Donnerstag, 4. Februar 2016

Sexarbeit und Care

In einem Artikel auf beziehungsweise weiterdenken schreibt Antje Schrupp über "Care Arbeit" und insbesondere darüber, ob Sexarbeit auch darunter zu fassen ist.

In bestimmten Fällen ist es für die eindeutig ein Teil von Care, dann wenn es um Menschen geht, die nicht mehr selbst für Ihre sexuelle Befriedigung sorgen können:

Als Argument hierfür dient unter anderem, dass Pflegepersonal es teilweise mit übergriffigen Aufforderungen zu tun bekommt. Die zu pflegenden Personen möchten eben auch ihre sexuellen Bedürfnisse erfüllt bekommen.
Sie schreibt:

"Insofern ist der Einsatz von Sexualassistentinnen in solchen Situationen nicht nur sinnvoll, sondern tatsächlich auch „Care“."

Dann stört die sich aber daran, dass angeblich gerade die Sexarbeit oft mit dem männlichen Dominanzgebaren verknüpft ist.
Hierzu schreibt sie:

"Sex und Macht sind in unserer Kultur eng miteinander verwoben. Wenn Sexarbeit dabei hilft, männliches Dominanzgebaren aufrecht zu erhalten, dann handelt es sich dabei nicht Care, denn es beeinflusst die Geschlechterbeziehungen negativ."

Hierbei stellt sich für mich automatisch die Frage, woher diese zwingende Konsequenz der negativen Beeinflussung von Geschlechterbeziehungen kommt.
Selbst unter der Annahme, dass Männer bei einer Sexarbeiterin ihre Dominanz ausleben können, muss das nicht heißen, dass dies automatisch auf das allgemeine Verhältnis zwischen Mann und Frau übertragen wird.
Ein Mann, der weiß ja auch, dass er nicht einfach irgendwelche Frauen auf der Straße anfassen ist küssen darf, nur weil er das bei seiner Partnerin darf.
Ich halte Männer für so intelligent zwischen unterschiedlichen Personen und Situationen unterscheiden zu können.

Sehr gut finde ich allerdings, dass Antje in der Text ausdrücklich darauf hinweist, dass sie nicht der Meinung ist, dass Sexarbeit verboten werden sollte. Gerade das wird ja sehr gerne unterstellt, wenn jemand eures kritisiert. Dass derjenige, der Kritik übt, das Kritisierte am liebsten verbieten wollte.

Im letzten Teil hält sich Antje Schrupp leider am einem Satz einer Sexarbeiterin ziemlich lange auf und interpretiert meiner Meinung nach auch zu viel hinein:

"Vor allem ein Satz einer Sexarbeiterin bei dieser Diskussion blieb mir im Kopf hängen, die sagte: „Und dann mache ich es dem Mann eben schön.“ Dieser Satz enthält meiner Ansicht nach eine zentrale Logik der Geschlechterbeziehungen unserer Kultur: Frauen wird die Aufgabe zugewiesen, es „dem Mann schön zu machen“."

Jetzt denke ich mir aber, dass es doch eigentlich immer die Aufgabe bei der Care Arbeit ist, es dem anderen schön zu machen. Egal, ob es um Essen, um Pflege ist sonstiges geht, immer wird es D anderen schön gemacht. Nur eben nicht immer von einem Geschlecht zum anderen, sondern es verläuft unabhängig vom Geschlecht.
Mich würde in dem Zusammenhang auch tatsächlich mal interessieren, wie das tatsächliche Geschlechterverhältnis in der Sexarbeit ist. Die offensichtliche Sexarbeit geht meist von Frau für den Mann, aber es gibt auch haufenweise männliche Callboys und Escorts. Meine Erfahrung ist, dass Frauen nicht so offensichtlich Sex kaufen wie viele Männer, beispielsweise auf der Straße oder im Bordell.
Und ein weiterer Punkt ist, dass die meisten Frauen es weniger nötig haben für körperliche Zuneigung und Sex zu bezahlen, da sie es oft einfacher als Männer umsonst bekommen.
Aber ist es wirklich ein Zeichen von der Macht der Männer, wenn von Ihnen viele für etwas bezahlen, dass Frauen umsonst bekommen?

Antje hingegen vertritt die Meinung, Frauen haben nicht den Anspruch, dass es ihnen immer jemand schön macht. Sie sieht gar nicht, dass hier einfach nur eine geringere Notwendigkeit besteht zu bezahlen:

"Frauen haben aber nicht die Erwartung und den Anspruch, dass selbstverständlich immer jemand da zu sein hat, der „es ihnen schön macht“. Und aus diesem Grund kommen sie auch nicht auf die Idee, sich dieses „Schönmachen“ bei Bedarf mal eben einzukaufen. Oder anders gesagt: Ein Mann, der sich gegen Geld sexuell befriedigen lässt, hat nicht nur Sex gekauft, sondern im Rahmen der herrschenden symbolischen Ordnung auch seine Männlichkeit bestätigt. Eine Frau, die sich gegen Geld sexuell befriedigen lässt, setzt hingegen symbolisch ihre Weiblichkeit aufs Spiel."

