Sonntag, 6. Juli 2014

Warum Feminismus


Bei Geschlechterallerlei habe ich einen Post zu dem Thema geschrieben, dass es nicht den einen Feminismus gibt und man sich Ansichten und Positionen differenziert ansehen soll. Daraufhin ist eine interessante Diskussion entstanden, die unter anderem einige Nachfragen nach meinen Gründen für die Bezeichnung als Feministin enthielt. In einem vergangenen Artikel habe ich schon mal deutlich gemacht, welche Ansichten und Einstellungen ich im Groben vertrete: Mein Feminismus.

Hier möchte ich nun erzählen, welche Basis mein Feminismus hat.
Ich versuche dabei möglichst auf die Fragen, die in den Kommentaren gestellt wurden, einzugehen.

Stephan FleischHauer:
"Hat dein Feminismus eine theoretische Basis - z.B. historisch oder soziologisch - in der Richtung, dass Frauen gegenüber Männern benachteiligt sind? Oder jedenfalls überwiegend benachteiligt sind?"

Für die Beantwortung der Frage ist es meiner Meinung nach wichtig, zunächst genau zu definieren, was benachteiligt bedeutet und inwiefern es sich z.B auch von dem oft verwendeten "unterdrückt" unterscheidet.
Unterdrückung setzt eine aktive Handlung einer oder mehrerer Personen voraus, die unterdrücken. Eine Benachteiligung hingegen kann auch äußeren Umständen geschuldet sein, auf die derjenige, der nicht benachteiligt ist keinen Einfluss hat.
Natürlich sind Frauen Männern gegenüber benachteiligt, allerdings bereits von der Natur: Frauen können schwanger werden und eine schwangere Frau ist besonders schwach und dadurch gewissen  Risiken ausgesetzt. Diese Gefahr besteht bei Männern einfach nicht! Es handelt auch dabei aber um einen Umstand, der nicht zu ändern ist und zu dem Männer nicht aktiv beigetragen haben (abgesehen natürlich von der Zeugung selbst).
Historisch gesehen liegen viele vergangene Frauen benachteiligende Gesetze genau in diesem Umstand begründet: die Frau hat eine besondere Verantwortung für das Kind und muss besonders geschützt werden.

Historisch gesehen finde ich gerade die Erfolge, die für die Rechte der Frauen im Zuge der Aufklärung erreicht wurden wichtig. Eine große Vordenkerin war hier beispielsweise Olympe de Gouges, die viele politisch feministische (auch wenn es damals noch nicht so genannt wurde) Thesen in ihren literarischen Werken verarbeitete.
Später kämpfte sie für die Rechte der Frau indem sie Forderungen und Kritik am aktuellen Geschehen auf Flugblättern o.ä. veröffentlichte.

Und obwohl neben Olympe de Gouges auch andere Frauen schon im 18. Jahrhundert dafür eintraten, dass Frauen die gleichen Rechte wie Männer bekamen - es ging dabei um so grundlegende Dinge wie Wahlrecht, das Recht auf Bildung oder das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung - gab es mit und nach  den zwei großen Weltkriegen wieder einen Rückschritt: Frauen sollten auch wieder mehr auf das häusliche und die Familie konzentrieren. Genau dagegen rebellierte schließlich die nächste Welle des Feminismus, der später auch beispielsweise Alice Schwarzer angehörte. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden abermals wichtige Forderungen durchgesetzt. Das Problem ist, dass jetzt viele nicht erkennen, dass sie dabei sind, die Waage in die andere Richtung zu kippen.

Aber es gibt keine Garantie, dass es nicht wieder einen erneuten Rückschritt gibt. Dass nicht viele Errungenschaften oder Rechte beschränkt werden. Momentan sehe ich diese Gefahr beispielsweise beim Thema der sexuellen Selbstbestimmung. Und diese Gefahr geht nicht nur von irgendwelchen Männerbünden oder konservativen Kräften aus, sondern unter anderem leider auch von denjenigen, die sich fälschlicherweise als Feministinnen bezeichnen.

Aber Feminismus ist viel grundlegender:
Feminismus ist eine Bewegung, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde, die Selbstbestimmung der Frauen sowie das Ende aller Formen von Sexismus eintritt.

Damit möchte ich auch die folgende Frage beantworten:

"Welche typisch feministischen Forderungen würdest Du unterstützen?"

Meine oberste Priorität ist die Selbstbestimmung der Frauen! Alles, was in die Richtung geht, finde ich unterstützenswert. Ebenso die Forderung nach Gleichberechtigung (nicht Gleichstellung!).
Und auch maskulistische Anliegen, die hier hinein passen kann ich selbstverständlich unterstützen.
Natürlich ergibt sich dann noch folgende Fragestellung

"Warum denn der Fokus auf Frauenanliegen? Weil Du eine Frau bist? Weil Du meinst, hier besser urteilen zu können?"

Ja, genau deshalb. Es geht um Themen, die mich als Frau unmittelbar betreffen. Ich weiß, wie ich mich als Frau fühle und was ich mir für mein Leben wünsche! Dennoch ist mir klar, dass nicht alle Frauen das Gleiche wollen wie ich z.B was Familie und Beruf angeht. Deshalb ist die wichtigste Forderung eben die nach Selbstbestimmung.
Aber warum sollte ich für Männerrechte mehr Kraft und Energie aufwenden? Das ist nicht mein Kampf, sondern euer, ich kann natürlich dabei sein und sagen, dass ich gewisse Forderungen unterstütze, aber es bleibt euer Thema. Zusammenarbeit, um gewisse Dinge durchzusetzen beurteile ich immer positiv. Wie ich auch bereits in meinem Artikel Über den Feminismus geschrieben habe.

