Mittwoch, 14. August 2013

Kein Recht auf koedukativen Unterricht

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass koedukativer Unterricht in öffentlichen Schulen innerhalb Deutschlands die Regel ist. Für den Großteil des Unterrichts trifft dies wohl auch zu. Allerdings trennen viele Berliner Schulen die Schüler im Sportunterricht nach dem Geschlecht.
Begründungen dafür sind unter anderem:

-   aufgrund der unterschiedlichen körperlichen Leistungsfähigkeit müssen andere Bewegungsabläufe gelernt werden
-          Unterschiedliche Bewertungskriterien was die Leistungsfähigkeit angeht
-          Sexuelle Anzüglichkeiten sollen aus dem Unterricht herausgehalten werden.

Teilweise werden dann auch unterschiedliche Sportarten unterrichtet und so ist es Mädchen nicht immer möglich beispielsweise Fußball zu spielen während den Jungen zeitgleich Turnen versagt bleibt.
Den Sinn dahinter sehe ich nicht. Es gibt durchaus Jungen, die eher schmächtig sind und Mädchen die ziemlich kräftig und leistungsstark sind. Natürlich kann eine unterschiedliche körperliche Stärke in die Bewertungen einfließen, aber das ist doch auch möglich, wenn alle gemeinsam Sport machen!
Was das Argument der sexuellen Anzüglichkeiten angeht, so sehe ich keinen Unterschied zu anderen Fächern. Warum sollte es den Mathematikunterricht nicht stören, wenn ein pubertierender Junge eine dumme Bemerkung zum Ausschnitt eines Mädchens macht!? Wieso soll der Sportunterricht quasi in einer Art Reservat stattfinden, in dem es keine Konfrontation mit dem anderen Geschlecht gibt?
Vielleicht ist das Interesse von Jungs und Mädchen auf unterschiedliche Sportarten wirklich unterschiedlich groß und im Schnitt wollen wirklich mehr Jungen Fußball spielen als Mädchen, aber warum sollte es deshalb den Mädchen, die Spaß an Fußball haben verboten werden, im Sportunterricht daran teilzunehmen.

Eine Familie hat nun dagegen geklagt, dass ihre Kinder von bestimmten Dingen beim Sportunterricht ausgeschlossen werden, da sie das falsche Geschlecht haben. Leider haben sie in erster Instanz verloren. Aber es wird Beschwerde eingelegt. Und ich hoffe, dass sie Recht bekommen.

Auch ein Problem ist, dass diese Art des Unterrichts nicht kommuniziert wird nach außen. Ich könnte mir als Mutter nicht im Voraus sicher sein, dass mein Kind nicht durch sein Geschlecht von bestimmten Dingen ausgeschlossen wird. Das würde ich für mein Kind nicht wollen. Denn wichtiger ist meiner Meinung nach das Individuum statt nach irgendwelchen Gruppenkriterien zu urteilen.
Eine Trennung nach Geschlechtern wäre doch viel mehr nur ein Rückschritt als alles andere!

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