Warum Frauen ihre Weiblichkeit aufs Spiel setzen, sollten Sie für Sex bezahlen, wird leider nicht weiter erklärt. Diese Schlussfolgerung ist für mich nicht nachvollziehbar.

Sie kommt aber zu folgendem Schluss im Bezug auf die Frage, ob es sich bei der Sexarbeit nun um Care handelt:

"Sexarbeit ist Care, insofern sie Bedürfnisse befriedigt, die mit Zuwendung, Entspannung, Aufmerksamkeit, sexueller Lust zu tun haben. Aber Sexarbeit ist nicht Care, insofern sie „Male Entitlement“ bedient, also die patriarchale Anspruchshaltung, versorgt zu werden nicht aufgrund der eigenen menschlichen Bedürftigkeit, sondern aufgrund der eigenen Männlichkeit."

Sie gibt selbst zu, dass das im konkreten Fall schwer zu trennen ist. Dem würde ich zustimmen.

Im nächsten Absatz nennt sie ein Beispiel, das zunächst als grenzwertig und schließlich doch als nicht Care qualifiziert wird. In dieser konkreten Punkt möchte ich allerdings widersprechen.
Zunächst das Beispiel und die Kritik von Antje:

"Grenzwertig wäre für mich der Fall eines Ehemanns, der sexuelle Wünsche hat, die seine Frau nicht bedienen möchte oder kann, ein Beispiel, das von Pro-Sexarbeits-Aktivistinnen häufig als positiver Nutzen dieser Arbeit angeführt wird. Doch in diesem Fall hat das Ausweichen auf eine bezahlte Sexarbeiterin (weil man sich das halt leisten kann), durchaus einen Beigeschmack von Male Entitlement. Der Wunsch, Sexualität exakt den eigenen Vorlieben entsprechend auszuleben, ist meiner Ansicht nach nicht dasselbe wie das Bedürfnis nach Sattessen, Ausschlafen, Kleidung, medizinischer Versorgung. Ebenso wie das Bedürfnis nach Mobilität nicht dasselbe ist wie der Wunsch, einen Porsche zu fahren."

Ich finde, dass Frau Schrupp hier zu wenig berücksichtigt, dass es nicht zwangsläufig um exakte Wünsche (wie nach einer bestimmten Stellung ist so)  gehen muss, sondern auch um grundlegende Sachen wie beispielsweise eine Neigung, die die eigene Frau nicht befriedigen kann.
Um beim Mobilitätsvergleich zu bleiben, so reicht ein Fahrad nun manchmal einfach nicht, um die nötige Mobilität zu haben.

Nun wird nochmal die Kurve zur generellen Care Arbeit gezogen. Arbeit die in erster Linie neu der Erfüllung von grundlegenden Bedürfnissen von Menschen - wie Essen, Sauberkeit, Gesundheit - hilft.
Ich finde es hier sehr gut, dass darauf hingewiesen wird, dass sich Herrschaftsverhältnisse auch in anderen solchen Beziehungen zeigen können, beispielsweise in der Bewirtung von Gästen.

"Sondern wichtig wäre, dass wir unsere Aufmerksamkeit für diese Grenze schärfen, bei der Care Gefahr läuft, gerade nicht das gute Leben aller zu befördern, sondern Dominanz und Herrschaftsverhältnisse zu stabilisieren. Das heißt, ich plädiere dafür, den Maßstab, den wir aus der kritischen Beschäftigung mit Sexarbeit gewinnen können, auch auf andere Bereiche von Care anzuwenden."

Natürlich ist es immernoch fraglich, wo tatsächlich in jeder Tätigkeit konkret die Grenze gezogen wird.

Insgesamt finde ich die Überlegungen und Denkansätze von Antje durchaus interessant.

Kommentare:

  1. Sehr gut finde ich allerdings, dass Antje in der Text ausdrücklich darauf hinweist, dass sie nicht der Meinung ist, dass Sexarbeit verboten werden sollte.

    Man beachte ihre Wortwahl.

    Gruß, Nick

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    1. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr sträuben sich mir die Haare.

      Der menschenrechtliche Diskurs definiert "illegitime Bedürfnisse" danach, inwieweit sie legitme Freiheitsrechte anderer beschränken. Alle anderen Bedürfnisse sind legitim.

      Antje Schrupp verpasst dem Ganzen nun einen sehr fundamentalen Spin: legitim seien diejenigen Bedürfnisse, die dem "guten Leben aller" nicht abträglich seien. Also, auf gut Deutsch: "legitim sind diejenigen Bedürfnisse, die dem Gemeinwohl nicht abträglich sind". Damit stellt sie die Bedürfnisse von Individuen unter das Primat des "Gemeinwohles".


