Problem mit Vorurteilen."

      Das sehe ich anders. Wenn du Vorurteile aufspaltest, geht es um Wahrscheinlichkeit, und letztlich um die Erkenntnis von Fakten. "Frauen sind mit gewisser Wahrscheinlichkeit X." Das ist für sich keine Sache des Privilegs, sondern eine Tatsachenbehauptung -- bzw -frage. Welches Privileg willst du darauf aufbauen, das "Privileg" günstiger eingeschätzt zu werden?

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  2. Du bist genetisch bedingt intelligenter als andere. Das erlaubt dir, in der Natur besser zu überleben. Ist Intelligenz ein Privileg?

    Du bist intelligent. Andere finden deine Intelligenz nützlich. Deshalb ziehen sie dich weniger intelligenten Menschen vor. Ist etwas daran ein Privileg?

    Du hast große Brüste. Für sich genommen macht dich das zu einer leichteren Beute für wilde Tiere. Männer allerdings wenden sich dir deshalb positiver zu (was deine Sicherheit letztlich erhöht). Frauen wiederum sind dir gegenüber negativer eingestellt. Hast du ein Privileg?

    Im wesentlichen handelt gilt folgende Einteilung: Gleiche Gesetze bedeuten objektive Chancengleichheit, bedeuten für unterschiedliche Individuen aber subjektive Chancenungleichheit.
    Als Kontrast gebe ich folgende Definition vor: Ein Privileg setzt sich aus zwei Elementen zusammen: 1) Jemandem wird etwas genommen, es wird also in seine Freiheit eingegriffen. 2) Dieser Eingriff erfolgt zu Gunsten eines anderen. Damit handelt es sich um Umverteilung.

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    1. @Stephan:
      "Ist Intelligenz ein Privileg?"

      Kommt auf die jeweilige Situation bzw. die jeweilige Gesellschaft an. Wenn alle anderen dumm sind, ist die Welt an dummen Menschen orientiert und es ist eher ein Nachteil.

      "
      Du hast große Brüste. Für sich genommen macht dich das zu einer leichteren Beute für wilde Tiere. Männer allerdings wenden sich dir deshalb positiver zu (was deine Sicherheit letztlich erhöht). Frauen wiederum sind dir gegenüber negativer eingestellt. Hast du ein Privileg?"

      Und BHs und Bademode ist teuer und nur schwer zu finden... eher kein Privileg

      "Als Kontrast gebe ich folgende Definition vor: Ein Privileg setzt sich aus zwei Elementen zusammen: 1) Jemandem wird etwas genommen, es wird also in seine Freiheit eingegriffen. 2) Dieser Eingriff erfolgt zu Gunsten eines anderen. Damit handelt es sich um Umverteilung."

      Die Frage ist natürlich, ob ich jemandem etwas nehme, wenn ich durch meine Intelligenz einen guten Job bekommen. Könnte man so betrachten, da jemand anders diesen dann nicht mehr haben kann.
      Aber absolute Gleichheit kann es nur in einem vollkommen kommunistischen System geben...

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    2. "Die Frage ist natürlich, ob ich jemandem etwas nehme, wenn ich durch meine Intelligenz einen guten Job bekommen."

      Was nimmst du ihm weg? Er hatte den Job nie.

      Was siehst du als Zweck der Gedanken über Privilegien an? Sind sie schlicht Verteilungsgerechtigkeit in fadenscheinig anderem Gewand?

      //Was ist dein Lieblingsbuch?

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    3. "Was siehst du als Zweck der Gedanken über Privilegien an? Sind sie schlicht Verteilungsgerechtigkeit in fadenscheinig anderem Gewand?"

      Möglicherweise. Ich selbst habe nur den Zweck, mir das Konzept anderer verständlich zu machen bzw. dieses zu analysieren. Ich denke nicht, dass man tatsächlich alles so sehr nach Privilegien aufdröseln könnte, dass eine komplett gerechte Welt ohne vermeintliche Privilegien entsteht. (außer womöglich mit künstlich geschaffenen völlig gleichen Menschen, ob das dann aber gewünscht ist, ist eine andere Frage).
      Und natürlich geht es um Verteilungsgerechtigkeit, aber auch um Neid. Diejenigen, die sich über Privilegien anderer aufregen, sind meist diejenigen, die diese Privilegien gerne hätten. Sie wollen daraus Vorteile für sich ziehen.

