Donnerstag, 3. Dezember 2015

Die wahren Arschlöcher

Ihr kennt die Männer, die sich immer darüber beschweren, dass sie keine Frau abbekommen? Diejenigen, die von sich selbst meinen, sie seien wirklich lieb, nett und aufmerksam, aber die bösen Frauen stehen eben auf Arschlöcher...

Die Männer, die traurig an der Bar zurückbleiben und sich innerlich aufregen, dass sie der hübschen Frau jetzt den ganzen Abend Getränke ausgegeben haben und trotzdem mal wieder nichts läuft!
Diese Männer, die neidvoll, aber auch verächtlich auf die Aufreißer-Typen schauen und die Frauen bemitleiden, die mit diesen den Club verlassen.
Dabei denken sie noch: die Arme! Schon wieder hat einer dieser Arschlöcher es geschafft, der wird vermutlich am nächsten Morgen nicht einmal mehr ihren Namen wissen.

Diese Art Mann gibt dir gerne mal ein Getränk aus, erzählt dir, dass er auf die große Liebe wartet und schneller Sex nichts für ihn ist. Er mag keinen Sex ohne Gefühl und möchte dich kennenlernen.
Wenn du dann nach seinen Schleimereien schon völlig genervt den heißen Typen erblickst, mit dem du vorhin getanzt hast, und dieser dich auch noch erfreut anlächelt, hast du endlich die Gelegenheit, dich zu verabschieden und gehst.

Du weißt genau, der vermeintlich nette Typ will heute Abend das Gleiche wie alle anderen, aber meint so eher ans Ziel kommen zu können.
Während du nun zufrieden mit deinem Tänzer den Club verlässt (er wohnt gleich um die Ecke und muss dir unbedingt seine Bettwäsche zeigen),  denkst du über den ersten: "Was für ein Arschloch!"

Warum die "netten Typen" die wahren Arschlöcher sind, sollte so langsam klar sein.
Sie sind unehrlich, bemitleiden nur sich selbst, verurteilen alle anderen, die das haben, was sie selbst gerne hätten und die Krönung: Sie halten sich tatsächlich für nett und rücksichtsvoll!

Falls du mal an ein solches Exemplar begegnest, versuch ihm klarzumachen, dass er das eigentliche Arschloch ist!
Vielleicht gibt es für den ein oder anderen ja doch noch Hoffnung.


Kommentare:

  1. Der Begriff "Arschloch-Theorie" ist ohnehin grundfalsch. Ich sage immer, man muss das umbenennen in "Abenteurer-Theorie". Was den Frauen an solchen Männern gefällt, ist nicht, dass sie vielleicht manche Merkmale aufweisen, die eigentlich eher unsympathisch sind, sondern vielmehr nehmen sie sie mit nach Hause TROTZ diesen Merkmalen, weil sie halt andere Attribute haben, die anziehend wirken: Selbstsicherheit, Charme, Humor, Sinn für viel Erlebnisfaktor (daher der Begriff "Abenteuer", auch Frauen wollen was Spannendes erleben, am besten mit einem Mann zusammen). Und so punktet der Abenteurer halt. Und sicherlich kommt ihm auch entgegen dass er ehrlich ist. Da hast Du vollkommen recht.

    Ich habe das selber alles nicht so drauf. aber mein Bruder ist spitzenmässig darin ein Abenteurer zu sein, zumal er viel durch die Welt reist (noch viel mehr als ich bereits) und ich verstehe wie es funktioniert.

    So ein "netter Kerl" bin ich aber gottseidank auch nicht. Einfach weil es nicht ehrlich wäre zu behaupten, ich suche einzig und allein nach der wahren Liebe und ein Lügner will ich sicher nicht sein [Es mag jedoch sein, dass es "nette Kerle" gibt, die wirklich das alles ernst meinen. Vielleicht weil sie sich selber die Wahrheit nicht eingestehen wollen oder weil sie wirklich eine naiv-romantische Vorstellung von Liebe haben. Was aber bei mir sicher seit langem nicht (mehr?) der Fall ist]. Nicht dass ich was dagegen hätte, würde ich zufällig auf die grosse Liebe treffen, aber ich bin eben offen für vieles und zudem bin ich mir meinen natürlichen Bedürfnissen sehr gut bewusst.

    Wie man nun meine Kategorie nennen sollte, keine Ahnung, Hab festgestellt, dass ich oft in der "Friendzone" (ohne benefits, lol) lande. Das meine ich aber jetzt nicht unbedingt negativ. Ich weiss es durchaus zu schätzen mit Frauen auch rein platonisch gut zurechtzukommen und von ihnen kann ich ja auch viel hinzulernen für die "Jagd" oder das "Spiel" :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey,

      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Vielleicht hast du recht, was die Bezeichnung Abenteurer angeht, so etwas fasziniert eben.