      Wofür soll hier das Prädikat "care" gut sein? Welche Bedeutung soll es haben?

      Der normale Sprachgebrauch verwendet den Begriff nicht als Prädikat, sondern als Kategorie für Tätigkeiten, die sich in das Feld "sorge/fürsorge" eingruppieren lassen. ("care-Bereich") Es steht für mich außer Frage, dass Sexarbeit hier hineinfällt. Diese Kategorie beinhaltet gar keine Wertung über eine gesellschaftliche "Nützlichkeit".

      Frau Schrupp und ihr "Netzwerk Care-Revolution" sehen das allerdings offenbar etwas anders. Sie streben eine "care-Ökonomie" an, "die nicht Profitmaximierung, sondern die Bedürfnisse der Menschen ins Zentrum stellt". Die exponierte Mitnetzwerkerin Ina Praetorius führt in den Kommentaren zu besagtem Artikel aus, wie zumindest sie das versteht:
      ..Zweitens weil der Text sozusagen eine Pionierin ist für das, was in der Care Revolution jetzt ansteht: eine Differenzierung des Zentralbegriffs „Care“ anhand der Analyse tatsächlicher Praxen. Vor dem Hintergrund meiner eigenen These, dass ALLE Wirtschaft dem Kriterium Care genügen muss, eröffnet sich da ein weites Feld weiterer vergleichbarer Analysen: Was ist eine Caring Autoindustrie? Was sind Medien, die dem Kriterium Care genügen? Gibt es eine Caring Waffenindustrie? Wenn ja, wo ist der Übergang zur Waffenindustrie, die dem Kriterium Care nicht genügt?

      [nächster Kommentar von ihr:]

      Ja, diese Frage, welche Konsequenzen es hat, wenn ein Produkt oder eine Dienstleistung beim Care-Check durchfällt, stellt sich logischerweise. [..] In den entsprechenden Prüfungsverfahren kommt zwar vorerst der Begriff Care nicht vor, und auch nicht postpatriarchale Überlegungen zur Differenz von Bedürfnisbefriedigung und Entitlement. Aber das würde sich in einer Care-Centered Economy dann halt ändern.



      Frau Praetorius möchte also jede wirtschaftliche Tätigkeit unter das Primat des "Gemeinwohles" stellen. Sie fasst dabei "Gemeinwohl" so weit, dass sie Medien und den intimsten Bereich der Bürger inkludiert und auf eine "Schädlichkeit" für ein kaum verhohlenes Äquivalent zur "sittlichen Gesundheit des Volkskörpers" abstellt.

      Mein lieber Scholli, ich glaub's nicht.

      Gruß, Nick


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    2. @Nick:

      Ich finde es schön etwas fraglich, ob man, das gute alte Leben aller mit Gemeinwohl übersetzen kann. Insbesondere, da ich in dem Fall gleich eine Assoziation mit der SED-Diktatur habe und Frau Schrupp selbst ja gerade nichts verbieten will!

      Sie kategorisiert Bedürfnisse nach ihrer persönlichen Meinung als legitim oder illegalem, fordert daraus aber keine Konsequenzen abseits von eventuell persönlichen Konsequenzen, die jeder für sich selbst treffen muss.

      "Der normale Sprachgebrauch verwendet den Begriff nicht als Prädikat, sondern als Kategorie für Tätigkeiten, die sich in das Feld "sorge/fürsorge" eingruppieren lassen. ("care-Bereich") Es steht für mich außer Frage, dass Sexarbeit hier hineinfällt. Diese Kategorie beinhaltet gar keine Wertung über eine gesellschaftliche "Nützlichkeit"."

      Genauso verstehe ich den Begriff auch in dem Artikel von Antje Schrupp. Nur die geht eben weiter und schaut, welche Bereiche sich tatsächlich in Sorge/Fürsorge eingruppieren lassen und welche eventuell nur vordergründig so erscheinen, aber eigentlich ganz andere Wünsche bedienen wie zum Beispiel das von ihr angesprochene "männliche Dominanzgebaren".

      "Frau Praetorius möchte also jede wirtschaftliche Tätigkeit unter das Primat des "Gemeinwohles" stellen. Sie fasst dabei "Gemeinwohl" so weit, dass sie Medien und den intimsten Bereich der Bürger inkludiert und auf eine "Schädlichkeit" für ein kaum verhohlenes Äquivalent zur "sittlichen Gesundheit des Volkskörpers" abstellt."

      Ich finde zwar den von dir eingeführten Begriff Gemeinwohl nicht gut, aber ebenso die Konsequenz falsch, die diese Kommentatorin fordert.

