Samstag, 25. April 2015

Ich und die Sexarbeit

Wie bereits in meinem letzten Kurzpost angekündigt, habe ich das mal ausprobiert mit der Sexarbeit.
In erster Linie mache ich das wohl aus Neugier, ich bin ein unglaublich neugieriger Mensch. Und ich bin außerdem ein unglaublich misstrauischer Mensch, d.h. ich glaube ungerne, was ich irgendwo in den Medien höre, sondern mache mir lieber selbst ein Bild.

Bei der Sexarbeit interessieren mich in erster Linie folgende Fragen :
- was sind das für Männer, die für Sex bezahlen? Also Alter, Beruf, Single oder vergeben etc.
- wie viel sind Männer bereit für Sex auszugeben?
- was erwarten Männer, wenn sie für Sex bezahlen? Die 08/15 Nummer oder eher perverse Extras?

Natürlich ist mein Versuch jetzt nicht wie eine professionelle Studie aufgebaut, sondern es ist ein persönlicher Versuch mit persönlichen Erfahrungen und es ist immernoch möglich, dass jemand anders ganz andere Erfahrungen machen würde.
Bisher haben die Antworten auf meineobigen Fragen mich eher erstaunt, da sie ziemlich dem Gegenteil entsprechen als das gerne in den Medien dargestellte Vorurteil über die Kunden von Sexarbeitern.
Die meisten Männer, die mich kontaktieren sind zwischen 25 und 45 Jahre alt, durchaus attraktiv und sehr nett und freundlich. Und es ist überhaupt nicht so, dass die der Meinung sind, eine Frau, für die sie bezahlen muss alles mitmachen. Fast immer wenn ich gefragt habe, was sie möchten und wünschen, wurde betont, dass es wichtig ist, dass es beiden Spaß macht und letztendlich auch immer so gehandelt. Nie wurde versucht, mich zu Dingen zu überreden, die ich bereits von vornherein abgelehnt habe.

Die genannten und andere Fragen werde ich in weiteren Artikeln näher behandeln.
Insgesamt habe ich viele Interessante und nette Menschen kennengelernt und hatte eine Menge Spaß, kann mir jetzt einen super Urlaub und er neues Tattoo leisten.

Kommentare:

  1. Hallo Miria,
    Mich würde mal interessieren was man dafür nimmt?

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    1. Hallo Anonym,

      was man dafür nimmt ist vermutlich individuell sehr unterschiedlich... Mein nächster Blogpost handelt genau davon :)

      Kleiner Ausblick: Ich nehme je nach Dauer etc. 120 - 400 Euro

      Viele Grüße,
      Miria

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    2. Das lohnt sich ja.
      Und wo kann man so etwas anbieten bzw sich anbieten?
      Ich habe großen Respekt!
      Weiter so!

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    3. Das wird sehr unterschiedlich sein, oder?

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  2. Hallo Miria,

    hast Du eigentlich daheim gearbeitet, also sozusagen als privates Escortgirl oder hast Du im Bordell gearbeitet? Denn die Kritik an den teils sehr schlechten Bedingungen bezieht sich ja normalerweise auf Letzteres ...
    Fall daheim: Wirst du die Arbeit im Bordell auch noch ausprobieren?

    Viele Grüße

    Margret

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    1. Hallo Margret,

      je nachdem, wen man fragt, bezieht sich Kritik gerne mal auf die gesamte Branche.
      Ich habe die Kunden Zuhause oder im Hotel besucht. Bordell ist nicht möglich da diese hier verboten sind und daher nicht existieren.
      Ich bin noch am Überlegen, zum Straßenstrich zu gehen, habe aber momentan etwas Bedenken, da ich schwer einschätzen kann, wie die Frauen dort auf "Konkurenz" reagieren...

      Viele Grüße,
      Miria

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    2. Naja, Du könntest ja nach Deutschland, wenn Du Bordell ausprobieren möchtest. Ist von Südtirol ja nicht wirklich weit. Ich würde aber schon behaupten, das ist eine deutlich andere Welt als so ein privater Besuchsdienst (ich habe als junge Frau einige Jahre im Frauenhaus mitgearbeitet und bin dort auch Sexarbeiterinnen begegnet).

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    3. Bis nach Deutschland fahre ich locker drei Stunden und dann bin ich gerade mal an der Grenze.
      Aber auch rechtlich wäre das für mich zu aufwendig, so dass das erstmal nicht geplant ist.
      Natürlich hast du in einem Frauenhaus gerade die Frauen getroffen, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, aber auch das kann man vermutlich nicht auf alle Bordelle verallgemeinern. Ich denke zum Beispiel, das dass ein Großbordell wie beispielsweise das Pascha eher vorteilhaft für die Frauen ist als irgendeine kleine Klitsche.

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    4. Nunja, aber im Pacha hatten ja auch viele ohne Papiere gearbeitet, darunter Minderjährige von 14 bis 16 Jahren. Das ist nicht wirklich toll. Wenn, dann wohl eher sowas wie die "Drehleier" oder das "Café Pssssst".