Kommentare:

  1. “Momentan sehe ich diese Gefahr beispielsweise beim Thema der sexuellen Selbstbestimmung. Und diese Gefahr geht nicht nur von irgendwelchen Männerbünden oder konservativen Kräften aus, sondern unter anderem leider auch von denjenigen, die sich fälschlicherweise als Feministinnen bezeichnen.“

    Verständnisfrage

    Wie kann in einer Zeit, in der wir sowohl als Individuum wie auch mit anderen zusammen so ziemlich alles machen dürfen - die sexuelle Selbstbestimmung in Gefahr sein?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da muss man sich nur mal andere Länder ansehen, zum Beispiel Schweden.

      Außerdem gibt es immer wieder Bestrebungen gewisser konservativer Kreise, gewisse Dinge als unnormal einzustufen und verbieten zu wollen.

      In erster Linie sehe ich die gefahren in den Bereichen Prostitution und Bdsm.

      Löschen
  2. Vorab: Du bis die einzige selbsternannte "Feministin", deren Blog ich im RSS habe, aus dem einfachen Grund, dass Du keinen Blödsinn schreibst.

    Normalerweise.

    Das fängt an, dass Du das Vorhandensein eines Nachteils mit einer Benachteiligung, die de facto eine aktive Handlung ist, gleichsetzt, und stattdessen eine willkürliche Grenze zu einer aktiven Unterdrückung ziehst. Einfach ausgedrpckt: Nur weil Person A einen Nachteil hat, heißt das nicht, dass sie wegen dieses Nachteils von Person B (aktiv) benachteiligt wird. Sie hat den Nachteil, dafür kann Person B nichts. Würde Person B den Nachteil von A ignorieren, wäre das Bevorzugung (gegenüber Person C, die den Nachteil nicht hat); Benachteiligen könnte B C, wenn sie C behandeln würde wie A, obwohl C den Nachteil, den A hat, selbst nicht hat. Das ist ein sehr zentraler Punkt, den die meisten Feministen nicht verstehen (können, da sich ihre Theorie sonst ziemlich in Luft auslöst). Deiner "Folgeargumentation" will ich zwar nicht widersprechen, sie ist aber nicht logisch schlüssig. Insofern könntest Du mit der Aussage SF's Frage auch gleich mit mit: "Ja, ich habe ein theoretisches Grundverständnis, welches aus fehlerhafter Logik besteht", beantworten.

    Zu Olympe de Gouges: Kannte ich nicht. Mir fehlt ein bisschen der Reskpekt für Leute, die 2 Jahre nach einer sehr blutigen Revolution mit dem Kampfruf "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder Tod" mit einem Abklatsch der Forderungen kommt. Auch wenn sie sich vernünftig lesen. Das mag einer der Gründe sein, dass sich 200 Jahre niemand für die Dame interessiert hat.

    [tbc]

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Vorab: Du bis die einzige selbsternannte "Feministin", deren Blog ich im RSS habe, aus dem einfachen Grund, dass Du keinen Blödsinn schreibst."

      Freut mich! :)

      "Das fängt an, dass Du das Vorhandensein eines Nachteils mit einer Benachteiligung, die de facto eine aktive Handlung ist, gleichsetzt, und stattdessen eine willkürliche Grenze zu einer aktiven Unterdrückung ziehst."

      Ich habe dem Text extra Definitionen vorangestellt, um Missverständnisse zu vermeiden. Anscheinend ist es mir nicht gelungen. Denn ich schreibe nichts anderes als Du auch, nur habe ich bei besagten Worten eine von dir abweichende Assoziation. Das ist kein Problem der Logik, viel mehr der Semantik.

      Benachteiligung ist vom Verständnis her das gleiche wie einen Nachteil haben und setzt eben keine aktive Handlung eines anderen voraus.

      "Zu Olympe de Gouges: Kannte ich nicht. Mir fehlt ein bisschen der Reskpekt für Leute, die 2 Jahre nach einer sehr blutigen Revolution mit dem Kampfruf "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder Tod" mit einem Abklatsch der Forderungen kommt. Auch wenn sie sich vernünftig lesen. Das mag einer der Gründe sein, dass sich 200 Jahre niemand für die Dame interessiert hat."

      Keine Ahnung, wo du das her hast, aber die hat sich bereits Jahre vor der Revolution für entsprechende Rechte eingesetzt. Außerdem kämpfte sie auch während der Revolution dafür, dass Frauen als Bürger anerkannt und die gleichen Rechte wie die Männer erhalten sollten.
      "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" galt für die meisten Revolutionäre nur für Männer. Was man natürlich nicht weiß, wenn man sich nie näher mit diesem Aspekt der franz. Revolution auseinandergesetzt hat.

      "Das mag einer der Gründe sein, dass sich 200 Jahre niemand für die Dame interessiert hat."

      Nur weil Du jemanden nicht kennst, kannst Du nicht davon ausgehen, dass diese Person unwichtig für die Geschichte ist. Du würdest staunen wie viel geschichtlich relevante Personen dir wahrscheinlich wenig sagen.

      Löschen
    2. Erstmal: Danke für die Antwort. Zweitens: Sorry für den späten Reply, ich bin im Urlaub. Drittens: Inhalt (leicht umsortiert); wenn Du keine Lust hat, viel zu lesen, les' ab --- weiter:

      > Ich habe dem Text extra Definitionen vorangestellt

      Ich habe nur Deine Definitionen kritisiert. Sie entsprechen nicht dem eigentlichen Wortsinn; wie dargelegt.

      >Benachteiligung ist vom Verständnis her das gleiche wie einen Nachteil haben und setzt eben keine aktive Handlung eines anderen voraus.

      Das ist traurig und sicher für einen Teil der Bevölkerung wahr, deswegen habe ich es erwähnt. Davon stimmt es inhaltlich nicht.

      >Das ist kein Problem der Logik, viel mehr der Semantik.

      Beides.

      > Keine Ahnung, wo du das her hast, aber die hat sich bereits Jahre vor der Revolution für entsprechende Rechte eingesetzt.

