Freitag, 12. Juli 2013

Gut gemeint - scheiße gemacht!


(zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Bei uns in der Tageszeitung habe ich zwei Artikel für Berufsmessen entdeckt. Und wie in den fünfziger Jahren brav nach Geschlechtern getrennt - nur diesmal mit umgekehrten Vorzeichen.
Mädchen und jungen Frauen werden Berufsfelder wie die Bundeswehr oder Polizei präsentiert, während die Männer und Jungen die Möglichkeit haben, sich über soziale Berufe zu informieren. Indirekt bedeutet das also, dass davon ausgegangen wird, nur weil man weiblich ist, weiß man schon über soziale Berufsfelder Bescheid und hat es nicht nötig sich in diese Richtung zu informieren. Umgekehrt gilt das gleiche natürlich auch für die Jungen und die technischen Berufe. 
Das ist echt eines dieser Dinge, wo ich mir denke „Was soll der Scheiß!?“ So etwas ist es, was mich echt wütend macht. Vermutlich geht es, wie im Artikel ja auch geschrieben, darum, mehr Jungen und Mädchen auf Berufe aufmerksam zu machen, die für sie untypisch sind. Aber warum nicht allen jungen Menschen selbst die Wahl lassen?! Warum nicht eine Berufsmesse, auf der sowohl soziale als auch technische o.ä. Berufe präsentiert werden. Gerne auch Bundeswehr und Polizei von Frauen präsentiert, die als Vorbild zeigen, dass diese Berufe durchaus auch für Frauen interessant sein könnten.
So wie es jetzt läuft, empfinde ich das als äußerst sexistisch!
Immerhin gibt es mittlwerweile auch eine Berufsmesse für Jungs. Als ich in dem Alter war gab es für uns zur Information nur die Mädchenmesse mit technischen und handwerklichen Berufen. Ich hätte mich damals über mehr interessante Berufe auch aus dem sozialen Bereich gefreut. 
Und dann noch der schöne Einleitungssatz in einem der Artikel: „Typisch Mann - typisch Frau - sollte eigentlich bei der Berufswahl von Jungen Menschen keine Rolle mehr spielen.“
Und warum gibt es dann solche Veranstaltungen, die noch dazu beitragen, dass es eben doch immer wieder und ohne Ende eine Rolle spielt, welches Geschlecht man hat?


1 Kommentar:

  1. Hallo Miria,
    ich stimme Dir zu.
    Mich nervt daran besonders, daß die Ideologie alles dominiert: Hauptsache ist, die Leute umzuerziehen, damit sie so werden, wie die Ideologen es wollen. Der freie Wille der Leute scheint nicht so wichtig.
    Wenn man nach Gründen sucht, die einen Eingriff in die Lebensentscheidungen der Leute rechtfertigen, wird man kaum fündig. Bestenfalls sowas wie "es ist ja nur zum besten", oder "sonst ist die Welt ungerecht" oder noch schlimmer "die sind schlecht informiert / zu dumm / von bösen Mächten fehlgeleitet", was bei genauem Hinsehen nur arrogant und unverschämt ist. Die meisten Jugendlichen sind relativ gut informiert, nach meinen Eindrücken teilweise sogar besser als die Umerzieher.

    AntwortenLöschen