      Aber ich glaube auch, dass die Bezeichnung Arschloch bei solchen Aufreißer-Typen eher daher kommt, da es immernoch bei einigen als verwerflich gilt, jemanden für eine Nacht zu haben und die Person danach auch gar nicht mehr wiedersehen zu wollen...

      Ich finde übrigens an rein platonischen Freundschaften zwischen Mann und Frau nichts schlechtes und habe diese auch gerne.

      Liebe grüße,
      Miria

      Löschen
  2. miria,

    Du weißt genau, der vermeintlich nette Typ will heute Abend das Gleiche wie alle anderen, aber meint so eher ans Ziel kommen zu können.

    das ist der Kernsatz Deines Artikels. Mit dieser Behauptung steht und fällt Dein ganzes Argument. Aber Du machst nicht den geringsten Ansatz, sie irgendwie zu belegen. Oder ist "Du weißt genau" Deine Vorstellung eines Belegs? Weil doch jeder "genau weiß", daß alle Männer so sind?

    Zumal es ja auch absolut nicht plausibel ist:

    Wenn dieser "vermeintlich nette Typ" tatsächlich nur das Ziel hat, für heute Abend was zum Ficken aufzureißen, und sein Nett-Sein, sein Langsam-Machen, sein Erstmal-Kennenlernen-Wollen einfach nur eine Masche, der Versuch eines Alleinstellungsmerkmals, nur Show sind, er aber wieder und wieder sieht, daß die Frauen, für die er sich interessiert, am Ende doch mit den Arschlöchern nach Hause gehen, dann wäre er doch ein ausgemachter Vollidiot, weiter diese Nummer durchzuziehen, statt das zu tun, was beobachtbar besser funktioniert.

    Wenn er aber wirklich so fühlt, wenn das tatsächlich sein wahres Ich ist, dann ist es mit Sicherheit besser (wenn auch frustrierend) für ihn, Frauen, die ihn --wie Du es ja kaum verhohlen klar machst-- für seine Art verachten, möglichst gleich auszusortieren. Denn sonst müßte er sich am Ende eine ganze Beziehung lang ständig tatsächlich verstellen, ewig ein Bild aufrechterhalten, das ihm gar nicht entspricht, um ja nicht auch nur für eine Sekunde von ihr als nerviger, uncooler Schleimer "enttarnt" zu werden.

    Der erste Fall ist dämlich, der zweite vielleicht traurig. Aber in beiden Fällen ist nicht er das "eigentliche Arschloch" in der Situation...

    B20

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Volle Zustimmung zu Deinem Kommentar. Allerdings: Es gibt natürlich sicherlich schon den Typen, der denkt, er käme mit der Masche „netter Typ“ schneller ins Bett. Ob dieser aber die Mehrheit der „netter Typ“-Typen stellt, wage ich zu bezweifeln.

      Löschen
    2. @Bombe 20:
      "Du weißt genau, der vermeintlich nette Typ will heute Abend das Gleiche wie alle anderen, aber meint so eher ans Ziel kommen zu können.

      das ist der Kernsatz Deines Artikels. Mit dieser Behauptung steht und fällt Dein ganzes Argument. Aber Du machst nicht den geringsten Ansatz, sie irgendwie zu belegen. Oder ist "Du weißt genau" Deine Vorstellung eines Belegs? Weil doch jeder "genau weiß", daß alle Männer so sind?"

      Ich habe nirgendwo geschrieben, dass alle Männer so sind! Mir geht es eben in diesem Artikel um eine ganz bestimmte Art von Männern und genau die habe ich versucht zu beschreiben.
      Ich bin im Leben schon vielen dieser netter Typ Arschlöchern begegnet daher dachte ich, dass es Zeit wird auch mal darüber zu sprechen.

      "Wenn er aber wirklich so fühlt, wenn das tatsächlich sein wahres Ich ist, dann ist es mit Sicherheit besser (wenn auch frustrierend) für ihn, Frauen, die ihn --wie Du es ja kaum verhohlen klar machst-- für seine Art verachten, möglichst gleich auszusortieren."

      Du musst in meinem Artikel auch den Gesamtzusammenhang sehen. Es geht nicht um diejenigen, denen schneller Sex tatsächlich zu banal ist, diejenigen würden sich ja auch nicht darüber aufregen, dass die Frau mit dem Aufreißer den Club verlässt statt neu im zu bleiben. Nein, die wären nicht neidisch auf das, was dieser Typ hat, weil sie selbst das ja gar nicht haben wollen!