      Wikipedia.de, die Quelle, die sicher das positivst mögliche über jede Frau schreibt. Man braucht sehr viel Wohlwollen, um ihr zentrales Werk von 2 Jahre nach der Revolution und einen einzigen, unbelegten Absatz darüber, dass sie vorher auch was gemacht hätte, so auszulegen, wie Du das machst. Ich mache das nicht.

      > "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" galt für die meisten Revolutionäre nur für Männer. Was man natürlich nicht weiß, wenn man sich nie näher mit diesem Aspekt der franz. Revolution auseinandergesetzt hat.

      Habe ich. Waren großteils Männer, die Revolutionäre. Die hatten vorher keine Rechte - wie die Frauen.

      --- interessanter Teil ---

      Ich glaube, Dir entgeht mein Punkt:

      > Nur weil Du jemanden nicht kennst, kannst Du nicht davon ausgehen, dass diese Person unwichtig für die Geschichte ist.

      Das war er nicht. Mein Punkt ist, dass eine Frau, die 2 Jahre nach einer - meiner Kenntnis nach aus dem Blut von Männern gespeisten - Revolution eine Frau ein Manifest schreibt. Juhuuuu!

      Ich beurteile Leute zudem nicht nach ihren Ideen, sondern nach Ihren Erfolgen. Frau G. hat es geschafft, die nach-Revolutionäre Regierung (also die, die wenigstens 50 statt vorher 1% der Bevölkerung Rechte gegeben hat) so gegen sich aufzubringen, dass man sie geköpft hat. Sich gegen eine Regierung aufzulehnen und dafür hingerichtet werden... mei... nicht so unbedingt das, was ich als "wichtig" ansehe. Nichtmal en:Wiki gibt auch nur den Hauch einer Information darüber, dass das Märtyrertum (wenn Du magst) der Dame zu irgendwas führte.

      Löschen
    3. "Ich beurteile Leute zudem nicht nach ihren Ideen, sondern nach Ihren Erfolgen."

      Da scheinen wir unterschiedlich zu denken. Mit geht's viel mehr um Ideen und die Motivation zu einer Handlung als um die Handlung selbst oder deren Erfolg.
      Das sieht im Übrigen selbst das deutsche Strafrecht so, sonst würde es keine Unterscheidung zwischen Mord und Totschlag geben; das Ergebnis ist das gleiche, nur die Motivation eine andere.

      Löschen
  3. [Fortsetzung]

    Ab dem Punkt wird es für mich etwas seltsam:

    > In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden abermals wichtige Forderungen durchgesetzt.

    Welche? Waren die echt wichtig? Abtreibung? Wieso dürfen das nur Frauen? Eventuelle Begründungen bitte vor dem Hintergrund "Gleichberechtigung". Ich schreibe das aus genau dem Grund, dass ab genau diesem Zeitpunkt etwas sehr schief lief, wofür ebendiese Feministinnen verantwortlich sind - anhand Deiner Vorstellungen vom Feminismus:

    > Feminismus ist eine Bewegung, die für Gleichberechtigung

    Zu welchem Zeitpunkt? Rechte, die man sich nicht verdienen muss, sind wertlos - also Rechte ohne Pflichten. Um das mal hart zu sagen: Findest Du, du hast ein grundlegendes, natürliches Menschenrecht auf Leben? Ja? Erklär das dem Pazifik, während Du ertrinkst. Was denkst Du, was der Pazifik von deinem "Recht" hält?

    Ja, das ist etwas weit hergeholt, aber der Kern ist, dass man für seine Rechte auch was tun muss. Was haben Feministen als Beitrag zu den von ihnen geforderten Rechten jemals geleistet oder geboten (außer der Forderung selbst)?

    > Menschenwürde,

    Menschenwürde ist ein inhaltsleeres Wort, wenn man es nicht qualifizieren oder quantifizieren kann. Haben alle Menschen die gleiche Menschenwürde? Falls ja, auch der pädophile, vergewaltigende Massenmörder? Was ist die dann wert? Falls nein kann man sie nicht für alle fordern.

    > die Selbstbestimmung der Frauen,

    Ich glaube, dass sehr wenige Leute ein Problem mit "Selbstbestimmung der Frauen" haben, wenn die Frauen dann auch für ihre Probleme selbst verantwortlich sind. Ich kenne keine feministische These/Forderung/irgendwas, die klargestellt hat, dass Frauen selbst entscheiden können sollten, wofür sie dann auch verantwortlich sind. Das würde ich sofort unterstützen; ist aber weder feministisch noch "mitgemeint" - das ist es ganz explizit nie; man hat ja die Ausrede "Benachteiligung" für alles, auch nur potentielle, Versagen.

    > sowie das Ende aller Formen von Sexismus eintritt

    Sexismus kommt von Rassismus und bedeutet Beurteilung von Individuen aufgrund ihnen von Gruppenzugehörigkeit und Vorurteilen fälschlicherweise (!) zugeschriebenen Merkmalen. Das ist unter gewissen Umständen ethisch falsch, aber für Menschen meist sinnvoll; man nennt das Framing (i.S.v. Kahneman/Tversky, nicht iSv Pickup) - die menschlichen Erfahrungen mit Menschen eines Typs färben auf Menschen ähnlichen Typs ab. Wenn meine persönliche Erfahrung ist, dass sich Frauen nicht für Motorprobleme interessieren, ist es nicht sexistisch, dass ich mich wundere, wenn eine Frau sich doch dafür interessiert. Es spart vielen anderen Frauen langweilige Technikvorträge. Es ist auch nicht rassistisch, anzunehmen, dass Moslems zu Ramadan tagsüber eine Flasche Wasser sowieso ablehnen und ihnen daher keine anzubieten - wobei ich da so höflich bin, die direkte Frage (nach dem Wasser, das beleidigt ihre Religion) und das nicht-Fragen (das wäre unhöflich) dadurch zu umgehen, dass ich frage, ob Sie sich an den Ramadan halten. Das ist natürlich noch rassistisch, aber was soll ich sonst machen? Wie sieht das bei Frauen parallel aus? "Hi, mir fiel auf, dass dein Rock deinen Po nicht komplett bedeckt, hast du Interesse an einem Kommentar wie 'geiler Arsch' oder soll ich mich lieber selbst ficken gehen?" Wäre das nicht aus Sicht des Feminismus immer noch sexistisch? Und wäre es bei einer Frau, die einen geilen Arsch hat, nicht unhöflich, ihr das nicht zu sagen, wenn sie ihn schon so deutlich präsentiert? Meine Frau meinte, sie wäre total unglücklich, wenn ihr niemand sagen würde, wie toll sie ihr Dirndl ausfüllt, wenn sie eines trägt.

