Sonntag, 1. März 2015

Feindbild Feministin erhalten

Ich bin Feministin! Ich bin für die Gleichberechtigung zwischen allen Menschen, egal welchen Geschlechts!
Das ist nämlich die Kernaussage des Feminismus: Gleichberechtigung! Wie diese nun zu erreichen ist, da gehen die Meinungen teilweise weit auseinander.
Es macht einen Unterschied, ob man die Menschen als Individuum oder als zwei sich gegenüberstehende Gruppen von Männern und Frauen betrachtet. Bei der Betrachtungsweise der Gruppen wird beispielsweise eine Frauenquote favorisiert,  da eine Verteilung von Positionen über zwei gleiche Gruppen mit nur dem unterschiedlichen Merkmal Geschlecht, die so unterschiedlich ausfällt wie sie es aktuell tut, nur aufgrund von Benachteiligung des einen Geschlechts zustande kommen kann.
Hier geht es dann aber nicht mehr nur um Gleichberechtigung, sondern einen Schritt weiter: Gleichstellung. Leider in der Umgangssprache oft verwechselt, kann ich aber eigentlich davon ausgehen, dass jeder, der sich ein wenig mit den Geschlechterthemen beschäftigt hat, diese Unterscheidung kennt. Gleichstellung fordert Ergebnisgleichheit ohne dabei die Wünsche und Interessen der Individuen zu berücksichtigen.
Gleichberechtigung hingegen möchte die gleiche Ausgangssituation, das bedeutet, dass jeder Mensch individuell die gleichen Rechte hat und was er damit dann macht, ist ihm selbst überlassen. Dann ist es vielleicht interessant zu schauen, warum mehr Frauen Kindergärtnerinnen werden und mehr Männer Börsenmakler, aber diese Situation ist nicht gleich als falsch zu verurteilen. Zumindest nicht so lange die nötige Ausbildung beider Berufe allen Menschen gleichermaßen offensteht.

Feministin sein, bedeutet jetzt nur ein Einsetzen für die Gleichberechtigung. Es gibt auch viele Feministinnen, die sich weiterhin für Gleichstellung einsetzen, was aber eher eine Art Extremisierung des Feminismus ist, in etwa so wie Islam und Salafisten.

Und natürlich ist bekannt, dass gerade Extremisten und Radikale immer am lautesten sind und auffallen. Von 5 Millionen Muslimen in Deutschland verstehen sich nicht einmal 10.000 als Salafisten, trotzdem meint jeder, zu wissen, was Islam bedeutet, denn in den Nachrichten und Talkrunden wird ja über die Salafisten berichtet. Wenn man dann aber ganz normale und gemäßigte Muslime kennenlernt ändert man vielleicht sein Bild vom Islam.
Auch im Feminismus sind die Extremen und Radikalen am sichtbarsten,  das prominenteste Beispiel Alice Schwarzer oder auch die Mädchenmannschaft. Hier wird allerdings das Bild traurigerweise nicht korrigiert, wenn man vernünftige Feministinnen, die sich für den tatsächlichen Grundsatz des Feminismus, nämlich Gleichberechtigung, einsetzen, trifft. Nein, im Gegenteil, der Person wird dann einfach abgesprochen, Feministin zu sein.  Denn sonst müsste man ja sein Feindbild korrigieren und könnte nicht mehr allumfassend gegen "den Feminismus " hetzen, was so manchen Männerrechtler sicher stark enttäuschen würde.
Und eigentlich verstricken sich die Männerrechtler und Maskulisten da selbst in einen Widerspruch: einerseits wird ständig gefordert, dass Feministinnen nicht nur in ihrer eigenen Filterblase kreisen und alle anderen Meinungen abblocken, sondern sich für Diskussionen und Argumente öffnen sollen und wenn man es dann tut, so ist man keine "richtige Feministin".  Auf diese Weise kann man natürlich nicht mit Feministinnen diskutieren.  Und traurigerweise wird das Bild aufrecht erhalten, obwohl die meisten Feministinnen keine "Salafisten" sind!

Kommentare:

  1. Das Du eine Unterscheidung zwischen "Gleichberechtigung" (wogegen kein vernünftiger Mensch was haben kann) und "Gleichstellung" vornimmst, macht aus die eine absolute Ausnahme-Feministin. Die meisten Femis werfen diese Begriffe wild durcheinander; verwenden sie synonym; oder postulieren dass das eine automatisch zum anderen führt - aber nur in lukrativen Positionen, nicht zum Beispiel bei der Müllabfuhr.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich denke nicht, dass ich damit eine Ausnahme bin. Und das Durcheinanderwerfen der Begriffe ist mir von Leuten, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben ehrlich gesagt noch nie begegnet.
      Das tun Menschen, die sich nicht mit dem Thema befasst haben, also in erster Linie keine Feministen sind!

      Löschen
    2. Ich habe vor kurzem "Weil ein Aufschrei nicht reicht" von Anne Wicorek gelesen, und die macht genau das. Wicorek hat sich 1.) mit dem Thema befasst und 2.) ist für den deutschen Feminismus nicht gerade unbedeutend.
      Ähnliches gilt ausgerechnet für eine Verfassungsrichterin, Susanne Baer, dazu ich hier:
      http://der-juengling.blogspot.de/2015/03/feministische-argumentationsformen-3.html

      Löschen
    3. Anne ist für den Feminismus in etwa so bedeutend wie meine Oma oder ich - wenig bis gar nicht. Dass ihr mit dem hashtag #Aufschrei eine mediale Aufmerksamkeit zukam, war ein Glücksgriff für sie, den sie recht schnell medial zu nutzen wusste.
      Da sind eher die Mädchenmannschaft oder auch gewisse einzelne Bündnisse um einiges bedeutender.

      Was deinen Link angeht, so möchte ich mich dazu nicht detailliert äußern, da ein Beleg für deine Aussage, dass Frau Baer beides nicht zu unterscheiden weiß, online nicht verfügbar ist und ich mir daher kein Bild davon machen kann, was sie tatsächlich irgendwo gesagt oder geschrieben hat.