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    3. @Miria:
      Deine negativen Assoziationen zum Begriff Gemeinwohl kann ich sehr gut nachvollziehen. Unsere Geschichte dazu ist nicht erst mit der DDR-Dikatur sehr negativ aufgeladen. Andererseits kommt man aber kaum umhin, einen Begriff für "das Wohl Aller" zu haben. Letztlich ist das Wohl Aller ja ein zentraler Kern von Politik. (Politik i.S. von "Das treffen kollektiver Entscheidungen")

      Es ist für mich eine zentrale Frage, was man genau unter dem "Gemein" versteht. Ist die Gemeinschaft a)ein "eigenes Wesen", dessen Wohlergehen es zu berücksichtigen gilt oder ist das Gemeinwohl b) als die Summe des Wohles aller Individuen zu verstehen?

      Das lässt sich zwar nicht immer eindeutig trennen, aber es fällt auf, dass vor allem dann sehr viel Mißbrauch betrieben wurde und wird, wenn die "Gemeinschaft" sich stark zu einem Eigenständigem "Rechtsträger" verselbständigt, dem ein eigenständiger Wille zugeschrieben wird. Der NS verstand unter Gemeinwohl "das Wohl der Rasse" und die DDR verstand darunter "das Wohl der Revolution des Sozialismus". Die Bedürfnisse der Individuen hatten - auch als Summe - zurückzutreten.

      "Das Gute Leben aller" kann man durchaus als Abgrenzung zu a) und als Bekenntnis zu b) verstehen. Allerdings bricht Antje Schrupp aus meiner Sicht mit einer solchen Abgrenzung, indem sie die "illegitimität" von Bedürfnissen daran festmacht, dass die "symbolische Ordnung des Patriarchates" reproduziert werde. Dann soll also doch die Gemeinschaft einen über den Bedürfnissen aller Einzelnen stehenden Willen zur Geltung bringen.

      Hier wird nicht mehr mit dem Wohl oder Wehe der Sexarbeiterin oder des Freiers argumentiert, es werden Ansprüche der "Gemeinschaft" auf eine nicht-Patriarchatsreproduzierende intime(!) Praxis formuliert. Und das ist in meinen Augen äquivalent zu dem, was man unter einer Sittlichkeitsbewegung versteht. Ob man der Meinung ist, dass diese Ansprüche mit Verboten durchgesetzt oder nicht ist erstmal zweitrangig, sie setzt damit die "Gemeinschaft" als Anspruchsträgerin zu intimen Verhältnissen Einzelner.

      Nur die geht eben weiter und schaut, welche Bereiche sich tatsächlich in Sorge/Fürsorge eingruppieren lassen und welche eventuell nur vordergründig so erscheinen, aber eigentlich ganz andere Wünsche bedienen wie zum Beispiel das von ihr angesprochene "männliche Dominanzgebaren".

      Sie bringt halt eine wertende Komponente hinein, die sich nicht etwa an den konkreten Bedürfnissen der Individuen orientiert, sondern an einem gesellschaftlichen Willen zur Transformation der patriarchalen Gesellschaft. Sie Argumentiert eben nicht damit, dass das "männliche Dominanzgebaren" dem Wohl der Sexarbeiterin abträglich sei.

      Was ist denn mit dem Freier, der von seiner Frau tyrannisiert wird und zuhause nix zu melden hat, und deshalb mit einer Sexarbeiterin "männliches Dominanzgebaren" spielt? Kann man so einfach die Bedürfnisse von Menschen werten und politisieren? Darf man das? Ist "männliches Dominanzgebaren" überhaupt ein Bedürfnis? Eigentlich doch nicht, dahinter dürfte doch eher ein Bedürfnis nach Anerkennung stecken.

      und Frau Schrupp selbst ja gerade nichts verbieten will!

      Sie sagt nur, dass man die Befriedigung "illegitmer Bedürfnisse" nicht automatisch verbieten müsse.

      Ansonsten ist das eine Stellungnahme zu einem Treffen des "Netzwerkes Care-Revolution", also eine politische Stellungnahme - und nicht einfach nur ein Sinnieren darüber, was "care" ist und was nicht. Ina Praetorius ist wiederum eine anerkannte Autorität in diesem Netzwerk.

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    4. @Nick:

      ""Das Gute Leben aller" kann man durchaus als Abgrenzung zu a) und als Bekenntnis zu b) verstehen."

      Genau so hatte ich sie auch verstanden und den Text entsprechend interpretiert.

      "Allerdings bricht Antje Schrupp aus meiner Sicht mit einer solchen Abgrenzung, indem sie die "illegitimität" von Bedürfnissen daran festmacht, dass die "symbolische Ordnung des Patriarchates" reproduziert werde. Dann soll also doch die Gemeinschaft einen über den Bedürfnissen aller Einzelnen stehenden Willen zur Geltung bringen.""

      Diesen Bruch sehr ich weniger, weil nicht das "Wesen Gemeinschaft", sondern für die die einzelnen Frauen im Mittelpunkt stehen.
      Aus ihrer Sicht leidet eben die Mehrheit der Frauen unter dem Patriarchat - also wieder individuelle Schicksale.

