Samstag, 9. Januar 2016

Die Welt war noch nie ein Paradies!

Übertreiben, vermischen, beschuldigen, vermuten, lügen, instrumentalisieren,dramatisieren...
Seit Silvester wird fast überall über die Vorwürfe in Köln und anderen Städten berichtet (wobei Köln wohl Auslöser war für die Berichterstattung).
Zunächst finde ich es sehr problematisch, dass von verschiedenen Richtungen diese Taten für die eigenen Zwecke mißbraucht werden, da sie gut in die eigene Ideologie passen! Hier ist es für mich völlig irrelevant, ob es Rechte sind, die dadurch, dass die Täter Ausländer sind, ihre Theorie vom kriminellen Ausländer bestätigt sehen, oder radikale Feministinnen, die sich sofort auf die kriminelle Energie aller Männer berufen.
Warum kann man nicht einfach mal die Tatsachen sehen, statt bestimmte Gruppen in Sippenhaft nehmen zu wollen?
In diesem Fall bzw. Fällen waren die Täter nunmal Ausländer und ja natürlich gibt es auch sexuelle Belästigungen bei anderen Veranstaltungen und durch deutsche Männer! Aber was bitteschön bezweckt man damit, dass man jetzt falsche Zahlen bezüglich Vergewaltigungen auf dem Oktoberfest in Umlauf bringt und immernoch wiederholt? Ich finde ein solches Verhalten widerlich!

Als ich das erste mal von den Vorfällen in Köln gelesen habe (müsste so zweiter oder dritter Jänner gewesen sein), gab es ca. 80 Anzeigen, davon 15 mit sexuellem Hintergrund. Diese Anzeigen wurden aber nun von Tag zu Tag mehr, da sich Betroffene durch die Berichterstattung und auch den Aufruf von der Polizei ermutigt sehen, dich zu melden.
Viele Anzeigen, die bis zum heutigen Tag eingegangen sind, wären ohne die Berichterstattung niemals gestellt worden. An diesen ersten Zahlen, die ich schreibe sieht man auch, dass die Mehrheit der Taten eher nicht sexueller Natur war.
Die Gruppen, die immer wieder als Täter angesprochen werden, treiben bereits seit einiger Zeit ihr Unwesen in Köln und die Masche ist der Polizei bekannt. Um das zu erfahren, muss man nur mal den Kölner Stadtanzeiger der letzten Monate lesen, wo immer wieder von ähnlichen Vorfällen berichtet wird.
Diese Männer kesseln ihr Opfer ein, um es in der Menge von außen abzuschirmen und zu bestehlen. Häufig wird dabei das Opfer unangenehm berührt, um es vom eigentlichen Diebstahl abzulenken. Die Täter in diesem Fall werden immer als nordafrikanisch oder arabisch beschrieben. Die Opfer sind und waren auch an Silvester übrigens sowohl Männer als auch Frauen, was auch gerne unterschlagen wird.
Es wundert mich doch sehr, dass seit Monaten ausländische Gruppen von Trick- und Taschendieben in einer deutschen Großstadt ihr Unwesen treiben können und es bisher nicht zu Verurteilungen gekommen ist.

Einige werden sich jetzt fragen, warum ich nur von Trick- und Taschendieben rede, wenn doch in verschiedensten Berichten von einer hohen Gewaltbereitschaft bis hin zum in Kauf nehmen von Toten berichtet wird - teilweise werden Polizisten so zitiert. Weil hier eben unterschiedliche Taten miteinander vermischt werden, die unabhängig voneinander waren. Genau das ist ja das Problematische an vielen Berichten: Vermischung und Dramatisierung. Taten, die tatsächlich gefährlich waren und zu körperlichen Verletzungen führen bzw. führten (da habe ich keine genauen Fakten zu) war das anzünden und in die Menge werfen von Feuerwerkskörpern. Etwas, das in jeder Großstadt zu Silvester von ein paar betrunkenen Idioten gemacht wird, hier aber wohl im großen Maße und auch in Richtung der Polizei.
Dies nun mit den zuvor genannten Trickdiebstählen zu vermischen wird der Sache sicher nicht gerecht, hilft aber beim Dramatisieren.
Die dritten Taten waren dann noch sexuelle Belästigungen und Nötigung, bei denen es tatsächlich nicht um den Diebstahl ging. Da werden jetzt aber vermutlich auch die Anzeigen in die Höhe schnellen, da viele sich durch die Berichterstattung ermutigt sehen jeden noch so lächerliche Berührung nun anzuzeigen. Gefundenes Fressen für die Medien, die das dann schon gemeinsam mit einer geschehen Vergewaltigung in einen Topf schmeißen können und nun ein Bild kreieren, dass die Bevölkerung verängstigt... und wer weiß vielleicht wird aus einer Vergewaltigung und dreißig Grapschern mit Hilfe so "seriöser" Quellen wie Twitter ja plötzlich dreißig Vergewaltigungen.
So wurden ja auch aus einer Menge von tausend Personen auf dem Domplatz plötzlich tausend Täter. Was dann auch noch im Ausland von Medien übernommen wurde.