    Insofern: Es wäre schön, einer Ansicht zu folgen, die die von dir genannten Positionen vertritt, aber das macht der Feminismus keinesfalls und zu keinem Zeitpunkt und insofern er es partiell getan hat, hat er jedes mal die Kehrseite der Medaille ignoriert. Das kann nicht funktionieren.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Welche? Waren die echt wichtig? Abtreibung? Wieso dürfen das nur Frauen? Eventuelle Begründungen bitte vor dem Hintergrund "Gleichberechtigung"."

      Wichtiger als Abtreibung finde ich beispielsweise die Reform des Ehe- bzw. Scheidungsrechts: Bis dahin galt für die Frau eine Verpflichtung zur Hausarbeit und sie durfte nur einer Arbeit nachgehen, wenn die häuslichen Pflichten nicht beeinträchtigt wurden... dies beurteilte natürlich der Mann. Außerdem Abschaffung des Schuldprinzips bei Scheidung.

      Zum Thema Abtreibung: Ich bin absolut gegen Abtreibung, aber warum das nur Frauen dürfen ist klar. Der Einfluss auf den weiblichen Körper ist unzweifelhaft größer als auf den männlichen.

      "Zu welchem Zeitpunkt? Rechte, die man sich nicht verdienen muss, sind wertlos - also Rechte ohne Pflichten. Um das mal hart zu sagen: Findest Du, du hast ein grundlegendes, natürliches Menschenrecht auf Leben? Ja? Erklär das dem Pazifik, während Du ertrinkst. Was denkst Du, was der Pazifik von deinem "Recht" hält?"

      Jedes Recht ist zwangsläufig mit Pflichten verbunden. Jede Entscheidungsfreiheit ist mit der Pflicht zur Übernahme der Verantwortung für die getroffene Entscheidung verbunden.
      Menschenrechte gelten für alle Menschen untereinander, nicht aber gegenüber der Natur, also ist dein Argument mit dem Pazifik belanglos. Das grundlegende Recht auf Leben besteht gegenüber anderen Menschen, die dieses nicht nehmen dürfen, aber nicht gegenüber der Natur

      Löschen
    2. > Bis dahin galt für die Frau eine Verpflichtung zur Hausarbeit und sie durfte nur einer Arbeit nachgehen, wenn die häuslichen Pflichten nicht beeinträchtigt wurden

      Es gibt keinen belegten Fall, wo diese Regel jemals zu einem Gerichtsprozess führte. Ich finde nicht, dass es eine wahnsinnige Leistung einer Bewegung ist, ein Gesetz aufzuheben, das in der Praxis völlig nutzlos war.

      > Außerdem Abschaffung des Schuldprinzips bei Scheidung

      Ich wüsste nicht, was daran positiv sein sollte. Ich erwarte hierauf aber explizit keine Replik; mein Post diente dazu, Dir Deine Denkfehler nahezubringen, nicht eine politische Ansicht zu erläutern. Die ist Deine; so, wie meine meine ist.

      > Zum Thema Abtreibung: Ich bin absolut gegen Abtreibung, aber warum das nur Frauen dürfen ist klar. Der Einfluss auf den weiblichen Körper ist unzweifelhaft größer als auf den männlichen.

      Zum Thema Abtreibung: Mir ist Abtreibung völlig egal, aber warum das nur Frauen dürfen ist mir völlig unklar. Der Einfluss auf den männlichen Lebensstil ist unzweifelhaft größer als auf den weiblichen - der Mann ist schließlich bei der aktuellen Gesetzgebung in der Verpflichtung, Frau und Kind eine unabsehbar längere Zeit zu unterhalten, als er eingeplant hat.

      Nur, falls das nicht rüberkommt: Ich finde es voll OK, dass eine Frau entscheidet, ob Sie ein Kind bekommt oder nicht, auch wenn sie zu dumm war, zu verhüten, aber ich finde es nicht OK, dass eine Frau entscheiden darf, ob ein Mann ein Kind bekommt, weil sie zu dumm war, zu verhüten. Anderer Punkt.

      > Jedes Recht ist zwangsläufig mit Pflichten verbunden. Jede Entscheidungsfreiheit ist mit der Pflicht zur Übernahme der Verantwortung für die getroffene Entscheidung verbunden.

      Dann verstehe ich eben nicht, wie Du Dich als "Feministin" bezeichnen kannst; siehe meine anderen Punkte (und den letzten über diesem). Aber nachdem Du offensichtlich gerne nachdenkst:

      > Menschenrechte gelten für alle Menschen untereinander

      Hast Du drüber abgestimmt? Ich nicht. In der Vergangenheit hat sich das, was man darunter versteht, verändert. Hast Du drüber abgestimmt? Ich nicht. Wer sagt, dass das Menschenrechte sind? Du als Abtreibungsgegner? Ich? Irgendwer? Die "Mehrheit"? Sind die "Minderheit" keine Menschen? Haben die keine Rechte? Oder nur die, für die "die Mehrheit" ist?