      Mir geht es hier wirklich um die, die der Meinung sind, sie wären besser für die Frau, weil sie lieb und nett sind, dann aber neidisch auf die anderen...

      "Sein, sein Langsam-Machen, sein Erstmal-Kennenlernen-Wollen einfach nur eine Masche, der Versuch eines Alleinstellungsmerkmals, nur Show sind, er aber wieder und wieder sieht, daß die Frauen, für die er sich interessiert, am Ende doch mit den Arschlöchern nach Hause gehen, dann wäre er doch ein ausgemachter Vollidiot, weiter diese Nummer durchzuziehen, statt das zu tun, was beobachtbar besser funktioniert."

      Das glaube ich nicht mal. Ich denke nicht, dass er so skrupellos denkt. Ich glaube wirklich, dass er der Meinung ist, dass er mit seinem Verhalten den Frauen einen Gefallen tut. Er möchte sie eben nicht schlecht behandeln. (Zumindest macht er sich das selbst vor)

      Ich hoffe es ist jetzt etwas klarer geworden wie ich das meine :)

      Liebe Grüße,
      Miria

      Löschen
    3. miria,

      ich habe gerade etwas viel um die Ohren, deshalb keine detaillierte Antwort:
      Gut, Du sprichst also nicht über alle Männer. Andererseits behauptest Du, diejenigen, die Du meinst, wüßten selbst nicht unbedingt, daß sie so sind, Du könntest das aber oft erkennen. Also muß sich doch weiterhin jeder "nette" Mann angesprochen fühlen, zumindest, bis er persönlich von Dir "geprüft" worden ist.


      Mir sind bei dieser Diskussion aber noch zwei Geschichten/Gedankenexperimente eingefallen:

      1. Nach langem Sparen geht Alice in ein Schuhgeschäft. Dort entdeckt sie das perfekte, wenn auch nicht ganz billige, Paar Schuhe: Einzelstücke, wunderschön, genau ihre Größe, aus Bio-Leder, fair hergestellt und gehandelt und sie passen exakt zu dem Kleidungsstil, den sie schon seit einigen Jahren pflegt. Aber beim Anprobieren folgt die Ernüchterung: Vorne viel zu eng, hinten zu weit, keine Chance, daß die je passen werden.

      Gerade, als sie sie enttäuscht wieder ins Regal stellt, kommt eine offensichtlich neureiche Tussi um die Ecke, die in einer Tour die Verkäuferin vollplappert: Sie ginge ja nächste Woche auf den Sportpresseball, ganz toll, da bräuchte sie natürlich neue Schuhe. Sie geht an den ausgestellten Stücken vorbei und greift eher wahllos genau Alices Traumpaar, "Die sind ganz süß!", probiert sie kurz an und stolziert dann damit zur Kasse.

      Was wird Alice jetzt eher denken?
      a. "Tja, schade, daß sie mir nicht gepaßt haben. Aber diese Frau wird bestimmt viel Freude mit den Schuhen haben. Und dann geht sie damit sogar auf einen großen Promi-Ball! Vielleicht sind die Schuhe dann sogar im Fernsehen zu sehen, das wäre ja eine super Werbung für den Designer und das Fair-Trade-Konzept."

      b. "Klar, dieser dummen Kuh passen die natürlich, diesem Typ Tussi paßt doch alles. Dabei hat die sie nicht mal richtig angeschaut und faire Herstellungsbedingungen sind ihr garantiert auch egal. Jetzt zieht sie die Schuhe einmal zu diesem blöden Ball an und dann werden die im Schrank verstauben, bis sie beim nächsten Ausmisten in der Altkleidersammlung landen. Und ich mußte so lange sparen und finde dann doch nichts, was schön ist und paßt. Blöde Welt."


      2. Bob bekommt einen Anruf von Dave, einem Bekannten eines Bekannten: "Bob, Du kennst Dich doch gut mit Computern aus. Ich habe da ein Problem, würdest Du mir vielleicht dabei helfen?" Bob geht also gleich bei Dave vorbei, weit ist es ja nicht. Als er dort ankommt, steht ein MacBook auf dem Tisch, aber Dave sagt: "Du warst so nett, extra vorbeizukommen und ich will nicht unhöflich sein, also lade ich Dich erstmal zum Essen ein."

      Sie gehen also in ein nahegelegenes Restaurant, wo Dave während des Essens sein Computerproblem ausführlich erklärt, irgendwas mit dem neuesten Update von OS X. Nachdem Dave das leckere 3-Gänge-Menü bezahlt hat, kehren sie in seine Wohnung zurück, wo er auf das MacBook zeigt: "Ich habe Dir mein Problem ja erklärt. Das da ist das Sorgenkind. Hast Du eine Idee?"
      Daraufhin zuckt Bob mit den Schultern, "Also, von Apple-Kram habe ich gar keine Ahnung", und geht. "Aber Danke für das Essen!"