      "//Was ist dein Lieblingsbuch?"

      Wie kommst du jetzt auf diese Frage?
      Meine Lieblingsbücher sind:
      "Mit dem Schmerz gehör ich dir" von Eva B. und
      "Spieltrieb" von Juli Zeh

      ... mir fällt gerade auf, dass die meisten Bücher, die mir richtig gut gefallen haben, von Frauen geschrieben wurden.

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    4. "Ich denke nicht, dass man tatsächlich alles so sehr nach Privilegien aufdröseln könnte, dass eine komplett gerechte Welt ohne vermeintliche Privilegien entsteht."

      Ist überhaupt eine Annäherung möglich?


      "Wie kommst du jetzt auf diese Frage?"

      Bezugspunkt deiner Gedanken. Fundament, Anker, Hintergrund.

      "... mir fällt gerade auf, dass die meisten Bücher, die mir richtig gut gefallen haben, von Frauen geschrieben wurden." Siehst du.

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    5. "Ist überhaupt eine Annäherung möglich?"

      Zu gewissem Grad sicher. Im Prinzip stellt ja die Theorie zur Intersektionalität so etwas in der Art da.

      "Bezugspunkt deiner Gedanken. Fundament, Anker, Hintergrund."

      Nunja, mein Bezugspunkt speist sich mitnichten nur aus meinen Lieblingsbüchern, sondern viel mehr aus dem Leben selbst.

      "Siehst du."

      Wieso, was sagt dir das?

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  3. "Zu gewissem Grad sicher. Im Prinzip stellt ja die Theorie zur Intersektionalität so etwas in der Art da."

    Nein. Das hier ist schlicht eine Mischung aus comparable power und comparable worth Analyse. Damit hat es dieselben Hindernisse. Ungewissheit und Inkommensurabilität. Jedes Wesen - jedes Individuum setzt sich aus Merkmalen der Macht zusammen, und hat - beherrscht - gewisse Güter. Wer eingreifen will um umzuverteilen, muss alle diese Elemente kennen, und ihren Wert bestimmen (welchen Unwert hat das schöne-BH Problem?). Glaubst du man kann das, und unter wessen Autorität?

    "Nunja, mein Bezugspunkt speist sich mitnichten nur aus meinen Lieblingsbüchern, sondern viel mehr aus dem Leben selbst."

    Die Wahl deiner Bücher entspricht deinem Leben, entspricht dir. Fraglos kann man nicht dich nicht anhand von zwei Büchern vollständig verstehen.

    "Wieso, was sagt dir das?"

    Dass die Wahl deiner Bücher ziemlich bedeutende Informationen enthält. Anscheinend empfindest du einen erheblichen Unterschied zwischen Männern und Frauen -- und der Umstand war dir nicht bewusst.

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  4. "Glaubst du man kann das, und unter wessen Autorität?"

    Nein, ich denke nicht, dass man alle Werte kennen kann. Man sieht immer nur einen Teil des Ganzen. Und genau deshalb ja mein Artikel, der eben auch zeigen soll, dass auf den ersten Blick Privilegien, auf den zweiten nicht unbedingt so sind.

    "Die Wahl deiner Bücher entspricht deinem Leben, entspricht dir. Fraglos kann man nicht dich nicht anhand von zwei Büchern vollständig verstehen."

    Und was weißt du jetzt genau über mich anhand der Auswahl meiner Lieblingsbücher?

    "Anscheinend empfindest du einen erheblichen Unterschied zwischen Männern und Frauen -- und der Umstand war dir nicht bewusst."

    Ich weiß nicht, ob es tatsächlich so ist. Ich achte bei der Auswahl von Büchern, die ich lese selten darauf, wer der Autor ist. Einzige Ausnahme: Wenn mir ein Buch eines Autors besonders gut gefallen hat.

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  5. "Und was weißt du jetzt genau über mich anhand der Auswahl meiner Lieblingsbücher?" Ich sollte sie wahrscheinlich erst lesen. Bemerkenswer ist schon jetzt, dass du in einem gewissen Spannungspielfeld stehst. Flirten sollte nach einer Aussage von dir recht direkt sein, mit dir. Demgegenüber sind Spiele selten direkt, vielmehr das Gegenteil.