      "Hier wird nicht mehr mit dem Wohl oder Wehe der Sexarbeiterin oder des Freiers argumentiert, es werden Ansprüche der "Gemeinschaft" auf eine nicht-Patriarchatsreproduzierende intime(!) Praxis formuliert."

      Es geht meiner Ansicht nach auch darum, wie ein Mann, der sein Dominanzgebaren bei einer Sexarbeiterin ausleben kann im Anschluss anderen Frauen begegnet. Es geht nicht nur um die konkrete Situation, sondern den daraus folgenden Konsequenzen, am denen eben nicht nur die beiden Personen beteiligt sind.
      Ein Mann, der jetzt dadurch die Meinung vertritt, allen Frauen gegenüber entsprechend dominant aufzutreten, schadet damit Arbeitskolleginnen, seiner Partnerin oder Verkäuferinnen. Alle Frauen, die mit ihm in Kontakt kommen. Daher die Überlegung, das in einem größeren Kontext als nur die Zweierbeziehung zu betrachten.

      "Sie Argumentiert eben nicht damit, dass das "männliche Dominanzgebaren" dem Wohl der Sexarbeiterin abträglich sei."

      Nein, aber dem Wohl anderer Frauen, die mit dem Mann zu tun haben, allen voran vermutlich seine Partnerin.

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    5. Aus ihrer Sicht leidet eben die Mehrheit der Frauen unter dem Patriarchat - also wieder individuelle Schicksale.

      Und aus Leninistischer Sicht leidet die Mehrheit der Arbeiter unter dem Kapitalismus.

      Nein, aber dem Wohl anderer Frauen, die mit dem Mann zu tun haben, allen voran vermutlich seine Partnerin.

      Gut, wenn du der Meinung bist, dass die Sexarbeiterin eine wichtige Aufgabe zur der Erziehung der Männer hat..

      Dann bist du aber genau bei dem Begriff von "Gemeinwohl", den du kritisierst. Wo soll denn da der Unterschied sein zur "Erziehung der Arbeiterklasse"?

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    6. "Und aus Leninistischer Sicht leidet die Mehrheit der Arbeiter unter dem Kapitalismus."

      Richtig. Und das ist nunmal eine mögliche Sichtweise.

      "Gut, wenn du der Meinung bist, dass die Sexarbeiterin eine wichtige Aufgabe zur der Erziehung der Männer hat.."

      Irgendwie habe ich da anscheinend war verpasst... Ich habe sicher nirgendwo geäußert, dass ich diese Meinung vertrete.

      "Dann bist du aber genau bei dem Begriff von "Gemeinwohl", den du kritisierst. Wo soll denn da der Unterschied sein zur "Erziehung der Arbeiterklasse"?"

      Der Unterschied ist immernoch, dass alle Aussagen im Text von Antje Schrupp nur Überlegungen sind, die nicht mit Zwang und Verboten durchgesetzt werden sollen.

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    7. @Miria:
      Richtig. Und das ist nunmal eine mögliche Sichtweise.

      Lenin geht halt viel weiter und meint, die Kultur des Kapitalismus müsse repressiv bekämpft werden. Damit geht er weit über eine Summe der Interessen der Arbeiterklasse hinaus. Das "Wohl der Arbeiterklasse" wird damit zum eigenständigen Subjekt.

      Irgendwie habe ich da anscheinend war verpasst... Ich habe sicher nirgendwo geäußert, dass ich diese Meinung vertrete.

      Wenn du der Meinung bist, dass die Sexarbeiterin den Mann im Interesse des Kollektives "Frauen" nicht "verderben" solle, dann ist das doch eine pädagogische Aufgabe - oder nicht? (Was steckt da bloß für ein Männerbild hinter? Anderes Thema)

      Der Unterschied ist immernoch, dass alle Aussagen im Text von Antje Schrupp nur Überlegungen sind, die nicht mit Zwang und Verboten durchgesetzt werden sollen.

      ..nicht "automatisch" mit Verboten durchgesetzt werden sollen, wenn man sich an den Text orientiert. Das Problem ist, dass sie einen sittlichen Anspruch "Aller" an intime Verhältnisse Einzelner setzt und damit überhaupt die Erlaubnis zur Sexarbeit zur Disposition "aller" stellt.

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    8. "Wenn du der Meinung bist, dass die Sexarbeiterin den Mann im Interesse des Kollektives "Frauen" nicht "verderben" solle, dann ist das doch eine pädagogische Aufgabe - oder nicht? (Was steckt da bloß für ein Männerbild hinter? Anderes Thema)"

      So langsam frage ich mich, ob du meinen Text überhaupt gelesen hast...