      Ist irgendetwas an Bobs Handeln moralisch zu beanstanden?

      B20

      Löschen
  3. Miria, wie kannst du erkennen, ob der betreffende Mann es ernst meint oder nur eine Masche durchzieht? Und warum sollte es jemanden, der die grosse Liebe sucht, nicht frustrieren, wenn seine Angebetete schnellen Sex mit einem "Arschloch" bevorzugt?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wenn ich in dem Moment diejenige bin, auf die er es abgesehen hat, kann ich das meist nicht. Aber als Außenstehende habe ich solches Verhalten schon oft mitbekommen.

      Löschen
    2. "Und warum sollte es jemanden, der die grosse Liebe sucht, nicht frustrieren, wenn seine Angebetete schnellen Sex mit einem "Arschloch" bevorzugt?"

      Weil man ja nach einer Stunde Gespräch auch schon weiß, dass es dir große Liebe ist...

      Löschen
  4. Ich will nicht an deiner Wahrnehmung zweifeln. Aber die Frage stellt sich durchaus. Woher weißt du, dass der Typ genauso nur schnellen Sex will und einfach nur unehrlich ist? Ich bezweifle nicht, dass es solche Typen gibt. Nur ob das wirklich die Meisten sind kann ich nicht so recht glauben.

    Ich war auch mal einer von der Sorte. So einer, mit der kitschig-romantischen Vorstellung von der großen Liebe im Kopf. Einer, der gerne erst ein paar Dates gehabt hätte bevor es zum Sex kommt. Hat nicht geklappt; wurde wohl für einen unehrlichen Schleimer gehalten. ;-) Tja, nun…

    Zu behaupten ich hätte einen ONS abgelehnt währe in der Tat gelogen. Nur war das damals nicht mein Ziel. Ich konnte tatsächlich nicht verstehen warum Frauen sich auf offensichtliche Arschlöcher einlassen um sich anschließend zu beschweren, dass die nicht mehr anrufen. Und ja, ich fand es tatsächlich frustrierend, dass ich, obwohl ich vermeintlich alles richtig gemacht hatte, einfach kaum Chancen bekam.

    Dieses Bild, dass Frauen *alle* auf der Suche nach dem einen Richtigen sind wird genau durch so ein Verhalten wie auch durch Film und Fernsehen erst richtig befeuert.

    Die Erkenntnis, dass Frauen durchaus ebenfalls auf der Suche nach schnellem Sex sein könnten wird nicht oder kaum transportiert; und wenn, dann in ein verwerfliches Gesamtbild gepackt. Aber natürlich ist das so. Einfach weil Sex Spaß macht – auch Frauen.

    Letztendlich kollidiert hier das Bild vom braven katholischen Landmädchen mit der Realität. Die Tatsache, dass Frauen im Schnitt sexuell betrachtet keinen Deut besser oder schlechter sind passt halt einfach nicht neben die Ansicht, dass es nur Männer wären, die nur das Eine wollen.

    Und damit schließt sich der Kreis. Wer‘s begriffen hat wird "ehrlich", hat Sex und wird dafür von denen, die es noch nicht begriffen haben zum Arschloch erklärt.

    Davon abgesehen bedeutet ein ONS weder, dass danach eine Beziehung entstehen muss, noch, dass man sich nicht mehr kennt. Das Eine hat mit dem Anderen einfach nix zu tun.

    AntwortenLöschen
  5. @Miria: Danke für Deine Antwort!

    >da es immernoch bei einigen als verwerflich gilt, jemanden für eine Nacht zu haben und die Person danach auch gar nicht mehr wiedersehen zu wollen

    Ich finde das nicht verwerflich, solange es für beide im Vorfeld okay ist. Aber für mich persönlich wäre das nichts. Außer vielleicht wenn es sexuell, aus welchen Gründen auch immer, einfach nicht zusammen passt. Dann braucht es wohl echt kein zweites Mal mehr ;-)

    Aber an sich will ich eine heiße Frau mehrmals haben und nicht nur einmal. Und ich will auch nicht nur Sex im eigentlichen Sinne, sondern auch im allgemeineren Sinne Körperliche Nähe (bspw. das Kuscheln danach), das Gefühl als Person angenommen zu sein, emotionale Nähe… was nicht bedeutet dass ich unbedingt gleich eine Beziehung möchte (jedenfalls nicht i.d.S. dass man zusammen wohnt, ich brauche viel Freiraum ;) ) Aber ein Lebewohl nach dem Sex würde mich traurig stimmen. Dich also nicht unbedingt?

    AntwortenLöschen