      Löschen
  2. Was soll man dazu sagen? Ich find's ja gut, dass Du Feminismus mit einer Religion vergleichst und Gleichstellung mit der Scharia, aber erstens glaube ich, dass Du das nicht wolltest, und zweitens ist das unfair gegenüber der Scharia, die ist nicht so schlimm wie Gleichstellung.

    Unabhängig davon sind "Männer und Frauen" nicht "zwei gleiche Gruppen mit nur dem unterschiedlichen Merkmal Geschlecht". Abgesehen von der mangelnden inhaltlichen Logik (Menschen und Katzen sind zwei gleiche Gruppen mit nur dem unterschiedlichen Merkmal "Spezies") sind zwei Gruppen, die sich durch ein Merkmal unterscheiden, nicht gleich, sondern unterschiedlich.

    Zur Verteilungsfrage verweise ich auf die brillanten Fragen von Herrn Klein:

    http://sciencefiles.org/2015/02/27/gerechtigkeit-gleichheit-gleichstellung-idiotentest-fur-verteilungsfragen/

    Und der Feminismus hat sich nie für Gleichberechtigung eingesetzt und tut es auch heute nicht. Der Feminismus setzt sich für (vermeintliche) Interessen von Frauen ein. Das ist nicht per se falsch, aber es ist verlogen, das Gleichberechtigung zu nennen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Was soll man dazu sagen? Ich find's ja gut, dass Du Feminismus mit einer Religion vergleichst und Gleichstellung mit der Scharia, aber erstens glaube ich, dass Du das nicht wolltest, und zweitens ist das unfair gegenüber der Scharia, die ist nicht so schlimm wie Gleichstellung."

      Du weißt aber schon, dass sich ein Vergleich immer nur auf einen Aspekt bezieht? Zwei Dinge hinsichtlich des einen Aspekts (Hier Radikalität) zu vergleichen bedeutet nicht, dass diese Dinge nicht völlig unterschiedlich hinsichtlich eines anderen Aspekts sein können!

      Btw. Ich finde es natürlich auch schade, dass die Scharia so einen schlechten Ruf hat ;)


      "Unabhängig davon sind "Männer und Frauen" nicht "zwei gleiche Gruppen mit nur dem unterschiedlichen Merkmal Geschlecht". Abgesehen von der mangelnden inhaltlichen Logik (Menschen und Katzen sind zwei gleiche Gruppen mit nur dem unterschiedlichen Merkmal "Spezies") sind zwei Gruppen, die sich durch ein Merkmal unterscheiden, nicht gleich, sondern unterschiedlich."

      Wenn ich zwei gleiche Schränke habe in unterschiedlichen Farben, so sind es dohne zwei gleiche Schränke, die sich nur im Merkmal Farbe unterscheiden und nicht zwei unterschiedliche Schränke!

      Ich denke, dass es zwischen Menschen und Katzen mehr Unterschiede gibt, die auf alle Menschen und Katzen zutreffen als dies bei Männern und Frauen der Fall ist. Als Gruppen betrachtet sind sie schon ziemlich gleich, was nicht heißt, dass es innerhalb der Gruppen große individuelle Unterschiede gibt.

      Löschen
    2. Zum Vergleich: natürlich hast Du da Recht, aber in der Praxis wirst Du mit einem Vergleich immer Assoziationen wecken, die über das eigentliche Merkmal hinausgehen. Ich finde übrigens, dass der Feminismus sehr viele Merkmale einer Religion aufweist.

      Um das mit dem Vergleich zu vertiefen: Lies, wenn Du das noch nicht gemacht hast, mal Schopenhauers Eristische Dialektik. Ist eine 1a Klolektüre.

      Zur Gleichheit: Natürlich kannst Du alles irgendwie vergleichen, aber so, wie Du es machst, ist Dein Vergleich entweder falsch (siehe oben) oder nutzlos wie in Deinem Schrankbeispiel - Wenn ich zwei völlig gleiche Schränke habe in unterschiedlichen Farben, von denen der eine von einer Dampfwalze überrollt wurde, dann sind es doch zwei gleiche Schränke, die sich nur im Merkmal Farbe und in ihrem Erhaltungszustand unterscheiden und nicht zwei unterschiedliche Schränke?

      Es gibt Tausende von Studien, die zeigen, dass sich Männer und Frauen als Gruppen durch mehr als ihr Geschlecht unterscheiden. Und wenn Du ehrlich bist, siehst Du das auch selbst, ganz ohne Studien.

      Mit dem Katzenvergleich wäre ich vorsichtig. Ich hab ab und zu den Eindruck, unser Kater versteht meine Frau besser als ich.

      Löschen
    3. "Ich finde übrigens, dass der Feminismus sehr viele Merkmale einer Religion aufweist."

      Die extremen Vertreter bestimmt, aber das ist in allen Bewegungen so, die ins Extrem Abrutschen, beispielsweise auch bei Vegetariern.

      "Zur Gleichheit:..."

      In dem Absatz sagst du doch genau das Gleiche wie ich, ist ich verstehe einfach nicht, was du mir sagen willst...

      "Es gibt Tausende von Studien, die zeigen, dass sich Männer und Frauen als Gruppen durch mehr als ihr Geschlecht unterscheiden. Und wenn Du ehrlich bist, siehst Du das auch selbst, ganz ohne Studien."

      Diese Aussage ist faktisch falsch. Du wirst mir mit Sicherheit nicht eine Studie zeigen können, die eindeutig besagt, dass es etwas gibt, was alle Männer haben (Eigenschaft, Interesse, wasauchimmer) und keine Frau oder umgekehrt. Und ich rede jetzt nicht von biologischen körperlichen Merkmalen, die das Geschlecht definieren wie beispielsweise die Gebährfähigkeit oder den Penis.

