Freitag, 20. Februar 2015

Der Hype: 50 Shades of Grey

Lange habe ich mich geweigert diese Bücher zu lesen, denn innerhalb der Szene wurden sie vielfach als sehr schlecht verrissen. Als vor ein paar Monaten dann aber bei uns im Betrieb gerade jeder die Romane las, musste ich sie mir auch mal ausleihen, bin schließlich ein sehr neugieriger Mensch!
Fazit: Ich glaube, warum so viele Frauen diese Geschichte lesen, ist nicht der Sex, sondern die typische "Aschenputtel Story": Das arme fleißige Mädchen bekommt den reichen und total gutaussehenden Prinzen, der warum auch immer nur Augen für sie hat.  Ich muss sagen, ich habe dir ersten beiden Bände tatsächlich komplett gelesen (wenn man von einigen Sexszenen mal absieht). Ich mag die Geschichte, so wie die meisten vermutlich romantische Märchen mögen.  Jetzt beinhaltet die Romanreihe aber noch mehr, nämlich den Punkt, der die Bücher in die Schlagzeilen gebracht hat: angeblich BDSM.  Gleich vorne weg, was im Buch beschrieben wird hat mit BDSM relativ wenig zu tun auch wenn es für Außenstehende vielleicht anders wirkt.
Der Sex wird auch noch sehr schlecht und mit den immer gleichen Floskeln dargestellt. Das ist der Grund, warum ich nach einigen Seiten dieser Szenen dann einfach überblättert habe.

Wichtigster Grundsatz im BDSM ist SSC (Safe, sane, consensual), das bedeutet, es geht um einvernehmliche Praktiken, die beiderseitigem Lustgewinn dienen.
Im Buch macht die Protagonistin allerdings vieles nur mit, weil sie Grey nicht verlieren will. Außerdem stalkt und kontrolliert er sie ohne ihre Zustimmung.
Das ist kein BDSM, dass ist Zwang und Abhängigkeit.

All das wäre nun nicht wirklich schlimm, wenn der Roman gesehn würde wie jeder andere, eben als Geschichte, als Märchen mit vielleicht etwas skurrilen Hauptcharakteren. Aber leider ist das nicht der Fall. Anscheinend beginnen haufenweise Personen nun durch diese fiktive Geschichte, irgendwelche Praktiken auszuprobieren. Ohne die Berücksichtigung von Standards wie SSC. Da muss die Feuerwehr zu Einsätzen ausrücken, weil irgendwelche Menschen sich mit Kabelbindern fesseln und diese nicht mehr alleine abbekommen. In solchen Momenten wäre ich gerne mal bei der Feuerwehr, einfach nur um diese Idioten auszulachen.
BDSM Foren werden gestürmt mit Fragen irgendwelcher Möchtegern-Subs, ob sie dies oder jenes tun müssten, wenn Dom das verlangt, weil er sagt,  sonst seien Sie keine richtige Sub.

Und da liegen für mich Die Gefahren, die dieser Hype hat: Frauen lassen sich unwissend auf irgendwelche gefährlichen Spiele ein, weil das im Roman ja alles so toll und romantisch klingt. Und wenn sie dabei verletzt werden und die Wirklichkeit kein Märchen ist, ist nachher die Enttäuschung groß!
Und Männer, die tatsächlich gewisse frauenfeindliche Tendenzen haben, nutzen den aktuellen Hype, um den naiven Frauen zu erzählen, dass sie als Sub alles mögliche mitmachen müssten.  Sie leben die Frauenfeindlichkeit unter dem Deckmantel von BDSM.

Es gibt auch Stimmen, die sagen, dass der Hype positiv für die Szene sei, da diese so im Mainstream angekommen ist und man nicht mehr als unnormal und pervers gilt.
Aber traurigerweise denke ich, dass der Hype so lange anhält bis irgendwo jemand stirbt...  und dann ist die ganze Szene wieder die Böse.

Zum Abschluss mal ein paar Kommentare aus Facebook, die hier jetzt nicht immer im Zusammenhang stehen,  aber dennoch in der Aussage verständlich sein sollten. Diese sind in letzter Zeit so durch meine Timeline geflattert (bzw. ist auch was von mir dabei ;))
















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