      Löschen
    3. "Es gibt keinen belegten Fall, wo diese Regel jemals zu einem Gerichtsprozess führte. Ich finde nicht, dass es eine wahnsinnige Leistung einer Bewegung ist, ein Gesetz aufzuheben, das in der Praxis völlig nutzlos war."

      Das könnte ja einfach daran liegen, dass ein Großteil der Leute sich eben entsprechend verhalten hat. Ein Gesetz muss doch nicht nutzlos sein, weil sich alle daran halten. Nebenbei bemerkt habe ich natürlich auch meine Zweifel, dass sich alle daran gehalten haben, wollte damit nur zeigen, dass dies nicht für die Nutzlosigkeit des Gesetzes sprechen muss.
      Außerdem zeigen bestehende Gesetze gewissermaßen die Geisteshaltung einer Gesellschaft. Und da ist es schon wichtig, dass eine Frau als eigenständiger Mensch und nicht als Haushaltshilfe ihres Mannes betrachtet wird.

      Auch das vor noch nicht ganz so vielen Jahren verabschiedete Gesetz, das Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe stellt, wird vermutlich niemals zur Anwendung kommen, aber es zeigt eine gewisse Geisteshaltung, indem gesagt wird, dass so etwas eben nicht die gewünschte Normalität ist.

      Löschen
    4. @miria
      Vergewaltigung war noch nie normalität in einer Menschlischen Gesellschaft. Das ist auch wieder eine dieser dinge, die Feministinnen absichtlich falsch verbreiten. Ich verstehe daher immer noch nicht, wie man sich zu dieser Ideologie bekennen kann.

      Löschen
  4. [und nochmal Fortsetzung]

    Unter dem Strich ist es einfach nur traurig, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der zum Großteil nicht-gewählte Politiker weitestgehend der Meinung des Volkes nicht entsprechende Entscheidungen treffen, für die niemand verantwortlich ist. Und Bewegungen wie der Feminismus (oder die MRAs) denken, dass sie mit rummotzen irgendwas erreichen können - und damit Erfolg haben.

    Ich weiß nicht, ob Du Polybius' Regierungszyklus kennst, aber wir sind gerade auf dem besten Weg in eine Diktatur. Und egal wer da diktiert, ich mag keine Diktaturen. Traurigerweise hat der Herr Polybius seit knapp über 2.000 Jahren Recht behalten.

    AntwortenLöschen
  5. (Frage 2)

    “... nach den zwei großen Weltkriegen wieder einen Rückschritt: Frauen sollten auch wieder mehr auf das häusliche und die Familie konzentrieren. Genau dagegen rebellierte schließlich die nächste Welle des Feminismus, der später auch beispielsweise Alice Schwarzer angehörte. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden abermals wichtige Forderungen durchgesetzt.“

    Um Interessen durchzusetzen reicht doch eine Interessengemeinschaft, die temporär zusammenarbeitet.

    Nehmen wir als Beispiel an, dass wir beiden und natürlich andere den Bau einer Landstraße durch unser schönes Dörfchen xy verhindern möchten und nehmen wir zusätzlich an, dass uns dieses Vorhaben gelungen wäre.

    Dann würden wir und doch wohl zufrieden unsere Interessengemeinschaft auflösen.
    Es käme doch niemand auf die Idee, dass wir weitermachen sollten und jeden zuküftigen Bundesverkehrsminister(in) beschimpfen und für die Verkehrstoten verantwortlich machen und uns immer neue Anschuldigungen ausdenken sollten.

    Der Feminusmus geht aber so vor.
    Praktisch wie ein Nimmersatt, der noch nicht einmal ein nachvollziehbares Ziel hat, sondern einfach nur endlos konsumieren möchte.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du hast nur zum Teil Recht. Dem Teil, dass eine Interessengemeinschaft reicht, stimme ich zu, sehe aber im Feminismus durchaus diese Interessengemeinschaft.

      Dem temporär möchte ich widersprechen: Würde ein paar Jahre niemand mehr gegen den Bau der Landstraße etwas sagen, so besteht große Wahrscheinlichkeit, dass sie von einem der folgenden Minister oder wer auch immer dafür zuständig ist, gebaut würde.
      Denn die Gründe, die für den Bau sprechen lösen sich ja nicht in Luft auf! Wenn dies aber die Gegenargumente tun...

      Löschen
  6. Stephan Fleischhauer7. Juli 2014 um 05:52

    @Miria
    Danke erstmal, dass du meine Fragen aufgegriffen hast. So richtig durchgesiegen bin ich noch nicht. Irgendwie erscheint mir dein Feminismus sehr theoretisch. Du scheinst wenig Änderungswünsche zu haben bezüglich gesellschaftlicher Werte oder bezüglich der Gesetzeslage.

    Natürlich sind Frauen Männern gegenüber benachteiligt, allerdings bereits von der Natur: Frauen können schwanger werden (...) die Frau hat eine besondere Verantwortung für das Kind und muss besonders geschützt werden.

    Aber was sind deine konkreten Forderungen?

    Momentan sehe ich diese Gefahr beispielsweise beim Thema der sexuellen Selbstbestimmung. Und diese Gefahr geht nicht nur von irgendwelchen Männerbünden oder konservativen Kräften aus, sondern unter anderem leider auch von denjenigen, die sich fälschlicherweise als Feministinnen bezeichnen.

    Da musste ich auch stocken. Okay, du lehnst die ie feministische Forderung nach Pornographie- und Prostitutionsverbot ab. Dann wärst du also Feministin, um den Status quo zu erhalten? Ein Feminismus, der den gegenwärtigen Zustand konservieren will, ohne Änderungswünsche? Warum sollte man das noch Feminismus nennen?

    Ja, genau deshalb. Es geht um Themen, die mich als Frau unmittelbar betreffen. Ich weiß, wie ich mich als Frau fühle und was ich mir für mein Leben wünsche!