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  3. Und wo ist die Leistung, deine sog. "Dienstleistung", mit der du soviel Geld verdient hättest?

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    1. Die Frage kannst du dir ganz sicher auch selbst beantworten ;)

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    2. Nein Miria, kann ich nicht. Wo liegt also deine Leistung für das du das viele Geld verlangt hast?

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    3. Na, suchst aber schon ganz schön lange nach deiner Leistung. Hat sich gut versteckt?

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    4. Nein. Erstens habe ich auch noch anderes zu tun als den ganzen Tag auf irgendwelche Fragen im Netz zu antworten.
      Zweitens finde ich diese Frage allgemein sehr interessant, so dass ich sie als Inspiration für einen Bligbeitrag nutze.
      Du wirst also noch ein wenig auf die Antwort warten, aber dann ganz ausführlich ;)

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    5. Da bin ich jetzt echt gespannt, das das einen ganzen Blogbeitrag wert ist. Das wird bestimmt eine lebhafte diskussion.

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  4. Auch an die anderen die hier mitlesen die Frage: Wo ist die Leistung von Miria, für das Sie das viele Geld verlangt?

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    1. Himmel, das ist eine wirklich alberne Frage. Diejenigen sind bereit, es genau dafür zu zahlen. Das ist entscheidend. Dieselbe Frage könntest Du übrigens bei jeder Dienstleistung stellen. Leistet denn der Kellner was? Vielleicht macht er seinen Job ja gerne und warum sollte er dann bezahlt werden? Leistet der Masseur etwas? Er drückt doch da nur bisschen rum. Und dafür dann bezahlen? Der Psychotherapeut, der dir 80% der Stunde zuhört? Fakt ist: Wenn dir jemand seine Zeit opfert, weil Du eine bestimmte Dienstleistung von ihm verlangst (in dem Fall also Sex) einigt man sich normalerweise auf eine Bezahlung. Zwingt Mira ihre Kunden denn, sie zu bezahlen?

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    2. In jeder anderen Dienstleistung muss der Dienstleistende etwas leisten, wie der name schon sagt. Kellnern ist anstrengend, der Masseur muss sich fortbilden und ist auch anstrengend, der Psychotherapeut musste sich wissen aneignen und das erweitern. All das muss Mira nicht tun, im gegenteil, ihr gegenüber möchte ihr auch noch einen besonders schönen abend machen, hat der Kellner nicht, der Masseur nicht. Warum bezahlt Mira den Mann nicht dafür, das er sex mit ihr hat? Er leistet das gleiche wie sie.

      Warum bezahlen Männern für sex: Weil sie es immer müssen. Männer müssen eintritt bezahlen, Frauen nicht, Männer bezahlen die Getränke und die Dates, Frauen nicht, ausserdem müssen sie auch noch mehrere stunden performen, und wissen dabei dann immer noch nicht, ob sie überhaupt etwas bekommen. Der unterschied zu einer Prostituirten zu anderen Frauen ist nur, das die Prostituierte einen festen Preis hat und der Mann sicher sein kann, das es zum sex kommt. Das ist der einzige unterschied. Es ist also die Wahl zwischen Pest und Cholera.

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    3. Übrigens wirkst Du sehr verbittert. In vielen Beziehungen zahlen beide abwechselnd, nicht wenige Männer bestehen darauf zu bezahlen (manche sind stocksauer, wenn die Frau zahlen will), der freie Eintritt bezieht sich v. a. auf Singleabende (ansonsten müssen wir meist auch Eintritt in Clubs bezahlen) und sind da eine Folge von Angebot und Nachfrage, "performen", um gut dazustehen tun Frauen ebenso.
      Es gibt übrigens auch Frauen, die für Callboys zahlen. Bewertest Du die Dienstleistung von Callboys dann ebenso negativ?

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    4. @anonym 1:20
      Ja, dieser Vorwurf kommt immer, wenn man Kritik an weiblichem verhalten übt. Es wäre besser, wenn Frauen sich dazu mal gedanken machen würden. Aber seis drum.

      Die wenigsten Männer bestehen darauf, zu zahlen. Und das sie bezahlen wollen, liegt meistens an ihrer Erziehung, die von einer Frau durchgeführt worden ist. Der freie Eintritt bezieht sich eben nicht nur auf singleabende, in den Ladies nights müssen Frauen auch nichts bezahlen. Aber auch das ist egal, wieso müssen Männer zahlen, Frauen nicht? Das ist eine Diskriminierung von Männern.

      Und nein, Frauen performen beim Flirten eben nicht, es ist der Mann, der den ersten schritt macht, der das Gespräch am laufen hält, der sich der Frau beweisen muss.

      Callboys? Wo. Such doch bitte auf der folgenden Website mal die Angebote, die Männer bekommen haben: http://sex.gesext.de/SEX-Auktionen/550/Er-fuer-Sie.html

      Angebote die angenommen wurden:0,0. Soviel dazu.

      Nein, es wird immer nur vom Mann verlangt zu zahlen, Frauen tun dies nicht. Es wird immer nur vom Mann verlangt, Leistung zu bringen, von der Frau nicht.

