Sonntag, 4. Oktober 2015

Sexarbeit - Erlebnisbericht

20:30 Treffen am Bahnhof (ich hatte darum gebeten, sich am einem Ort zu treffen, der einfach zu finden ist, da ich die Stadt nicht kenne). Mir gegenüber steht ein Mann Mitte dreißig, den ich als durchaus attraktiv empfinde. Er scheint ein wenig kleiner zu sein als ich, aber hat ein tolles Lächeln.
Anschließend geht es für ein gemütliches Kennenlernen in eine Pizzeria. Wir unterhalten uns über unsere Berufe, Beziehungen und den Bezug zur Sexarbeit. Ich erfahre, dass mein Date ein eigenes kleines Unternehmen hat, da er eine sehr sinnvolle Erfindung gemacht hat und diese nun vertreibt. Außerdem ist er für einen großen Konzern tätig und muss Entscheidungen treffen, wodurch er nicht immer nur Freunde findet.
Ich erzähle von meiner Tätigkeit als Tischlerin und meinem geplanten Gesellenstück. Außerdem über mein Buchprojekt.
Beim Thema Sexarbeit bemerkt er, dass er das Thema sehr entspannt sieht, und gibt zu, selbst für kurze Zeit als Callboy gearbeitet zu haben. Aber sobald so etwas ans Tageslicht kommt wird es schwierig und so hat er aus Furcht entdeckt zu werden und auch aus zeitlichen Gründen wieder aufgehört.
Und zum ersten mal erzähle ich von meinen Beweggründen, der Neugier und das Prüfen von feministischen Vorurteilen. Er ist mir sehr sympathisch und das Gespräch ziemlich locker, er versteht mich. Er erzählt, dass er nach dem Militärdienst aus dem gleichen Grund für drei Monate in den Krieg ging. Als ausgebildeter Scharfschütze wollte er wissen, wie der Krieg ist und wie es ist, einem Menschen in den Kopf zu schießen. Im Krieg war es teilweise knapp und er hat auch einen Kameraden verloren, aber es war die Erfahrung wert.
Ich kann ihn verstehen.
Nach dem Abendessen fahren wir zu ihm. Wir gehen zunächst ins Wohnzimmer, wo einige Dokumente von der Arbeit am Boden liegen. Irgendwelche Listen. "Das ist wichtig, bring mir die bitte nicht durcheinander." Ok, wenn er meint.
Ich ziehe meine Schuhe aus und setze mich auf sein Sofa, er setzt sich zu mir. Wir unterhalten uns noch eine Weile, kommen uns näher und schließlich küsst er mich. Ich erwidere den Kuss, lächel in am und frage: "Hast du auch ein Bett?" "Natürlich." "Dann sollten wir vielleicht dorthin gehen." Als Antwort nimmt er mich an der Hand und führt mich ins Schlafzimmer.
Wir haben eine Menge Spaß und müssen sogar wirklich oft Lachen.
Später als ich im Wohnzimmer meine Schuhe anziehe und er an der Tür wartet rufe ich hinüber:"Ich bringe jetzt all deine Listen durcheinander." Seine Antwort als ich zur Tür komme:"Das würde ich lieber lassen.  Denk dran, ich kann ziemlich gut zielen!" kombiniert mit einem verschmitzten Grinsen.  Dann fahren wir zurück zum Bahnhof.

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