Mittwoch, 16. Oktober 2013

Ich will nicht berühmt sein!

Immer diese Menschen, die sich auf Facebook oder irgendwelchen anderen Plattformen profilieren, um möglichst viele „Fans“ zu bekommen. Viele haben den Traum davon, berühmt zu sein und von allen geliebt zu werden. Aber da ist schon der Widerspruch: Jeder, der irgendwie berühmt ist, hat meist nicht nur Fans, sondern auch Gegner.
Ich will ganz sicher nicht berühmt sein! Für mich überwiegen einfach die Nachteile. Einerseits gibt es diejenigen, die teilweise krasse Gegner sind - je nachdem wofür man berühmt ist. Diese Gefahr sehe ich auch am Beispiel Frei.Wild, wenn nicht nur die Musiker, sondern sogar deren Familie oder Mitarbeiter von radikalen Gegnern bedroht werden. Wenn die Familien mit reingezogen und angefeindet werden, geht das eindeutig zu weit. Das würde ich für meine Familie und Freunde nicht wollen.
Außerdem gibt es Menschen, die einen dafür nutzen wollen, sich selbst zu profilieren. Es wird versucht, sich mit vermeintlichem Insiderwissen in den Vordergrund zu drängen. Das heißt, jede bekannte Person muss wiederum aufpassen, wem sie was anvertraut, es besteht häufig die Gefahr, dass die entsprechende Person damit zum nächsten Klatschblatt rennt, um selbst etwas vom Ruhm abzubekommen. Denn komischerweise gibt es haufenweise Menschen, die sogar eine solche Art von Berühmtheit erstrebenswert finden - selbst wenn sie dadurch echte Freunde verlieren.
Oder es wird dann eben was erfunden. Da wird ein liebender Familienvater in der nächsten Ausgabe mal schnell der in Scheidung lebende Rockstar, der keine Chance auslässt, sich mit irgendwelchen Groupies zu vergnügen. Solche Geschichten sind sehr belastend für die entsprechenden Personen und ich wundere mich immer wieder wie souverän manche Menschen damit umgehen können. Mich würde das definitiv fertig machen.
Toll ist natürlich, dass mit der Berühmtheit auch positives Feedback nicht ausbleibt. Fans, die einen unterstützen und bewundern - das ist für viele bestimmt eine Art Ausgleich. Leider kann auch das ins Gegenteil umschlagen und psychopatische Stalker, die einen nicht mehr in Ruhe lassen sind das Ergebnis. Wenn einem eine bis dahin völlig unbekannte Person die eigen gesamte Lebensgeschichte und sämtliche Verwandtschaftsverhältnisse erzählt, ist das schon ganz schon gruselig. Ich wäre ehrlich gesagt ziemlich geschockt.
Vielleicht sehe ich das auch zu negativ, aber ich habe in letzter Zeit leider zu viel von diesen Dingen mitbekommen. Wo bitte ist der große alles überschattende Vorteil daran, berühmt zu sein. Falls diesen Text Menschen lesen, die gerne berühmt wären, so würde mich das warum ernsthaft interessieren.

Ich bin froh, dass ich nicht berühmt bin.  Und ich hoffe, dass ich niemals zufällig für irgendwas berühmt werde.

Kommentare:

  1. "Ich will ganz sicher nicht berühmt sein! Für mich überwiegen einfach die Nachteile. Einerseits gibt es diejenigen, die teilweise krasse Gegner sind - je nachdem wofür man berühmt ist. Diese Gefahr sehe ich auch am Beispiel Frei.Wild, wenn nicht nur die Musiker, sondern sogar deren Familie oder Mitarbeiter von radikalen Gegnern bedroht werden. Wenn die Familien mit reingezogen und angefeindet werden, geht das eindeutig zu weit."

    Stimmt. Blöd nur, dass es Menschen gibt, die dermaßen in Feindbildern denken, dass man nicht mal berühmt sein muß, um mit denen solche Erfahrungen zu machen

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    1. Da hast du Recht. Andererseits könnte man auch mal überlegen, wo Berühmtheit beginnt. Vielleicht ist das ja auch eine gewisse Art von Berühmtheit in einem kleineren Kreis...

      Die Wahrscheinlichkeit für ein solches Verhalten gehäuft ist weitaus größer, wenn man eben bekannter ist. Es macht meiner Meinung nach schon einen Unterschied, wenn mehrere Tausend Menschen einen sich als Feindbild ausgesucht haben als wenn es vielleicht zwanzig sind.

      Aber natürlich ist sowas immer schlimm. Und ich hoffe, dass ich nicht in eine solche Situation gerate.
      Irgendwie habe ich gerade das Gefühl, dass ich nicht wirklich ausdrücken kann, was ich meine, hoffe du verstehst, was ich damit sagen will..

      Viele Grüße,
      Miria

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    2. Natürlich macht das zumindest einen quantitativen Unterschied. Aber über die Heftigkeit der Anfeindungen sagt das noch nicht viel aus. Ein gestörter Stalker kann das Leben mehr belasten als 200 Idioten, die dich einfach nur nicht mögen, dich vielleicht auch mal beleidigen, dich aber ansonsten in Ruhe lassen.

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