Meine Erlebnisse an Silvester:
Wie ich in meinem letzten Bericht schon erzählt habe, war ich Silvester alleine unterwegs auf Reeperbahn und großer Freiheit in Hamburg. Eine Stelle, die auch immer im Zusammenhang mit den Vorfällen genannt wird, es gibt inzwischen ungefähr 50 Anzeigen bei der Hamburger Polizei für diese Nacht.
Und auch ich habe betrunkene Männer erlebt die mich blöde angequatscht haben oder eine zeitlang neben mir herliefen bis ich laut und bestimmt "Go away!"gesagt habe.
Mit sowas hatte ich gerechnet, betrunkene Personen werden eben manchmal aufdringlich, völlig unabhängig vom Geschlecht. Man muss dieser dann nur selbstbewußt in die Schranken weisen und gut ist.

Als ich im Nachhinein vom Vorgehen zuvor genannter Trickdiebe gelesen habe, ist mir klau geworden, dass auch ich fast Opfer war. Der Typ, den ich im letzten Post erwähnt habe, der mir unter den Rock gefasst hat, gehörte vermutlich zu der gleichen Art von Dieben.
Ich war inmitten einer Menge von Menschen als der mir unter den Rock fasste und als ich mich umgedreht und ihm deutlich gedroht habe, konnte ich problemlos die Menge verlassen.
Die Umstehenden, die ich damals für seine Freunde gehalten hatte, gehörten vermutlich zu seiner Gruppe. Nach meiner Reaktion sah ich nur überraschte und erstaunte Gesichter. Es wurde eindeutig nicht mit Gegenwehr gerechnet.
Warum haben Umstehende, Türsteher oder Polizei nicht eingegriffen?
Vermutlich, da das Vorgehen der Täter so subtil und unauffällig ist. Gerade in einer großen Menschenmenge fällt das oft nicht auf. Und selbst jemand, der fünf Meter entfernt steht, hätte nichts mitbekommen.

Mitternacht bis kurz vor eins war ich übrigens im Hotelzimmer und habe mir das Feuerwerk aus dem Fenster angesehen. Das war bereits im voraus mein Plan, da ich die Kombination aus Feuerwerkskörpern und Alkohol als ziemlich gefährlich einschätze. Und natürlich wurden immer auch Feuerwerkskörper in die Menge geworfen. Oder eine Rakete fliegt mal versehentlich den Weg entlang statt in den Himmel.
Jedes Jahr an Silvester kommt es dadurch zu Verletzungen. Sehr oft habe ich den Krankenwagen die Reeperbahn entlang fahren sehen, vermutlich nicht öfter als in anderen Jahren...

Waren diese Ereignisse zu Silvester jetzt etwas besonderes, noch nie dagewesenes?
jain: diese Dinge gibt es alle schon lange und besonders bei Massenveranstaltungen wie Karneval und Silvester.
Besonders war die Häufung an einem einzigen Ort. Die dramatisierte Berichterstattung und die darauf folgenden Anzeigen.

Ich werde hier jetzt nicht zig Artikel verlinken, die alle das Thema behandeln, denn ich möchte genau das zuvor kritisierte damit einfach nicht weiter verteilen.
Dieser Artikel allerdings gefällt mir relativ gut (auch wenn ich immernoch einige Schwachstellen sehe), da kommen auch sehr nette und kluge Menschen zu Wort, die ich an Silvester selbst kennenlernen konnte:
http://st.pauli-news.de/schlaglicht/uebergriffe-jetzt-blosskeine-angst-maedels

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