      Was in Studien nachgewiesen wurde ist, dass es gewisse Tendenzen gibt, im Durchschnitt gesehn. Die individuellen Unterschiede sind aber bei weitem größer als die über die gesamten Gruppen gesehen.

      Löschen
    4. Teil 1:

      Es ist für mich sehr schwer, darauf zu antworten, da ich nicht weiß, ob Du nicht verstehen willst oder nicht verstehen kannst. Ich gehe mal zu Deinen Gunsten aus, dass Du es nicht kannst. (Das mag jetzt böse und/oder überheblich klingen - bitte glaub mir, dass es nicht so gemeint ist).

      Deine "gleichen" Gruppen sind halt nicht gleich. Dein Vergleich ist ungeeignet und absurd. Man nennt das, was ich damit mache, reducitio ad absurdum, und das ist ein unlauteres Mittel, aber Du hast damit angefangen - ich versuche nur, Dir das zu zeigen. Ich sag daher nochmal: Lies den Schopenhauer. Ich brauchte vier Durchgänge, die ich mit "Hä?", "Ah...", "Uh..." Ui" zusammenfassen würde. Ich lese das Buch seit 5 Jahren. Und es hat 60 Seiten.

      Löschen
    5. Teil 2:

      Ich mache mal den Versuch einer Kurzfassung, aber die wird weder gut noch richtig: Du denkst falsch. Du bringst Punkte, die Du nicht bringen darfst - und das ist nicht Deine Schuld. Jede politische, soziale und religiöse Rede bedient sich ein paar Tricks, die Schopenhauer eben schön zusammenfasst. Das Problem ist auf der einen Seite, dass wenn man die kennt man sofort sieht, dass es Tricks sind, auf der anderen Seite funktionieren sie aber trotzdem, zumindest gegenüber denen, die zu wenig nachdenken.

      Praktisches Beispiel: Du unterstellst mir mit Deinem Beleg etwas, was ich nicht gesagt habe. Das ist einer der von Schopenhauer empfohlenen Tricks (sogar zwei), aber ich habe halt schlicht nicht gesagt, dass es eine Studie gibt, die etwas Ausschließliches auf Subjektebene zeigt, sondern ich habe von Studien auf Gruppenebene gesprochen, und das mit Absicht. Anderes wäre nämlich dumm, weil die kaum durchführbar wäre.
      Du hingegen machst solch faktisch falsche Aussagen, nämlich (aus dem OP):

      (1) da eine Verteilung von Positionen über zwei gleiche Gruppen mit nur dem unterschiedlichen Merkmal Geschlecht,

      Du unterstellt hier ein faktisches Wissen (gleich außer Geschlecht) darüber, dass sich Männer und Frauen nur durch ihr Geschlecht unterscheiden. Du stellst im weiteren Verlauf klar, dass ich Dir das Gegenteil nicht beweisen kann (was stimmt), aber davon wird (a) Deine Aussage nicht richtig und (b) kann ich über die Gruppe (!) "Frauen" gesehen das Gegenteil belegen, was Du nicht abstreitest, sondern ignorierst. Insofern hat Dein Argument schonmal keine belegte Basis. Kannst Du übrigens auch nicht belegen. Versuch es mirwegen, ich warte (siehe unten).
      (2) die so unterschiedlich ausfällt wie sie es aktuell tut, nur aufgrund von Benachteiligung des einen Geschlechts zustande kommen kann.
      Und dann ziehst Du – ohne Basis, wohlgemerkt – einen Schluss, der auch falsch ist (aus logischer Sicht. Ob er faktisch richtig ist, weiß ich nicht; aber Du kannst es eben auch nicht wissen). Mal ganz abgesehen davon, dass man ein Geschlecht nicht benachteiligen kann, da ein Geschlecht nichts konkretes, sondern ein abstraktes Konzept ist, kann ich dir spontan eine Milliarde Gründe nennen, warum eine unterschiedliche Verteilung zwischen Positionen von Männern und Frauen zustande kommt. Einer davon sind Katzen, und ein anderer Blitze, und dazu kommen Urban Gardening, blonde Haare und Winterreifen. Wenn Du das jetzt abstrus findest: Das ist eine überzogene reductio ad absurdum. Deine „Benachteiligung des einen Geschlechts“ kommt völlig argumentfrei aus der Luft. Dann darf ich das auch. Weißglascontainer eben.

      Löschen
    6. Teil 3:

      Zudem ziehst Du aus Erkenntnissen über Kollektivmerkmalen Schlüsse auf Aggregatsmerkmale, was ebenfalls nicht geht, da es um Individuen geht (in der Soziologie nennt man den korrekten Weg „Colemann’sche Badewanne“). Du kannst ja gerne einen Gender irgendwas Gap feststellen, aber daraus kannst Du keine Schlüsse ziehen. Du musst irgendein Individuum finden, und aus dem Schlüsse ziehen, und das erst dann verallgemeinern, wenn Du genug Individuen gefunden hast, sonst redest Du nur haltlosen Mist. Es gibt einen Gender Pay Gap? Ok, zeig mir nur eine einzige Lieschen Müller, die bei gleichen Rahmenbedingungen auch nur einen Cent weniger verdient als Peter Müller. Eine einzige Frau, und ich fange an, zu zweifeln. Wenn Du eine findest, findest Du eventuell mehr. Und dann kannst Du mirwegen irgendwas von Benachteiligung behaupten. Du kannst natürlich auch einfach so behaupten, dass Frauen benachteiligt werden, aber dann musst Du halt akzeptieren, dass mein Gegenargument „meine Waschmaschine braucht für sieben Kilo Kochwäsche 2 Stunden und 40 Minuten“ Dein Argument widerlegt. Weil mein Argument in Gegensatz zu Deinem irgendeinen Rückhalt in der Realität hat.
      Dass das jetzt kaum jemand versteht, ist mir auch klar. Und dass viele politische Forderungen intuitiv einleuchtender und vor allem attraktiver sind als Weißglascontainer ist mir auch klar. Aber davon werden sie weder sinnvoll, noch richtig, noch werden sie in der Realität überleben. Weißglascontainer schon.

