Sonntag, 30. Juni 2013

Uni Wahlkindergarten



Bei uns in der Uni stehen wieder die Wahlen für das Uniparlament, den Senat und die Fachschaften an. Das Uniparlament wählt schließlich den AStA, der die Studenten nach außen vertritt und auch sonst einiges an der Uni selbst regelt.
Bei diesen Wahlen treten verschiedene Gruppen an, die zu einem Großteil ähnlich sind wie die großen Parteien.
Ich selbst bin bereits seit zwei Jahren Mitglied im Parlament und trete dieses Jahr wieder an, diesmal für die Liste des RCDS (wie ich in einem vorherigen Beitrag bereits erwähnt habe).
Außerdem gibt es noch die Gruppen: Die Linke.SDS, Jusos, Campusgrün, LHG (Liberale Hochschulgruppe), PMG (Partei mit Geheimnamen), SAI (Sozial Aktiv International) und noch eine Hochschulgruppe, deren Namen ich gerade leider vergessen habe.
Nun hat die LHG ein Plakat aufgehängt, auf dem so etwas Ähnliches steht wie „Jeden Extremismus bekämpfen“ und im Hintergrund sind verschwommen und nur halb abgebildet Hammer und Sichel sowie das Hakenkreuz zu sehen.
Aufgrund dieser Abbildungen gab es Protest von allen Gruppen (außer dem RCDS), das Plakat sollte nicht verwendet werden dürfen. Einerseits wurde dies mit der Gleichstellung von Sozialismus und Nationalsozialismus begründet, andererseits mit der Darstellung eines Hakenkreuzes.
Ich habe mich an dem Einspruch nicht beteiligt, weil ich das einfach als albern und Kindergarten sehe. Das Hakenkreuz ist lange nicht so eindeutig zu sehen, dass es sich dabei um die Abbildung eines verbotenen Symbols handelt. Und wenn jemand meint die beiden Diktaturen gleichsetzen zu müssen, so stimmt das in einigen Punkten vielleicht, in anderen vielleicht nicht. Aber immerhin ist das doch eine persönliche Meinung und die denke ich, sollte so nicht verboten werden.
Ich finde auch, dass das Extremismusthema kein gutes für einen Universitätswahlkampf ist, da es eher allgemeinpolitischer Natur ist. Aber ich möchte gerne jedem selbst überlassen, worauf er seinen Wahlkampf ausrichtet. Denn auch die Gruppierung wird merken, ob das eben gut oder weniger gut bei den Studenten ankommt, spätestens nach der Wahl.
Erst wurde dieses Plakat also nun verboten, da irgendwer der Meinung war auch die Unileitung würde das kritisch sehen. Daraufhin gab es wiederum Protest und es stellte sich heraus, dass das gar nicht der Fall war und die entsprechenden Plakate durften erneut aufgehängt werden.
Ich selbst frage mich ernsthaft, was so ein Kindergarten soll?! Es ist nur ein Uniparlament und so megawichtige Entscheidungen werden da nun auch nicht getroffen. Außerdem sollte man sich doch fair gegenüber anderen Kandidaten verhalten und nicht auf solche Schlammschlachten eingehen. Genau sowas ist doch der Grund, warum so wenig Studenten sich noch für die Politik an der Uni interessieren!
Leider habe ich die Befürchtung, dass es nicht besser läuft in der „großen Politik“. Wer schon mal eine Bundestagsdebatte gesehen hat, weiß vielleicht wovon ich spreche. Schade, ich würde mir mehr Zusammenarbeit auch unterschiedlicher Lager wünschen.
Sollten wir diesmal die Wahlen gewinnen und den AStA stellen (was momentan sehr wahrscheinlich ist) so wünsche ich mir, dass wir mit egal welchen Gruppierungen gut zusammenarbeiten können und gemeinsam Ziele verwirklichen können, die etwas für die Studenten an unserer Universität bewirken. Denn deshalb mache ich doch den ganzen Kram, irgendwie möchte ich nur ein wenig die Welt verbessern!

Kommentare:

  1. Ganz abgesehen davon, daß die Reaktionen auf dieses Plakat genauso vorhersebar wie albern sind, geht mir wie Dir am meisten auf den Senkel, daß (wichtige) Unithemen hinter solchem Blödsinn zurückstehen müssen.

    Es ist bezeichnend, daß das StuPa und der AStA zwar regelmäßig Fortbildungen zu diesem und jedem machen, aber kaum ein Parlamentarier tatsächlich weiß, was überhaupt seine Aufgabe im StuPa ist: allgemein(politische) Betätigung ist der verfaßten Studentenschaft nämlich explizit verboten. Wenn man Lust und viel Zeit hätte, könnte man vermutlich die Hälfte der AStA-Aktionen per Gericht stoppen lassen.

    Naja, wenn Du schon schreibst, daß ihr möglicherweise stärkste Kraft werdet, dann haben ja immerhin die Studenten bei euch den Schuß gehört. An meiner Uni trat der RCDS dieses Jahr garnicht erst an, die LHG hat es verpennt, ihre Anmeldung abzugeben… ohne Worte.

    Lieben Gruß



    e

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    1. Was das allgemeinpolitische Mandat angeht gibt es schon seit Jahren endlose Diskussionen im Stupa. Es werden sich gesetzliche Regelungen und Gerichtsurteile um die Ohren gehauen. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Richtig ist, das es kein allgemeinpolitische Mandat gibt, interessant wird dürre Frage aber dann, wo allgemeine Politik anfängt, das sehen unterschiedliche Gruppierungen sehr unterschiedlich.

      Liebe Grüße,
      Miria

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    2. Klaro, wenn ich mir meine Hobbies finanzieren lassen könnte, würde ich in ihnen auch ganz klar einen hochschulpolitischen Bezug erkennen ;)


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