    So gesehen wäre jede Frau Feministin, jeder Mann Maskulist. Da es ja nur eine Sache der Blickrichtung ist. Man könnte sogar so weit gehen, dass Männer gar keine Feministen sein können, da sie ja diesen Blick aus Sicht der Frau nicht haben und nicht fühlen können, was eine Frau fühlt. Ebenso könnten Frauen keine Maskulistinnen sein.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Aber was sind deine konkreten Forderungen?"

      Ich möchte beispielsweise nicht, dass Leute in jedem Kontext sofort aufgrund des Geschlechts beurteilt werden. Ich möchte keinen Sexismus mehr! Das hat viel weniger mit bestimmten Gesetzen als mit einer gesellschaftlichen Einstellung zu tun!

      Ich möchte gerne, dass alle Gesetze, die irgendeinem Geschlecht den Einstieg in einen Beruf erschweren abgeschafft werden!

      Ich möchte keine Stigmatisierung mehr von unterschiedlichen Sexualitäten, die nicht der Norm entsprechen.

      Ich möchte nicht, dass der Staat bestimmte Lebensmodelle anderen gegenüber bevorzugt und versucht, so ein ganzes Volk zu erziehen.

      "So gesehen wäre jede Frau Feministin, jeder Mann Maskulist."

      So würde ich das nicht sagen, da ür die Bezeichnungen ja durchaus eine Beschäftigung mit dem entsprechenden Thema nicht schlecht wäre. Außerdem ist es bei mir zwar so, dass ich mich mehr für Frauenrechte interessiere, weil ich persönlich betroffen bin, aber ich maße mir nicht an zu beurteilen, ob andere Menschen ihre Prioritäten ebenso legen. Es ging lediglich um meine persönliche Begründung.

      Löschen
    2. Stephan Fleischhauer17. Juli 2014 um 23:14

      Deine Angaben sind immer noch wenig konkret, und keine einzige deiner Forderungen erfordert eine feministische Sichtweise.

      Ich möchte beispielsweise nicht, dass Leute in jedem Kontext sofort aufgrund des Geschlechts beurteilt werden. Ich möchte keinen Sexismus mehr!

      Das ist sicherlich nicht in jedem Kontext der Fall. Du zielst auf die gesellschaftliche Einstellung. Das ist etwa so, als würdest du sagen: "Ich möchte nicht, dass aufgrund ihrer Vokuhila-Frisur, ihres Mercedes, ihres rasierten Schädels usw. vorverurteilt werden." Ich fürchte, das ist eine Utopie und nicht erreichbar. Ich könnte das auch niemals umsetzen. Sexuelle Attraktiität beurteile ich z.B. ganz wesentlich nach Geschlecht, ein Mann käme für mich nicht in Frage.

      Ich möchte gerne, dass alle Gesetze, die irgendeinem Geschlecht den Einstieg in einen Beruf erschweren abgeschafft werden!

      Du hattest ja mal das Beipiel mit den getrennten Toiletten in Ausbildungsbetrieben. Da ist gar nicht so einfach zu entscheiden, welche der beiden Lösungen den Einstieg von Frauen mehr behindert. Manche Auszubildende würden sich vielleicht ekeln oder unsicher fühlen, wenn es keine getrennten Toiletten gibt. Andererseits könnten zu hohe Auflagen Betriebe davon abhalten, auszubilden. Wo ist da der richtige Kompromiss? Kann man sicher drüber streiten, egal ob Feminist oder nicht.

      Löschen
    3. "Das ist sicherlich nicht in jedem Kontext der Fall. Du zielst auf die gesellschaftliche Einstellung. Das ist etwa so, als würdest du sagen: "Ich möchte nicht, dass aufgrund ihrer Vokuhila-Frisur, ihres Mercedes, ihres rasierten Schädels usw. vorverurteilt werden." Ich fürchte, das ist eine Utopie und nicht erreichbar. Ich könnte das auch niemals umsetzen. Sexuelle Attraktiität beurteile ich z.B. ganz wesentlich nach Geschlecht, ein Mann käme für mich nicht in Frage."

      Ich schrieb bewusst nicht in jedem Kontext, da ich zum Beispiel gerade den Bereich Sexualität da ausklammere, dort ist es aber auch kein Problem, da es sich um die eigenen Vorlieben und das Intime handelt. Seine persönlichen Vorlieben muss niemand ändern!

      Mir geht es vielmehr um Kontexte, die damit nichts zu tun haben, unterschätzen gewisser Kompetenzen von Personen, nur weil sie Frauen sind zum Beispiel.

      Was dein anderes Beispiel angeht, da versuche ich tatsächlich keine Vorurteile zu haben oder bewusst zu überprüfen, ob der erste Eindruck stimmt. Und ja, ich würde mir tatsächlich wünschen, dass jeder das tut!

      Löschen
  7. BRD

    Hallo Mira,

    in Deinem letzten Absatz bekundest Du eine Notwendigkeit des Feminismus, so als ob es sich um eine gewerkschaftliche Vertretung für Frauen handeln würde.
    Ist Dir dabei noch nie aufgefallen, dass Deine "Gewerkschaft" sehr undemokratisch vorgeht?
    Es finden keine Wahlen statt. Soll das normal sein? Alice Schwarzer stellte vor einigen Jahren mal spöttisch fest, dass sie nicht abgewählt werden kann.
    Dies ist kein deutscher Unfall, sondern überall in der westlichen Welt so.
    Niemand hat diese Feministinnen, denen Politiker befreit sind ein Ohr zu schenken, gewählt bzw. ein Mandat gegeben.
    Trotzdem müssen wir alle den Feminismus, in den etablierten Parteien, mitwählen.

    Das sieht dann praktisch so aus, dass diese Feministinnen sehr einseitige Dinge vertreten und manipulativ vorgehen, und das müsste auch aus Sicht von Frauen erkennbar sein.