      Löschen
  3. "Es gibt auch viele Feministinnen, die sich weiterhin für Gleichstellung einsetzen, was aber eher eine Art Extremisierung des Feminismus ist, in etwa so wie Islam und Salafisten."

    Kennst du politisch, wissenschaftlich oder journalistisch aktive Feministinnen die einigermaßen bekannt sind und die nur Gleichberechtiung wollen (auch für Männer), also gegen Quoten oder einseitig Frauenförderung sind? Ich kreise mit Sicherheit auch in meiner eigenen Filterbubble, aber die beschränkt sich nicht nur auf Blogs von Männerrechtler o.Ä.. Wenn du welche kennst, wäre ich über ein paar Links dankbar.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielleicht die hier: https://www.youtube.com/watch?v=h8N5ieALpw0 ?

      Die will keinen Tittenbonus (7:34). Wobei ich nicht sicher bin, ob Harley Jinx einigermaßen bekannt ist und ich sie auch nicht unbedingt als Feministin bezeichnen würde ...

      Löschen
  4. Nun, wenn Feminismus lediglich Gleichberechtigung bedeutet, warum weigern sich dann so viele Menschen, sich als Feminist zu bezeichnen? Auch Frauen. Sind die alle gegen Gleichberechtigung? Und warum heißt es dann überhaupt Feminismus? Und nicht Humanismus? Oder warum sagt man nicht einfach, dass man für gleiche Rechte ist? Wozu dann überhaupt das Label Feminist?

    Gleichberechtigung ist das letzte, was mit einfällt, wenn ich an Feminismus denke. Das erste was ich damit verbinde, ist Männerfeindlichkeit, Sexfeindlichkeit, weibliche Privilegierung.
    Die Kernthese, welches sich durch sämtlich feministschen Strömungen zieht, ist das Patriarchat, also ein System, welches von Männern erfunden wurde, um Frauen zu unterdrücken, und von dem alle Männer profitieren. Was soll das mit Gleichberechtigung zu tun haben?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Adrian: "Nun, wenn Feminismus lediglich Gleichberechtigung bedeutet, warum weigern sich dann so viele Menschen, sich als Feminist zu bezeichnen? Auch Frauen. Sind die alle gegen Gleichberechtigung?"

      Weil sie sich nicht mit dem Thema beschäftigt haben. Und wie ich bereits schrieb, auffällig und laut sind meist die Extremen...
      Anders könnte man aber auch fragen, warum sich immer mehr Frauen, die ziemlich deutlich keine Männerhasserinnen sind Feministin nennen?!

      "Und warum heißt es dann überhaupt Feminismus? Und nicht Humanismus? Oder warum sagt man nicht einfach, dass man für gleiche Rechte ist? Wozu dann überhaupt das Label Feminist?"

      Weil eine Konzentration auf die Betrachtung der weiblichen Perspektive für mich persönlich wichtig ist, darum nicht Humanistin! Und wozu ein Label? Ganz einfach, das ist generell eine Eigenart von Menschen, dass man versucht bestimmte Einstellungen oder ähnliches unter Labeln zu fassen.
      Oder wozu brauchen wir sonst Bezeichnungen wie schwul oder homosexuell, sag doch einfach, dass du auf Männer stehst! ;)

      "Das erste was ich damit verbinde, ist Männerfeindlichkeit, Sexfeindlichkeit, weibliche Privilegierung."

      Vermutlich, weil du genau das machst, was ich hier im Artikel kritisiere: du sprichst Menschen die eben nicht in deine Vorstellung von Feminist passen, mind. gedanklich ab, eine zu sein. So kannst du ohne Probleme weiterhin dein Feindbild von Feministinnen aufrecht erhalten!
      Also glaub mir doch einfach, wenn ich dir sage, dass ich Feministin und werde männer- noch sexfeindlich bin!

      Löschen
  5. Liebe Miria,

    ich finde es spitzenklasse von dir, dass Du dich überhaupt auf eine Diskussion einlässt.

    @Männer: Jetzt hackt nicht so auf sie rum. Macht das bei Schwarzer, äh, okay, die zensiert jeden kritischen Beitrag.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, ich diskutiere generell gerne! So lange ein hhöflicher Umgang ohne Beleidigung vorherrscht auch mit Leuten, die so gar nicht meine Meinung sind.

      Löschen
  6. In der Sachfrage, daß man Gleichberechtigung und Gleichstellung unterscheiden muß, sind wir uns völig einig, auf meinem Blog schreibe ich inhaltlich genau das gleiche.

    Die Frage der Etikettierung ist davon unabhängig. Ich und viele andere sagen ja immer wieder, es gibt nicht "den" Feminismus. Daher ist auch nicht klar, wofür eine Feministin steht und wie man "die Feministinnen" einschätzen soll.

    Dummerweise gibt es einige Dutzend sehr wichtige und mächtige Feministinnen, z.B. Frauenministerin Maas, für die Gleichberechtigung und Gleichstellung dasselbe sind und bei der man leider nicht "davon ausgehen [kann], dass jeder, der sich ein wenig mit den Geschlechterthemen beschäftigt hat, diese Unterscheidung kennt".
    Maas und Co. ziehen ihre Gleichstellungsmaßnahmen durch, auch wenn sie verfassungswidrig sind, und sie bekommen auch relativ viel Unterstützung von Frauen in Umfragen hierfür.