      Ich zitiere hierzu einfach mal mich selbst aus dem obigen Blogpost:

      "Hierbei stellt sich für mich automatisch die Frage, woher diese zwingende Konsequenz der negativen Beeinflussung von Geschlechterbeziehungen kommt.
      Selbst unter der Annahme, dass Männer bei einer Sexarbeiterin ihre Dominanz ausleben können, muss das nicht heißen, dass dies automatisch auf das allgemeine Verhältnis zwischen Mann und Frau übertragen wird.
      Ein Mann, der weiß ja auch, dass er nicht einfach irgendwelche Frauen auf der Straße anfassen ist küssen darf, nur weil er das bei seiner Partnerin darf.
      Ich halte Männer für so intelligent zwischen unterschiedlichen Personen und Situationen unterscheiden zu können."

      Klingt irgendwie nach dem Gegenteil der Meinung, die du mir gerade krampfhaft zu unterstellen versuchst, oder?
      Ich habe den Text von Antje in meinem Artikel kritisiert, das heißt aber auch bestimmten Teilen, wie dem genannten widersprochen.

      Du solltest versuchen zu unterscheiden, welche Meinung Frau Schrupp vertritt und welche ich.

      "..nicht "automatisch" mit Verboten durchgesetzt werden sollen, wenn man sich an den Text orientiert. Das Problem ist, dass sie einen sittlichen Anspruch "Aller" an intime Verhältnisse Einzelner setzt und damit überhaupt die Erlaubnis zur Sexarbeit zur Disposition "aller" stellt."

      Hier hängst du dich an einzelnen Worten auf und bei mir ignorierst du ganze Textabschnitte - passt irgendwie nicht zusammen.

      Und wenn man das "nicht automatisch" wörtlich nimmt, so heißt es nur, dass es eine mögliche Diskussion über ein Verbot geben könnte, es sagt aber nichts über die Meinung der Autorin bezüglich eines konkreten Verbots.

      Und intime Beziehungen sind immer Gesetzen und Regelungen unterworfen. Oder wie siehst du beispielsweise das Verbot von Inzest?
      Und gerade Prostitution ist nunmal nicht nur eine intime Beziehung, sondern eben auch vor allem eine Geschäftsbeziehung. Und diese werden immer häufiger auch moralischer Überprüfung unterworfen.

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    9. @Miria:
      So langsam frage ich mich, ob du meinen Text überhaupt gelesen hast...

      Okay, sry.

      Ich war durchaus einigermaßen über deine Formulierung "Es geht meiner Ansicht nach auch darum.." irritiert. Ich persönlich würde da die indirekte Rede verwenden und habe es vielleicht deshalb nicht als eine Wiedergabe des Schruppschen Standpunktes erfasst. Ich habe ja auch eigentlich letztlich nachgefragt, ob du das tatsächlich so meinst.

      Mein Fokus war auch weniger, ob nun die Sexarbeiterin tatsächlich einen negativen Einfluß auf den Freier hat oder nicht, sondern darauf, ob es _grundsätzlich_ ein legitimer Begriff für "Gemeinwohl" wäre, ein Begriff, der einen Anspruch der Allgemeinheit auf die konkrete Ausgestaltung der intimen Verhältnisse der Bürger rechtfertigt. Ich halte das nicht für einen legitimen Begriff von "Gemeinwohl". Nach meiner Auffassung ist jeder erwachsene Mensch selbst verantwortlich dafür, "nicht sittlich zu verderben". Selbst wenn die Sexarbeiterin einen schädlichen Einfluß auf das Frauenbild des Freiers hätte wäre dieser immer noch selbst verantwortlich für sein Frauenbild.

      Ich halte es für eine gefährliche Tür, die man da aufmacht.

      Hier hängst du dich an einzelnen Worten auf und bei mir ignorierst du ganze Textabschnitte - passt irgendwie nicht zusammen.

      Sie verwendet die Worte "nicht Automatisch", und bringt damit zum Ausdruck, dass ein Verbot im Interesse des "Gemeinwohles" nicht grundsätzlich zu verwerfen sei. Ich sehe nicht, dass ich da was ignoriert hätte oder dass ich mich an einzelnen Worten aufhänge. Wo spricht sie sich denn ausdrücklich gegen ein Verbot aus? Sie sagt, es sei legitim mit unnützen Dingen Geld zu verdienen. Andererseits hat sie aber zuvor herausgearbeitet, dass sie Sexarbeit als nicht unhäufig dem "Guten Leben aller" abträglich erachtet. Prompt greift ihre exponierte Netwerkkollegin (Frau Praetorius ist da nicht irgendwer) jubelnd die in ihrem Text entwickelten Gedanken auf und postuliert, dass nach ihrer Auffassung auch Sexarbeit einen "care-Check" bestehen müsse, um erlaubt zu werden. Sie bemüht einen Vergleich zu Umweltauflagen und Waffenhandel.

      Von Frau Schrupp gibt es dazu keinen Widerspruch. Ich sehe also nicht, dass sie sich gegen ein Verbot positioniert, sonst würde sie doch Einwände gegen eine derartige Vereinnahmung ihres Textes erheben, oder nicht?

      Und intime Beziehungen sind immer Gesetzen und Regelungen unterworfen. Oder wie siehst du beispielsweise das Verbot von Inzest?