    Beispiel: jede fünfte Mutter möchte länger Arbeiten.

    Was aber wollen die anderen vier Mütter?
    Das sind recht schlichte Manipulationen, die auch Frauen erkennen müßten.

    Salopp: Was soll der ganze Unsinn? ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. BRD
      Kleine Ergänzung:
      "Ja, genau deshalb. Es geht um Themen, die mich als Frau unmittelbar betreffen. Ich weiß, wie ich mich als Frau fühle und was ich mir für mein Leben wünsche!"

      Du lässt aber Frauen für Dich sprechen, die kein Mandat von Dir bekommen haben.
      Und noch schlimmer ist, dass die Politik entscheidet, was Du angeblich willst, indem sie immer auf die Feministinnen hören, die ihnen in den Kram passen.

      Löschen
    2. "Ist Dir dabei noch nie aufgefallen, dass Deine "Gewerkschaft" sehr undemokratisch vorgeht?
      Es finden keine Wahlen statt. Soll das normal sein?"

      Vielleicht hast Du mich da falsch verstanden. Ich sehe Feminismus überhaupt nicht wie eine Gewerkschaft. Wie du richtig schreibst gibt es keine Wahlen. Außerdem gibt es aber auch eine einheitlichen Forderungen. Sondern im Gegenteil viele verschiedene, die sich teilweise sogar widersprechen. Das ist in einer Gewerkschaft selten der Fall.
      Es gibt einen einheitlichen Grundgedanken der Gleichberechtigung und das war's. Wie diese nun ereicht werden kann, da unterscheiden sich die Forderungen teilweise erheblich.
      Jede Feministin vertritt so gesagt ihre eigenen Interessen bzw. das wovon sie glaubt, dass die Mehrheit der Frauen dafür ist.
      Ich lasse niemanden für mich sprechen, den ich nicht gewählt habe. Genau das war ja auch ein Thema im anderen Feminismusartikel: eben auf die individuellen Meinungen und wünsche jeder Feministin zu schauen und nicht zu glauben, dass das, was von einigen in den Medien vertreten wird immer Konsens ist.

      Was das mitwählen des Feminismus in etablierten Parteien angeht, so empfehle ich jedem, sich die Programme der Parteien anzuschauen und zu sehen, was einem selbst am ehesten entspricht. Der Feminismus in den Parteien ist ja keinesfalls heimlich und versteckt, so dass man nach der Wahl davon überrascht wäre.

      Löschen
  8. Was persönliches, kannst Du gerne (nach dem lesen) löschen:

    Ich hab nicht gepostet, um Dir zu widersprechen. Ich fände es nur schade, wenn Du Dich in die selbstapologetische Schiene der Feministen begibst, nur weil das einfach ist; Du wirktest auf mich immer intelligent genug, um "eigene" Entscheidungen zu treffen. Das müssen nicht meine sein; vor allem nicht, wenn es Ansichten sind, aber bitte, bitte übernimm nicht irgendeinen Bullshit unhinterfragt (vor allem nicht von Wikipedia).

    Einer der schönsten Sätze, den ich je gehört habe, stammt (laut 'Schindlers Liste') aus dem Talmud: Wer nur einen Menschen rettet, der rettet die ganze Welt. Der Satz steht wohl eigentlich im Koran (ist mir auch egal, der Satz ist schön). Nimm daraus bitte nicht nur mit, dass ich ein megalomaner Besserwisser bin, sondern dass ich es ehrlich gut meine.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich gehöre bestimmt nicht zu den Menschen, die irgendwas unhinterfragt übernehmen. Im Gegenteil: Ich beschäftige mich häufig ausführlich mit einem Thema, bevor ich mir eine Meinung bilde.

      Das Lustige ist, dass ich eigentlich lange Zeit erst ziemliche Gegnerin des Feminismus war, da ich vielfach auch nur die radikalen Stimmen wahrgenommen habe, die leider die in der Öffentlichkeit lautesten sind...
      Aber durch jahrelange Beschäftigung mit dem Thema, weiß ich: Feminismus ist nicht Alice Schwarzer, sondern eine Bewegung für Gleichberechtigung und nicht dagegen. Leider ist der ursprüngliche Grundgedanke vielen "Feministinnen" verloren gegangen... So dass sie eigentlich entgegen ihrer eigenen Bewegung handeln, wenn sie beispielsweise eine Quote oder ein Prostitutionsverbot fordern.

      "Wer nur einen Menschen rettet, der rettet die ganze Welt."

      Der steht tatsächlich im Koran, gemeinsam mit: "Wer nur einen Menschen tötet, tötet die ganze Menschheit.

      Dies ist ebenfalls ein gutes Beispiel für Menschen, die entgegen die eigene Bewegung, hier Religion, handeln: Menschen, die im Namen des Islam töten, obwohl der Koran dies an vielen Stellen verurteilt.

      Zu deinen anderen Kommentaren und denen anderer Kommentatorenschreibe ich auch noch was. :)

      Löschen
  9. BRD

    @ Miria "Ich sehe Feminismus überhaupt nicht wie eine Gewerkschaft. Wie du richtig schreibst gibt es keine Wahlen. Außerdem gibt es aber auch eine einheitlichen Forderungen."