    Die paar Dutzend Feministinnen in Machtpositionen sind leider wichtiger als ein paar Millionen normale Frauen, die die obige Unterscheidung kennen und die gegen Quoten sind. D.h. die eigentliche Frontlinie verläuft nicht zwischen Maskulisten und Feministen, sondern zwischen Sozialingenieuren, die im Besitz endgültiger Wahrheiten sind und die die Gesellschaft nach ihren Allmachtsphantasien umformen wollen, und Leuten, denen das Grundgesetz und die freiheitliche Demokratie wichtig ist.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Frauenministerin Maas? ^^

      Löschen
    2. verflixt, da war ich geistig abwesend bzw. war zu hektisch, weil ich eigentlich keine Zeit habe .... aber da Schwesig und Maas ein dermaßen unzertrennliches Pärchen ( http://www.spd.de/aktuelles/125630/20141126_frauenquote_kommt.html ) bei der Demontage von Grundrechten sind, kann man sie ja auch kaum noch auseinanderhalten. Tiefenpsychologisch habe ich mich natürlich wieder mal geoutet ... und der Frau den Namen des Mannes gegeben... uiuiui, das wird Ärger geben.

      Löschen
    3. @mtm:
      "D.h. die eigentliche Frontlinie verläuft nicht zwischen Maskulisten und Feministen, sondern zwischen Sozialingenieuren, die im Besitz endgültiger Wahrheiten sind und die die Gesellschaft nach ihren Allmachtsphantasien umformen wollen, und Leuten, denen das Grundgesetz und die freiheitliche Demokratie wichtig ist."

      Da hast du vermutlich recht. Das sehen aber leider nicht sehr viele Leute.

      Löschen
  7. By: BRD

    Mit dem "Mein-Feminismus-Feminismus" dreht es sich im Kreis

    Zunächst aus → https://allesevolution.wordpress.com/2014/04/12/der-mein-feminismus-feminismus/

    Zitat → By: Neuer Peter on 13. April 2014
    at 2:54 vormittags

    @ Miria


    Ich kann jedem Einzelnen deiner Punkte aus dem Artikel voll zustimmen.

    Ganz besonders natürlich diesem hier:

    “Ich trete dafür ein, dass Frauen und Männer unabhängig vom Geschlecht oder sonstiger Merkmale die gleichen Rechte haben und niemand benachteiligt wird!”

    Nur: Was hat das mit Feminismus zu tun?

    Ich verstehe mich als Feminismuskritiker aus exakt demselben Grund aus dem du dich als Feministin verstehst. ← Zitat Ende

    Den Text, also natürlich besonders den Einganstext von "Neuer Peter", finde ich gut.

    Im Grunde könnte ich mir nur noch über zwei Dinge Gedanken machen:

    1. Worin besteht die verführerische Kaft des "Mein-Feminismus-Feminismus".

    2. Welche potentiellen gesellschaftlichen Auswirkungen könnte er haben.

    Zu 1: es ist eine Ersatzreligion in der jede Frau ihrer eigene "Bibel" schreiben darf.

    Zu 2: solange Feminismus bei Politikern als akzeptabel gilt, läuft hinter den Kulissen das, was schon immer lief: die Hardcore-Fems bekommen das nächste Anti-Männer-Gesetz geschenkt.
    "Mein-Feminismus-Feminismus" ist nicht neu und potentiell schädlich, weil es nur die schöne Verpackung darstellt, die mit dem gelieferten Inhalt überhaupt nicht übereinstimmt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nein, Mein Feminismus ist nicht schädlich. Er ist im Gegenteil der Feminismus, der sich auf den eigentlichen Ursprung, der Forderung nach Gleichberechtigung bezieht!
      Ich finde es auch schade, dass viele gerne mal über das Ziel hinausschießen, aber genauso bescheuert ist es doch, diese als den "eigentlichen Feminismus " zu sehen!

      Weiter oben habe ich auch schon mal geschrieben, warum Feminismus: Weil mir die weibliche Perspektive wichtig ist! Und ich bin nunmal eine Frau. Als solche kann ich bestimmte Probleme, die ausschließlich Männer betreffen vielleicht nicht sehen oder verstehen, das können Männer dann besser. Deshalb bin ich ja auch dafür, dass Männerrechtler und Feministinnen sich austauschen und zusammenarbeiten.

      Löschen
    2. By: BRD

      "Nein, Mein Feminismus ist nicht schädlich."

      Stimmt.
      Und weil das Vorenthalten von Komplimenten auch Gewalt ist - das behaupten mache Deiner "Schwestern" :-D - schreibe ich mal, dass Du mir durchaus sympathisch bist.

      Das Problem ist eher ein anderes.
      In einer kleinen Plauderei habe ich es bereits mal kundgetan, deshalb nur kurz: der unschöne Feminismus hat sich in allen westlichen Ländern durchgesetzt.

      Nichtsdestotrotz soll ich nun im Rahmen einer Glaubensfrage annehmen, dass das Blatt sich innerhalb des Feminismus drehen könnte oder sich zumindest soweit dreht, dass ein "Mein-Feminismus-Feminismus" - der ja durchaus viele humanistische Elemente haben kann - sich nicht beiseite drängen lässt, sodass dort genügend "Schwerkraft" ist, mit der man(n) etwas gemeinsam machen kann.

      Das fällt mir im Moment schwer ...

      Aber wer weiß, denn → https://www.youtube.com/watch?v=QNGDGCikxU0

      Löschen
    3. @BRD:
      "der unschöne Feminismus hat sich in allen westlichen Ländern durchgesetzt."

      Was bedeutet durchgesetzt? Ich nehme die Verhältnisse durchaus mit großen Unterschieden war. Wenn ich beispielsweise Deutschland und Italien vergleiche, so steckt diese Art des Feminismus in Italien gerade noch in den Kinderschuhen und wird von vielen nicht gesehen oder diese Menschen werden als Spinner abgetan. In Deutschland haben irgendwelche komischen Genderleute hingegen viel Einfluss, zu viel. Und in den nordeuropäischen Ländern sieht es nochmal schlimmer aus. Also kann man auch "westliche Länder" hier meiner Meinung nach nicht einfach in einen Topf werfen.

