Freitag, 26. Juli 2013

Das Problem Bushido

In seinem neuesten Song hetzt der Sänger unter anderem gegen Politiker wie Klaus Wowereit oder Claudia Roth. Dadurch gelang ihm mal wieder der Sprung in die Nachrichten und in Diskussionsrunden. Das Ding steht nun auf dem Index und es gab wieder jede Menge gratis Werbung für den selbst ernannten Gangster-Rapper.
Die Indizierung stört den Herrn wenig, denn gekauft wird trotzdem.
Bushido ist nicht nur sexistisch, brutal und frauenverachtend, nein die größte Gefahr ist meiner Meinung nach, dass der Kerl leider ziemlich intelligent ist. Denn dadurch kann er sich aus so gut wie jeder scheiße herausreden. Auch diesmal glaube ich nicht, dass Bushido große Probleme bekommen wird. Zwar wird Klaus Wowereit wohl Strafanzeige stellen (Spiegel online), aber selbst wenn dabei eine kleine Geldstrafe rumkommt (was ich momentan noch zu bezweifeln wage) wird das den Herrn Gangster-Rapper nur wenig treffen.
Der neue Song „Stress ohne Grund“ soll nicht nur schwulenfeindliche Aussagen gegenüber Wowereit enthalten, sondern auch Morddrohungen gegenüber Serkan Tören (integrationspolitischer Sprecher, FDP) und Claudia Roth (Bündnis 90 die Grünen).
Unter anderem heißt es dort „… und ich will, dass Serkan Tören jetzt ins Gras beisst“ unmittelbar gefolgt von Schussgeräuschen. Über Claudia Roth rappt Bushido „…ich schieß auf Claudia Roth und sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz“.
Alles ganz harmlos, alles nur nicht ernst gemeint, sondern als Metapher zu verstehen, dass sei eben der Stil bei der Art von Musik wie Bushido sie macht.
In allen Interviews gibt Bushido sich immer sehr vernünftig und diskussionsbereit. Im Interview mit N24 betont Bushido, das es sich von seiner Seite aus auf keinen Fall um einen Aufruf zum Mord handelt, sondern dass er nur gegen diese Leute (Serkan Tören und Claudia Roth) rappt, da sie ihn zuvor als Antisemiten und Frauenfeind betitelten. Dieser Song sei nur die Antwort darauf in seiner Art seinen Unmut kundzutun, wie über ihn öffentlich von besagten Personen geredet wird.
Auch sagt Bushido immer wieder, dass er nichts gegen Schwule hat, es sich bei der Passage in seinem Song nur um einen Vergleich handelt, in dem er einen vermeintlich heterosexuellen Rapper bedroht - natürlich alles nur metaphorisch gemeint.
Bezüglich Wowereit sagt der Rapper, dass er es schade findet, dass auf Schmerzensgeld geklagt wird, statt dass der regierende Bürgermeister Berlins erklärt, warum es ihn verletzte und eine Entschuldigung verlangt, denn Bushido hätte nicht im Sinn gehabt ihn zu verletzen.
Immer wieder erklärt Bushido, dass man mit ihm reden könnte und leider keine der betroffenen Personen das Gespräch mit ihm gesucht hat.
Dies alles wirkt dann natürlich komplett anders  als wenn er ähnliche Wortwahl in Interviews verwenden würde wie in seinen Songtexten. Er ist eben kein typischer Gangster-Rapper, der ohne Geld im Ghetto aufwuchs, sondern ein Abiturient (wenn auch abgebrochen) aus gutem Hause, der e genau weiß, wie er sich ausdrücken muss. Jemand, der sich ein Image kreiert hat und damit ganz gut fährt. Ein Großteil der Leute ist so naiv und nimmt all das, was in seinen Texten vorkommt für bare Münze. Während Bushido sich heimlich ins Fäustchen lacht, darüber wie dumm die Welt da draußen ist. Und selbst wenn der Großteil der Menschen erkennt, wie Bushido handelt und wie er es immer wieder schafft, dass ihn nichts trifft, so wird er ewig weitermachen können wie bisher, denn gegen Intelligenz gibt es nun mal kein Gesetz. Und solange Bushido diese nur geschickt genug einsetzt wird er weiterhin Kohle scheffeln mit fragwürdigen und menschenverachtenden Texten.

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