    Dann könntest Du es doch auch einfach "Mein Individualismus" statt "Mein Feminismus" nennen.
    Übersiehst Du nicht dabei, dass Du mit der Bezeichnung "Feministin" dem politischen Feminismus eine Legitimation gibst?
    Und dies ist kein spezifisch deutsches Problem, sondern in allen westlichen Ländern so. Wäre es auf Deutschland und vielleicht noch ein weiteres Land beschränkt, dann könnte man darüber nachdenken, was in diesem Land bzw. zwei Ländern schiefgelaufen ist, sodass das Label "Feminismus" instrumentalisiert und missbraucht wird und über eine Abhilfe resümieren. Leider gibt es aber ein sehr einheitliches Bild.
    Es hat sich überall in den Wohlstandsgesellschaften der Feminismus durchgesetzt, den die e h e m a l i g e Feministin Monika Ebeling beschreibt → http://www.deutscherarbeitgeberverband.de/aktuelles/dav_aktuelles_2014-07-06_quote.html

    Auszug - Monika Ebeling: Wenn man ernsthaft darüber nachdenkt, dann wird klar, dass die Frauenbewegung, die Alice Schwarzer als eine der größten sozialen Bewegungen rühmt, für leidvolle menschliche Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit die Verantwortung übernehmen müsste. Sie hat unsere Gesellschaft beeinträchtigt und positive Prozesse zum Erliegen gebracht. Sie hat Frauen verführt und sie mit falschen Versprechungen in eine ideologische Sackgasse gelockt. Ihre Errungenschaften sind nebulös, teilweise kläglich und oft menschenverachtend. Sie ist schlicht eine Irrlehre - und damit eine gesellschaftliche Katastrophe. #
    [Anm.: der Text ist eine sehr lesenswerte Generalabrechnung mit dem Feminismus]

    @ Miria "Was das mitwählen des Feminismus in etablierten Parteien angeht, so empfehle ich jedem, sich die Programme der Parteien anzuschauen und zu sehen, was einem selbst am ehesten entspricht."

    Damit sagst Du aber indirekt, dass der Feminismus etwas an sich Gutes wäre, es müsse nur der "richtige Feminismus" sein.
    Das übersieht meines Erachtens, dass Feminismus eine undemokratische Top-Down-Strategie ist.
    Der politische Feminismus ist nicht einmal diskursfähig und scheut zurecht eine Auseinandersetzung.

    Beispiel: Und doch: die uns allen bekannte Liste an Diskriminierungen gegenüber Frauen ist lang. Sie reicht von offensichtlichen Ungerechtigkeiten, wie den gravierenden Lohnunterschieden, über die viel zu oft verschwiegene Tatsache, dass noch immer jede dritte Frau in ihrem Leben Opfer von physischer und/oder sexualisierter Gewalt wird. ← http://www.gruen-ist-lila.de/2014/06/15/wir-muessenmal-reden/

    Das ist nur feministische Phraseologie und das weiß eine GESINE AGENA auch, deshalb wird sie sich keiner Diskussion stellen.
    Deshalb ist es eine Filterbubble.

    Dort ist ein Beispiel für den Sozi-Femnismus → Gestern abend war ich bei der feministisch/genderistischen Veranstaltung „Angry white men – Männlichkeit am Ende einer Ära” in der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin, einer geistigen Giftküche der SPD. → http://www.danisch.de/blog/2014/06/25/ein-boesartiger-vortrag-eines-boesartigen-professors/

    PS. Ich kann dies eben kopieren und dort → http://www.gruen-ist-lila.de/2014/06/15/wir-muessenmal-reden/
    in die Moderrationsschleife schicken, vielleicht hat ja die GESINE einem guten Tag und traut sich hierher.
    Wir befinden uns hier, GESINE → http://nur-miria.blogspot.nl/2014/07/warum-feminismus.html#comment-form


    AntwortenLöschen
  10. Hi Miria,
    schau mal, gerade bei Genderama entdeckt: es scheint einen neuen liberal-feministischen Blog zu geben:

    http://toechterderfreiheit.blogspot.de

    Inwieweit deren Variante des liberalen Feminismus mit deiner vereinbar ist, weiß ich natürlich nicht.

    AntwortenLöschen
  11. Hi, mal zu den historischen dingen, Frauen gingen wie Männer zur schule, also keine Benachteiligung, im gegenteil, so gab es eine lange epoche, in der vor allem Frauen Bildung genossen haben, Männer aber nicht. Auch wurde die Sexualität der Frau nicht unterdrückt, wie stellst du dir das vor? Zum Thema Herd, erst mit der Industrialisierung kam diese Arbeitsteillung auf, die notwendig war, aufgrund der Arbeitszeiten des Mannes, aber auch in dieser Zeit haben Frauen gearbeitet. Auch hier also keine Unterdrückung Die einzige Ausnahme waren die Nazis, dort wurde dieses Bild gebrägt. Aber, das muss man dazu sagen, Frauen waren damit Glücklich, denn damals bestand Arbeiten hauptsächlich aus schwerer körperlicher Arbeit. Erst als es mehr und mehr leichte Arbeiten im Büro gab, dann wollten Frauen auch arbeiten, das ist das wo du schreibst, das Feministinnen dafür gekämpft haben, was natürlich quatsch ist, weil sich Frauen einfach die Ausbildungen gemacht haben und gearbeitet haben, ganz ohne Femis.

    Auch das mit dem "mein Feminismus" ist vollkomoner Blödsinn, steht zu den Schattenseiten des Feminismus oder lasst es, aber dann nennt euch auch nicht Feministinn. Es geht auch keiner her und nennt sich Nazi, weil er Autobahnen so toll findet und den Rest aber ausblendet.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wow, ich kann alles genau so unterschreiben!

      LG

      Löschen
  12. "ass Frauen die gleichen Rechte wie Männer bekamen - es ging dabei um so grundlegende Dinge wie Wahlrecht, das Recht auf Bildung oder das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung - g"
    Anfang des 19. Jhd gab es diese Rechte auch für Männer nicht.
    Und ganze Bevölkerungsgruppen waren geschlechtsunabhängig davon ausgeschlossen. Die Juden in Deutschland zum Beispiel, ganz allgemein dies Sklaven - vor allem die in Afrika und Asien und die Leibeigenen in Deutschland.
    Insofern wäre ein weibliches Recht auf sexuelle Selbstbestimmmung ein Privileg von Adelsrang gewesen. (Dummerjan)

    AntwortenLöschen