      "Nichtsdestotrotz soll ich nun im Rahmen einer Glaubensfrage annehmen, dass das Blatt sich innerhalb des Feminismus drehen könnte oder sich zumindest soweit dreht, dass ein "Mein-Feminismus-Feminismus" - der ja durchaus viele humanistische Elemente haben kann - sich nicht beiseite drängen lässt, sodass dort genügend "Schwerkraft" ist, mit der man(n) etwas gemeinsam machen kann."

      Du siehst doch selbst, dass die Mehrheit der Menschen nicht für das Radikale System ist. Dann muss dies zwangsläufig untergehen oder gestürzt werden, etwas anderes ist in solchen Fällen schlicht nicht vorgesehen, es ist nur eine Frage der Zeit.
      Und ja mehr vernünftige Menschen das Label Feminismus wieder mit seiner ursprünglichen Bedeutung füllen, um so mehr verlieren die anderen auch an Macht.
      Dabei ist es allerdings nicht gerade hilfreich, wenn diesen Leuten dann von allen Seiten abgesprochen wird, Feministin oder Feminist zu sein!

      Löschen
    4. By: BRD

      @Miria
      Weil Du als Beispiel Italien anführst → "Antifeminismus im italienischen Netz: Frauenhass? Gefällt mir! - taz.de"

      http://www.taz.de/!98238/

      Die Vermutung liegt da nahe, dass es sich nicht um "Frauenhass" handelt - so wie es die taz weismachen will - sondern um eine Abwehrhaltung gegenüber dem üblichen vulgären Feminismus, sodass ich einfach mal drauflos vermute, dass das Übliche läuft: auf eine nette "Mein-Feminismus-Feminismus-Verteterin" kommt ein vielfaches an Vulgär-Feministinnen.

      ABER: "... so steckt diese Art des Feminismus in Italien gerade noch in den Kinderschuhen ..."
      Ich weiß schon (auch im Gesamtkontext), was Du damit meinst.
      Man kann nun natürlich verschiedene Definitionen gegenüberstellen, die "uns" dann keinen neuen Erkenntnisgewinn bringen.

      Interessanter ist: "Und ja mehr vernünftige Menschen das Label Feminismus wieder mit seiner ursprünglichen Bedeutung füllen, um so mehr verlieren die anderen auch an Macht."

      Schön wäre es.
      Mir fehlt einwenig der Glaube, aber vielleicht bin ich ja so wie der "ungläubige" Thomas → http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_(Apostel)
      und das ging ja gut aus.

      Löschen
    5. @BRD:

      Wenn du häufiger auf meinem Blog liest, so wird dir aufgefallen sein, dass ich nicht über Dinge, rede, von denen ich keine Ahnung habe. Ich habe das Beispiel Italien angeführt, da ich in Italien lebe. Und im Alltag ist mir diese Art des radikalen Feminismus tatsächlich viel seltener begegnet als in Deutschland. Ich muss sagen, dass ich die genannten Internetseiten nicht kenne, da ich mich online eher in der deutschsprachigen Blogsphäre aufhalte.

      "Schön wäre es."

      Alles andere ist schlicht unlogisch...

      Löschen
    6. By: BRD

      "Wenn du häufiger auf meinem Blog liest, ... da ich in Italien lebe."
      Es gibt noch eine andere Möglichkeit ->
      http://nur-miria.blogspot.it
      Aber, ja, ich habe mich auf Deinem Blog umgesehen.

      "Und im Alltag ist mir diese Art des radikalen Feminismus tatsächlich viel seltener begegnet als in Deutschland."

      Aha, aber was sagt dies über das Leben für Männer dort aus?
      Beispiel ->http://www.cafebabel.de/gesellschaft/artikel/scheidungsvater-auf-der-strae-sonderfall-italien.html

      "Ich muss sagen, dass ich die genannten Internetseiten nicht kenne, ..."
      Schade, denn ich hätte gern gewusst auf welchem Niveau die Kritik am Feminismus dort stattfindet.

      "Alles andere ist schlicht unlogisch..."
      Ja, und Menschen sind dafür bekannt, dass sie sich nur Logik zu eigen machen ...







      Löschen
    7. @BRD:

      "http://nur-miria.blogspot.it"

      Oh, das wusste ich nicht einmal. Als ich meinen Blog ins Leben gerufen habe, war da noch "de", muss sich wohl automatisch geändert haben.

      "Ja, und Menschen sind dafür bekannt, dass sie sich nur Logik zu eigen machen ..."

      Hier ging es aber nicht um Menschen, die als Individuum handeln, für den Fall hast du recht, sondern um gesellschaftliche Gruppenphänomene, die immer nach dem selben Prinzip ablaufen.

      Löschen
  8. Hallo liebe Miria

    Du bist nicht Charlie, sondern Feministin. Aber ist die Kernaussage des Feminismus tatsächlich Gleichberechtigung? Das denke ich nicht. Da muss ich Dir widersprechen. Denn dann müsste man dem doch Egalitarismus oder Equalismus oder so ähnlich sagen. Tatsächlich ist Feminismus (wie der Name schon nahelegt) aber ganz einfach knallhartes Lobbying für die Frauen. Überall, wo Frauen als benachteiligt angesehen werden, wird lobbyiert und angeprangert, wo der Mann benachteiligt ist, sind die Feministinnen verdächtig ruhig.

    Beispiel Gewalt: "Von den meisten Gewaltdelikten sind Frauen seltener als Männer als Opfer betroffen." ( http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/genderreport/10-gewalthandlungen-und-gewaltbetroffenheit-von-frauen-und-maennern.html )
    Das gleiche Bundesministerium, das u.a. für Frauen zuständig ist, hat eine Seite http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Gleichstellung/frauen-vor-gewalt-schuetzen.html . Und wer schützt die Männer? Und welches Ministerium ist für Männer zuständig? Gynozentrismus.