      Wir hatten in den 1970ern eine Abkehr von der Vorstellung, dass es sowas wie ein "sittliches Gemeinwohl" geben darf, welches der Staat vertreten darf. Man muss sich also ziemlich was einfallen lassen um Geschwistern zu verbieten, miteinander Sex zu haben. Das geht eigentlich nur, wenn man sich auf Grundrechte der beteiligten Individuen beruft.

      Das halte ich für einen großen menschenrechtlichen Fortschritt, der allerdings verteidigt werden muss. Und leider gewinne ich den Eindruck, dass Frau Schrupps Netzwerk gegen diesen Fortschritt arbeitet.

      Und gerade Prostitution ist nunmal nicht nur eine intime Beziehung, sondern eben auch vor allem eine Geschäftsbeziehung. Und diese werden immer häufiger auch moralischer Überprüfung unterworfen.

      Man darf natürlich Sexarbeit moralisch fragwürdig finden. Allerdings finde ich Überlegungen, die auf eine Restaurierung eines "sittlichen Gemeinwohles" hinauslaufen selbst hochgradig fragwürdig. Dass man "Sitte" jetzt "Reproduktion patriarchaaler Verhältnisse" nennt ändert in meinen Augen nichts daran. Ich halte es nicht für legitim, Sexarbeit zu verdammen weil sie gesellschaftspolitische Ziele unterminiere.

      Gruß, Nick

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  2. "Wenn Sexarbeit dabei hilft, männliches Dominanzgebaren aufrecht zu erhalten, dann handelt es sich dabei nicht Care, denn es beeinflusst die Geschlechterbeziehungen negativ."

    Schrupp präsentiert sich wieder einmal als Experte der Psychologie bzw. Soziologie, wenn sie "die Geschlechterbeziehungen" (was ist das genau? betrifft das die ganze Bevölkerung? oder den Bekanntenkreis von Schrupp?) von Lernprozessen beeinflußt sieht, die Männer bei der Inanspruchnahme sexueller Dienstleistungen durchlaufen. Hatten diese Männer schon vorher ein Dominanzgebaren und toben es lieber hinter verschlossenen Türen aus? oder hatten sie vorher keines und erschrecken fürderhin alle Frauen in Reichweite?

    Schrupp postuliert da mal so eben nebenbei komplexe soziale Zusammenhänge, die alles andere als plausibel zunächst unbewiesen sind. Übrigens wenn das Dominanzgebaren NUR aufrecht erhalten erhalten wird, ändert sich nichts und davon können die Geschlechterbeziehungen nicht negativ beeinflußt werden. Das war jetzt Erbsenzählerei, aber diese Unsauberkeit ist symptomatisch für die Qualität der Schruppschen Argumentationen. Mit ihren weitgehend erfundenen sozialen Theorien erzählt sie ihren Anhängerinnen, was diese gerne hören wollen, was man natürlich als eine spezielle Form von Care-Arbeit ansehen kann ...


    "Ein Mann, der sich gegen Geld sexuell befriedigen lässt, hat nicht nur Sex gekauft, sondern im Rahmen der herrschenden symbolischen Ordnung auch seine Männlichkeit bestätigt."

    Die "symbolische Ordnung" ist nach meinem Eindruck Schrupps Synonym für das Patriarchat. Sie hat mMn den von Lacan stammenden Begriff komplett falsch verstanden. Natürlich so, daß sie das Dogma der Gender Studies, es gäbe eine "Geschlechterhierarchie", versteckt hinter einem unverständlichen Begriff bestätigt.

    Statt der Bezeichnung "Ordnung" in symbolische Ordnung hätte man besser die Bezeichnung "Dimension" verwendet. Die Wikipedia definiert "symbolische Ordnung" als Synonym zu "Das Symbolische", und das ist nach Auffassung von Lacan die dritte Dimension einer Psyche (bzw. eines Bewußtseins) neben dem Imaginären und dem Realen.

    In der symbolischen Dimension der Psyche ist nichts geordnet, es geht dort "nicht um eine Ordnung, die zu respektieren oder zu befolgen wäre, noch weniger um ein Ideal, dem man entsprechen müsste, und es geht auch nicht um eine Harmonie."

    Hinzu kommt dann noch, daß die symbolische Dimension sozusagen nur innen in der Psyche eines Menschen vorzufinden ist, sie ist keine gesellschaftliche Dimension oder Wirkstruktur, was Schrupp mit Begriffen wie "herrschende symbolische Ordnung" suggeriert.

    Ich bin jetzt kein Lacan-Experte, wenn hier welche mitlesen, wäre interessant, Meinungen dazu zu hören. Jedenfalls basieren mMn die Spekulationen von Schrupp über die Auswirkungen von Sexarbeit und deren ehtische Bewertung aus falschen Annahmen und Begiffen.

