Dienstag, 9. Februar 2016

Carnival Venezia

Wir laufen durch die engen Gassen von Venedig. Mal mit vielen Menschen in belebten Einkaufsstraßen, mal fast allein auf unscheinbaren Wegen.
Und da sehe ich dieses kleine Geschäft mit dem vielen Masken in dem ein alter Mann am Tisch sitzt und gerade eine Maske bemalt. Nach genau sowas habe ich gesucht: Ich möchte eine original venezianische Maske dort erstehen, wo ich auch sehen kann wie sie hergestellt wird. Wir gehen also in das Geschäft und ich frage den Herrn, ob er die Masken komplett von Beginn an selbst macht.
Er zeigt mir verschiedene Formen, mit denen zunächst eine Grundform aus Pappmache erstellt wird. Anschließend werden diese Masken in verschiedenen Stilen bemalt.

Ich betrachte die Masken an der Wand und auf den Regalen: große, kleine manche wirken filigran verspielt, andere eher grob, manche schlicht, andere mit viel Federschmuck. Zwei Masken gefallen mir gut - so gut, dass ich mich fast nicht entscheiden kann. So gehe ich mit den beiden Masken zum Inhaber und frage ihn danach, welche er besser zu mir passend findet, dann fängt er an zu erzählen:

"Die Entscheidung kann dir keiner abnehmen. Du ganz allein musst deine Maske für dich finden. Du musst spüren, wenn du deine Maske gefunden hast.
Die Maske ist ein zweites Gesicht und die muss daher zu dir passen.
Wenn du dich beispielsweise auf die Empfehlung deines Freundes verlässt, verbindest du dir Maske immer mit ihm und wenn man sich dann trennt, kann man sich auch nicht mehr mit der Maske gut fühlen.

Kennt ihr eigentlich die Geschichte des Karnevals in Venedig? Früher als hier noch eine strenge Hierarchie und Trennung der Stände herrsche, hatten an Karneval die Menschen mit den Masken die Möglichkeit sich entgegen der herrschenden Hierarchie zu verhalten. Jeder konnte sein, wer er wollte. Eine Frau konnte als Mann an die Öffentlichkeit und die Armen hatten die Möglichkeit, den Adel zu verspotten ohne bestraft zu werden.
Es konnten wildeste Bälle bis hin zu Orgien gefeiert werden, ohne dass jemand an Ansehen verlor. Dem zu Karneval trug jeder seine Maske sein zweites Gesicht. "

Ich betrachtete mich mit den beiden Masken im Spiegel und kaufte schließlich die, mit der ich mich wohler fühlte.
Noch heute werden zur Karnevslszeit in Venedigs Palästen große Maskenbälle in traditionellen venezianischen Gewändern gefeiert. Dieses Jahr habe ich das leider nicht in meine zeitliche Planung bekommen, aber ich hoffe nächstes Jahr einen dieser prunkvollen Bälle zu besuchen.
Bis dahin versuche ich mir ein passendes venezianisches Ballkleid zu nähen. Hier noch ein paar Eindrücke vom diesjährigen Karneval: 





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