    Systematisch wird jede Art von männlicher Verhaltensweise als schädlich, als die Frauen bedrohend bezeichnet. Und nicht nur die Verhaltensweisen, sondern generell die Männer. Überall wo die Frauen untervertreten sind, müssen die Frauen gefördert werden, egal, was die Gründe für die Untervertretung auch sein mögen.

    Ein übles Beispiel der radikalen Feministin Pusch: ( http://www.fembio.org/biographie.php/frau/comments/manslamming-mansplaining-manspreading-und-andere-flegeleien/ )

    Hier will sie ein paar Worte einführen, die die Mangelhaftigkeit der Männer benennen sollen (Männer sind Monster):

    "Mannskochen = nach dem Kochen die Küche als Schlachtfeld hinterlassen
    Mannsputzen = die Ecken beim Putzen elegant übergehen
    Mannsgehalt = doppelt so viel Geld wie die Frau für dieselbe Arbeit
    Mannskaufen = beim Einkauf kaum auf die Preise achten, denn Mannszeit ist mehr wert als das, was Frauen durch Preisvergleiche einsparen

    Weitere Kandidaten:
    Mannstream
    Gender Mannstreaming
    Mannstrum, Mannster
    Mannko
    Manntra
    Mannskript"

    Feminismus ist Gynozentrismus. Alle Gedanken kreisen darum, wie die Frauen (noch) besser gestellt werden können. Um Männer geht es nur dann, wenn sie im Sinne der Feministinnen verändert und zurückgebunden werden sollen, denn Männer werden von Feministinnen als defekte Menschen betrachtet.

    Da das alles nicht auf Dich zutrifft, würde ich Dich auch nicht als Feministin bezeichnen.

    Einer der grössten Erfolge des Feminismus dürfte es sein, dass heute viele glauben, es gehe nur um Gleichstellung und dass Männer davon auch profitierten.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Daniel: "Mannskaufen = beim Einkauf kaum auf die Preise achten, denn Mannszeit ist mehr wert als das, was Frauen durch Preisvergleiche einsparen"

      Ich weiß nicht, wo Du den unendlichen Unsinn her hast, dass Frauen auf Preise achten, Preise vergleichen oder irgendwie auf Preis-/Leistungs-Verhältnisse achten. Also, zumindest dass sie das mehr tun als Männer. Ich un die Mehrheit meiner männlichen Bekannten kann mir zu ziemlich jedem Gegenstand, den er gekauft hat (a) den Kaufpreis und (b) Vergleichspreise nennen. Frauen können vielleicht machchmal (a), aber seltenst (b).

      Meine Erklärung dafür wäre der Gender Spend Gap: Männer wissen, wie viel sie für ihr Geld arbeiten mussten, während Frauen nur das Geld anderer ausgeben. Aber in dem Punkt hoffe ich zumindest auf einen subjektiven Widerspruch von Miria; objektiv geben Frauen (insgesamt) deutlich mehr Geld aus, als sie selbst verdienen.

      Löschen
    2. Der unendliche Unsinn stammt von der unsäglichen Luise Pusch (ist ein Zitat, siehe oben). Geschätzte 90% von dem was sie sagt, ist nicht meine Meinung.

      Das wäre mal ein interessantes Forschungsthema, wer mehr und warum auf die Preise schaut: die Jungen oder die Alten, die Frauen oder die Männer, die Reichen oder die Armen. Gut möglich, dass Du recht hast mit Deiner Beobachtung. Für eine zweitklassige Feministin reicht es aus, einfach mal wieder die Männer zu diffamieren. Die Meinung von Miria nähme mich aber auch Wunder.

      Löschen
    3. Tja, die große Labelstreiteri: Feminismus, Maskulismus, Bioligismus, Humanismus, etc.pp.

      Ich kann deinem Artikel zustimmen, würde mich vieleicht sogar in diesem Kontext als Feminist bezeichnen. Nur: Dieses Wort ist vergiftet und verbrannt!

      Abgesehen davon ist es von der Wortwahl her schon sehr eingeschränkt auf ein Geschlecht, wo wir doch diese wunderbare Vielfallt haben ...

      Daher schlage ich als Begrifflichkeit "Menschenrechtler", von mir aus auch mit "-In" am Ende vor, denn der trifft es wesentlich besser, als diese ganzen -ismen.

      Denn die Rechte der Menschen (jederlei Geschlechts) sind u.a. auch, ihre Kinder regelmäßig betreuen zu können, im Beruf gleiche Chancen zu haben etc.

      Frauen haben z.B. das Pech, nach einer Geburt erst mal draußen zu sein. Männer aber auch, wenn sie, wie ich, ein Jahr das Kind betreuen. Insofern ist manches nachvollziehbar.

      Nicht mehr verständlich ist aber, was u.a. heute zum Thema Frauenquote beschlossen wurde und wie man es mit juristischen Winkelzügen hinbekommen hat, Männer um Himmels willen nicht auch gleiche Rechte zuzugestehen.

      Das ist Feminismus und seine Auswüchse!
      Deswegen lehne ich diesen Begriff ab.

      Löschen
    4. @Daniel:

      "Überall, wo Frauen als benachteiligt angesehen werden, wird lobbyiert und angeprangert, wo der Mann benachteiligt ist, sind die Feministinnen verdächtig ruhig."

      Ja und? Niemand kann sich um alle Probleme auf der Welt kümmern. Deshalb ja auch Feminismus, der Blick konzentriert sich eben auf Frauen. Insofern hast du natürlich Recht, dass es sich um eine Lobby für Frauen handelt. Aber Lobbyismus ist ja nicht gleich schlecht. Was spricht denn dagegen, dass Männer sich ebenfalls dafür einsetzen, in den Feldern, in denen sie benachteiligt sind, gleiche Rechte zu bekommen. Ich würde das begrüßen.

      "Systematisch wird jede Art von männlicher Verhaltensweise als schädlich, als die Frauen bedrohend bezeichnet. Und nicht nur die Verhaltensweisen, sondern generell die Männer. Überall wo die Frauen untervertreten sind, müssen die Frauen gefördert werden, egal, was die Gründe für die Untervertretung auch sein mögen.