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    1. @mtm:

      "Schrupp präsentiert sich wieder einmal als Experte der Psychologie bzw. Soziologie, wenn sie "die Geschlechterbeziehungen" (was ist das genau? betrifft das die ganze Bevölkerung? oder den Bekanntenkreis von Schrupp?) von Lernprozessen beeinflußt sieht, die Männer bei der Inanspruchnahme sexueller Dienstleistungen durchlaufen."

      Ich würde das durchaus so verstehen, dass sie natürlich die allgemeinen Beziehungen (müssen nicht zwangsläufig sexueller Natur sein) zwischen Mann und Frau negativ beeinflusst sieht. Nicht nur auf ihren Bekanntenkreis bezogen.

      "Hatten diese Männer schon vorher ein Dominanzgebaren und toben es lieber hinter verschlossenen Türen aus? oder hatten sie vorher keines und erschrecken fürderhin alle Frauen in Reichweite?"

      Nach meinem Verständnis gibt es das bei den Männern, aber sie zeigen es wohl eher nicht, da das bei Frauen nicht gut ankommt. Die heutige Frau hat dem Mann dieses in ihm schlummernde Dominanzgebaren abbringen. Problematisch wird es dann, wenn dort eine Sexarbeiterin ist, die diesem Man die Möglichkeit gibt, sein Dominanzgebaren ihr gegenüber auszuleben. Ein Problem, dass von vielen Feministinnen gesehen wird, aber meiner Meinung nach Quatsch ist, ist es dann, dass der Mann davon ausgeht, dieses Verhalten sich außerhalb der bezahlten Beziehung ausleben zu können. Darin sieht Schrupp meiner Meinung nach die Gefahr, dass die Beziehungen negativ Beeinflussung werden können.

      "Die "symbolische Ordnung" ist nach meinem Eindruck Schrupps Synonym für das Patriarchat."

      Ja, so habe ich das im Textzusammenhang auch verstanden.
      Zu deinem restlichen Kommentar kann ich leider nicht viel sagen, da ich mich selbst nicht ausführlich mit Lacan auseinandergesetzt habe, aber vielleicht findet sich ja dafür jemand anders.

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  3. "Ja, so habe ich das im Textzusammenhang auch verstanden."

    Ist auch kaum anders möglich und mMn von Schrupp so beabsichtigt.

    "...da ich mich selbst nicht ausführlich mit Lacan auseinandergesetzt habe,"

    Genau darauf spekuliert Schrupp nach meinem Eindruck: sie verwendet einen Begriff, den kaum jemand genau kennt, der eher vage definiert ist, der eigentlich aus der Psychologie stammt und der einen Aspekt der mentalen Struktur von Menschen beschreiben soll, der also grundsätzlich deskriptiv ist. Diesen Begriff verwendet sie als soziologischen Begriff, der eine angebliche normative Wirkstruktur innerhalb der Gesellschaft beschreibt und den sie natürlich nicht explizit definiert, stattdessen setzt sie auf ein intuitives Verständnis. Dabei hilft ihr, daß das unglücklich gewählte Wort "Ordnung" vage an Macht und präskritive Normen suggeriert.

    Das ganze ist ein dreister Überrumpelungstrick: In der Psychologie ist der Begriff eventuell wissenschaftlich allgemein anerkannt, diese Wissenschaftlichkeit will sie auf ihre private, nur suggerierte Bedeutung übertragen und jeden einschüchtern, der eventuell die damit aufgestellte soziale Theorie hinterfragt. Erinnert mich an des Kaisers neue Kleider. Besser gesagt der Kaiserin neue Begriffe.

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  4. Ich finde auch, dass gesellschaftsweit die Auffassung vorherrscht, eine Frau, die für Sex zahlt, habe irgendwie ein Problem mit "ihrer Weiblichkeit". Warum? Du vertrittst das oben ja leztlich auch, wenn Du schreibst "Und ein weiterer Punkt ist, dass die meisten Frauen es weniger nötig haben für körperliche Zuneigung und Sex zu bezahlen, da sie es oft einfacher als Männer umsonst bekommen."

    Bedeutet: Eine Frau, die für Sex bezahlt, muss dafür bezahlen, weil sie irgendwie "unweiblich" ist, weil sie kriegt es ja sonst "umsonst". Das finde ich schon sehr deutlich. Dabei kann es doch auch schlicht sein, dass sie eben speziell für diesen Sex, diese Art Sex bezahlt oder für speziell diesen Mann. Klar, die meisten Frauen können schon irgendeinen Aufriss an der Bar machen. Männer ja durchaus auch. Aber die Frage ist dann immer, ob das die Art von Sex oder auch Zuneigung ist, die sich gerade vorstellen. Der Aufriss an der Bar ist "die Katze im Sack", der bezahlte "Aufriss" dann dagegen eine halbwegs sichere Sache.

    Insofern, leider, zeigst Du mit diesem Abschnitt deines Artikels, dass Frau Schrupp, was das betrifft recht hat.

    Margret

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