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    5. "Und nein, Frauen performen beim Flirten eben nicht, es ist der Mann, der den ersten schritt macht, der das Gespräch am laufen hält, der sich der Frau beweisen muss."

      Wir sprachen über stundenlanges Performen, nicht über den ersten Schritt (der auch nicht zwingend vom Mann kommen muss). Meinst du denn, Frauen wollen Männern, die ihnen gefallen nicht ihrerseits auch gefallen und geben sich entsprechend Mühe?

      "Callboys? Wo. Such doch bitte auf der folgenden Website mal die Angebote, die Männer bekommen haben: http://sex.gesext.de/SEX-Auktionen/550/Er-fuer-Sie.html"

      Natürlich gibt es Callboys. Frauen bieten sicher eher ungern bei so einer Auktion mit, aber es gibt sogar Agenturen für Callboys (einfach googeln nach escort callboy und gigolo). Sicher weniger, aber es gibt sie. Darum nochmal meine Frage: bewertest du deren Dienstleistung auch so negativ?
      Ich habe mir gerade die Preie einer solchen Agentur angesehen, die sind noch wesentlich höher als Mirias Preise. Wie bewertest Du also das?

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    6. Ja, Stundenlanges performen. So lange muss ein Mann investieren, auch bei ONS. Wie gibt sich denn die Frau mühe, was macht sie ausser ein bisschen mitzulachen?

      Ich habe mir mal eine Callboy Seite angeschaut. Erstens, sind das absolute Models, der erste Unterschied zu Frauen. Zweitens, bieten diese wesentlich mehr, z. B. Reisen durch ganz Europa, drittens sprechen sie mehrere Sprachen, auch wieder was sie mehr bieten.

      Aber ja, ich bewerte das genauso wie bei Frauen.

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  5. "ihr gegenüber möchte ihr auch noch einen besonders schönen abend machen, hat der Kellner nicht, der Masseur nicht."

    Der Kellner und der Masseur können auch Spaß an ihrer Arbeit haben, nette Menschen treffen, die Kunden mögen. Gehst Du davon aus, dass Tätigkeiten nur dann bezahlt werden dürfen, wenn sie keinen Spaß machen? Viele Menschen sagen, sie arbeiten gern, zumindest zumeist. Dürfen diese Menschen also nur dann bezahlt werden, wenn ihnen ihre Tätigkeit gerade keinen Spaß macht?

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    1. Nein, das sage ich nicht. Aber hilft der Gast dem Kellner beim Tragen? Massiert der Kunden den Maseur? Im fall von Miria ist dies der Fall, ich zitiere:"wurde betont, dass es wichtig ist, dass es beiden Spaß macht und letztendlich auch immer so gehandelt" Existiert in keiner wirklichen Dienstleistung. Auch gibt es Dienstleistung nicht die möglichkeit, Dinge abzulehen. Ein Kellner kann nicht sagen, das der keinen Schweinebraten serviert, ein ITler kann nicht sagen, das er nur switche von HP konfiguriert.

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  6. "Auch gibt es Dienstleistung nicht die möglichkeit, Dinge abzulehen."

    Natürlich gibt es die. Wenn der Kunde vom Masseur Bauchmassage verlangt, obwohl dieser nur Rückenmassage anbietet, kann er dies selbstverständlich ablehnen. Wenn der Kunde in einem vegetarischen Restaurant einen Schweinebraten verlaangt, kann das abgelehnt werden. Wenn er ein Gericht außerhalb der Speisekarte verlangt, kann dies abgelehnt werden. Es wird nur das ausgeführt, was angeboten wird. Und wenn der Kunde sich unangenehm verhält, kann er der Geschäftsräume verwiesen werden.

    "wurde betont, dass es wichtig ist, dass es beiden Spaß macht und letztendlich auch immer so gehandelt"

    Trotzdem geht es zunächst um die Wünsche des Kunden. Eine Kunde beim Masseur darf den Masseur auch nicht schikanieren. Auch der Arbeitende soll sich in einer Geschäftsbeziehung wohlfülhen sonst kann er sie beenden.

    Sexarbeit berührt zusätzlich auch noch die Intimspäre von Menschen, insofern einen besonders heiklen Bereich.

    Deiner Logik zufolge dürfte eine Prostituierte also nur dann etwas verlangen, wenn die Situation für sie unangenehm ist?

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    1. Nein, sie dürfen nach meiner Ansicht überhaupt nichts verlangen, weil Sex keine Leistung ist. Nochmal, der Kunde von dem Masseur, massiert den Masseur, bei Prostituierten, insbesondere wie Miria es beschrieben hat schon, der Gast im Restaurant trägt kein geschirr und kein Essen, im gegensatz zu Prostituierten, besonders wie Miria es beschrieben hat. Der sog. "Kunde" von Miria macht das alles, in keiner anderen Dienstleistung legt der Kunde wert darauf, das es beiden spass macht, erkundigt sich der Kunde nicht, was der Dienstleister möchte oder hilft gar mit. Denn es ist eine Dienstleistung, die der Kunde möchte.

      Das ist der Unterschied zu einer wirklichen Dienstleistung.

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