      Ein übles Beispiel der radikalen Feministin Pusch:"

      Schön, dass zu schon selbst schreibst, dass es sich bei der genannten um eine RADIKALE Feministin handelt. Damit möchtest du doch hoffentlich nicht mich in einen Topf werfe. Ich nehme im Text bewusst eine Abgrenzung zu radikalen vor.

      "Da das alles nicht auf Dich zutrifft, würde ich Dich auch nicht als Feministin bezeichnen."

      Genau das ist das Problem! Genau das, was du hier tust kritisiere ich in meinem Text!

      Löschen
    5. @emanzer:

      "Ich kann deinem Artikel zustimmen, würde mich vieleicht sogar in diesem Kontext als Feminist bezeichnen. Nur: Dieses Wort ist vergiftet und verbrannt!"

      Genau dieses Probleme zeige ich ja in meinem Text! Es geht eben darum, dass diejenigen, die die die ursprünglichen Ziele des Feminismus - in erster Linie Gleichberechtigung - vertreten, sich den Begriff zurückerobern!

      "Das ist Feminismus und seine Auswüchse!
      Deswegen lehne ich diesen Begriff ab."

      Nein, das ist nicht Feminismus! Das sind radikale Idioten, die die Welt nach ihren Wünschen umerziehen wollen.

      Löschen
  9. Hallo Miria

    Wie der Philosoph emannzer bin ich der Meinung, dass der Begriff "Feminismus" verbrannt ist, so ähnlich wie das alte indische Zeichen, das von den Nazis missbraucht wurde. Wenn Du ihn zurück erobern könntest, würde mich das natürlich freuen, aber es wird wohl immer ein Beigeschmack hängen bleiben dank den unerfreulichen Feministinnen, die meistens auch die lauteren sind. Natürlich würde ich Dich, wie schon angedeutet, nie in deren Nähe rücken.

    "Ja und? Niemand kann sich um alle Probleme auf der Welt kümmern. Deshalb ja auch Feminismus, der Blick konzentriert sich eben auf Frauen."
    Das kollidiert ein bisschen mit der Behauptung, die Kernaussage des Feminismus sei Gleichberechtigung. Die Ziele sind eben anders. Feminismus wird auch von vielen Frauen abgelehnt, es gibt sogar eine, die ist so konsequent gegen den Feminismus, dass sie sich nicht einmal mehr als Frau bezeichnet...

    AntwortenLöschen
  10. Hallo Miria,

    mich würde interessieren, welchen Sinn die Bezeichnung Feministin für dich noch macht? Denn wenn es dir nur um Gleichberechtigung geht, wie Du schreibst, müsstest Du diese ja hierzulande als erreicht betrachten, denn Männer und Frauen sind in Deutschland vom juristischen Standpunkt aus gleich an Rechten. Was Du oben ansprichst, faktische Chancengleichheit, geht dagegen bereits in den Gleichstellungsbereich, den Du ja ablehnst. Mich würde daher interessieren, ob Du den Bereich Gleichberechtigung anders interpretiert als üblich oder ob Du eine Existenzberechtigung für den Feminismus ausschließlich noch für andere Länder siehst. Dann allerdings wieder meine Frage nach dem Sinn der Selbstbezeichnung als Feministin.

    P. S. Ich bin Margret, konnte aber irgendwie nicht anders als anonym kommentieren.

    AntwortenLöschen
  11. Oder präzise: Wie definiertst Du denn deinen Feminismus, wo würdest Du dich denn konkret engagieren? Ich gebe es zu, ich sehe den Sinn in der Selbstbezeichnung als Feministin nicht so wirklich, wenn man die Inhalte als vollständig obsolet erachtet. Oder hast Du eben doch deine Privatdefinition von Gleichberechtigung (eigentlich: Gleichheit vor dem Recht), die dann bereits in Richtung Gleichstellung (Chancengleichheit) geht?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Margret,

      wie ich meinen Feminismus definierte dazu hatte ich schon mal einen Artikel auf meinem Blog verfasst:

      http://nur-miria.blogspot.it/2013/06/mein-feminismus.html?m=1

      Und noch ein Artikel, in dem ich bereits auf ähnliche Fragen eingehe:

      http://nur-miria.blogspot.it/2014/07/warum-feminismus.html?m=1

      Sorry, wenn ich hier jetzt nicht weiter dazu äußere, aber in den Artikeln und den Kommentaren dazu steht bereits das Meiste, ich würde mich nur wiederholen.

      Solltest du nach der Lektüre immernoch unbeantwortete Fragen haben, kannst du die natürlich gerne stellen!

      Liebe Grüße,
      Miria

      Löschen
    2. Ja, aber das ist eben mein Problem. Was Du dort Gleichberechtigung nennst, geht über diese Begrifflichkeit hinaus. Es geht dir offenbar eben doch nicht nur um ein rein juristisches Erreichen gleicher Rechte sondern mindestens auch um Gleichbehandlung (und nicht nur im arbeitsrechtlichen Sinne). Was Du ablehnst, scheint mir v. a. ein Teilbereich der Gleichstellungsmaßnahmen zu sein, nämlich der der sog. "positiven Diskriminierung",

      Löschen
    3. Ich kann das schon irgendwie verstehen, dass man subjektiv den Eindruck hat nicht gleichberechtigt zu sein. Als getrennter Vater habe ich zwar ein gemeinsames Sorgerecht und bin daher gleichberechtigt, praktisch hat dieses Recht für mich keinen Wert. Subjektiv fühle ich mich benachteiligt.

      Löschen
  12. Hi Miria,

    ich hoffe, ich habe dich mit diesen Fragen nicht verletzt. Ist nicht böse gemeint, ich frage aus ehrlichem Interesse.

    LG

    Margret

    AntwortenLöschen