    "Ich weiß nicht, ob es tatsächlich so ist. Ich achte bei der Auswahl von Büchern, die ich lese selten darauf, wer der Autor ist." Das bekräftigt es. Du wählst somit ("formell") geschlechtsneutral aus, das Ergebnis ist aber nicht geschlechtsneutral, sondern weiblich.

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    1. "Bemerkenswer ist schon jetzt, dass du in einem gewissen Spannungspielfeld stehst. Flirten sollte nach einer Aussage von dir recht direkt sein, mit dir. Demgegenüber sind Spiele selten direkt, vielmehr das Gegenteil."7

      Du solltest das Buch vielleicht wirklich erst lesen ;)
      Ist sehr faszinierend!

      "Das bekräftigt es. Du wählst somit ("formell") geschlechtsneutral aus, das Ergebnis ist aber nicht geschlechtsneutral, sondern weiblich."

      Ich habe sicher auch einige Bücher im Regal, die von Männern geschrieben wurden und mir gut gefallen...
      Aber was genau sagt es deiner Meinung nach aus, wenn die meisten Bücher, die mir gut gefallen, von Frauen geschrieben wurden?

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    2. "Du solltest das Buch vielleicht wirklich erst lesen ;)
      Ist sehr faszinierend!"
      Ich hab' eine gewisse Aversion gegen Romane entwickelt; ich lese beinahe ausschließlich Sachbücher. Besonders von Büchern anderer Art erwarte ich einen mythologischen Touch, einen "Anderswelt"-Aspekt (und sei es die Unterwelt), sowie außergewöhnliche Sprache, etwa melodisch-feminine. "Spieltrieb" könnte gewissen Tiefgang haben; ich bin aber skeptisch.

      Hm, hast du die beiden Bücher mal - ohne extreme Spoiler - vorgestellt?

      "Ich habe sicher auch einige Bücher im Regal, die von Männern geschrieben wurden und mir gut gefallen...
      Aber was genau sagt es deiner Meinung nach aus, wenn die meisten Bücher, die mir gut gefallen, von Frauen geschrieben wurden?"

      Im mindesten, dass es einen bedeutenden Unterschied gibt. Es ist vermessen, dich anhand dessen im Detail zu erklären. Femininität ist komplexer. Wie du dich mit den Büchern auseinandersetzt, was du aus ihnen nimmst, ist nicht ohne weiteres klar. Womöglich nutzt du sie, um dich abzugrenzen. Ich glaube aber, dass es dir um Gefühl geht, und sei es "nur" das, was in der weiblichen Sprache liegt. -- Du kannst überlegen, wie männliche Sprache auf dich wirkt, und was - auf welche Art - machtvoll auf dich wirkt.

      Hab einen schönen Sonntag, Miria.

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    3. @Stephan:

      "Hm, hast du die beiden Bücher mal - ohne extreme Spoiler - vorgestellt?"

      Bisher nicht, könnte ich aber vielleicht in Zukunft mal machen.

      Bei Spieltrieb geht es im Prinzip darum, dass andere Menschen für den eigenen Zweck auf interessante - und meiner Meinung nach teilweise skrupellose Art - manipuliert werden.

      Bei "Mit dem Schmerz gehört es dir" geht es um eine Frau mittleren Alters, die BDSM für sich entdeckt und sich auf die Suche nach einem dominanten Mann macht.
      Hier finde ich insbesondere die Gedanken und Gefühle der Hauptperson interessant.

      "Du kannst überlegen, wie männliche Sprache auf dich wirkt, und was - auf welche Art - machtvoll auf dich wirkt."

      Dazu müsste man erstmal definieren, was genau weibliche und was genau männliche Sprache ausmacht.
      Ich denke, dass ein Buch wie Spieltrieb so auch problemlos von einem Mann geschrieben sein könnte.
      Wo siehst du Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Sprache?

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  6. "Dazu müsste man erstmal definieren, was genau weibliche und was genau männliche Sprache ausmacht."

    Fang damit an, wie männliche Stimmen auf dich wirken. Es verbindet beides.

    "Wo siehst du Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Sprache?" Im Ideal, und weitgehend in der Erfahrung, entspricht (...) weibliche Sprache weiblichen Körpern.

    (Beiläufig und für einen unvollständigen Eindruck: https://en.wikipedia.org/wiki/Language_and_gender)

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