Freitag, 7. Juni 2013

Mein Feminismus

In einem Kommentar hier auf meinem Blog wurde ich darauf hingewiesen, dass mein Feminismus etwas "unkonventionell" zu sein scheint und es interessant wäre, mal einen Artikel darüber zu lesen. Hier ist er!
Eigentlich lässt sich mein Feminismus in wenigen kurzen Worten zusammenfassen: Ich trete dafür ein, dass Frauen und Männer unabhängig vom Geschlecht oder sonstiger Merkmale die gleichen Rechte haben und niemand benachteiligt wird! Das finde ich wichtig und richtig und eigentlich sollte das doch das Ziel eines jeden Menschen sein.
Wie man nun bestehende Benachteiligungen bekämpft oder wo jemand benachteiligt wird, darüber gibt es nach meiner Erfahrung unterschiedliche Ansichten. Vielleicht wird mein Feminismus an diesem Punkt eher unkonventionell. Ich halte nicht viel davon, Sprache zu ändern und habe kein Problem mit dem generischen Maskulinum (siehe auch Generisches Femininum?). Genauso finde ich eine Frauenquote unnötig und kontraproduktiv, denn ich möchte nicht einen einzelnen Menschen benachteiligen, um die Situation eines Kollektives zu verbessern. Eine solche Quote wurde auf der Ebene des Einzelnen eben bedeuten, dass jemand evtl. nicht eingestellt wird, nur weil er ein Mann ist. Und mein Ziel ist schließlich die Gleichberechtigung nicht die Umkehrung der Benachteiligung aufgrund des Geschlechts. Ich möchte, dass jeder die Möglichkeit hat, so zu leben wie er möchte. Ich wünsche mir, dass auch Entscheidungen von Frauen akzeptiert werden, die vielleicht nicht in ein bestimmtes Schema passen, ohne diese gleich wieder als irgendwie von irgendwem beeinflusst darzustellen. Jede erwachsene Person ist für sich selbst verantwortlich und sollte auch so behandelt werden, egal ob ich mich als Frau dazu entscheide, Soldatin, Hausfrau oder vielleicht Prostituierte zu werden. Natürlich kann man verschiedene Aspekte an der Wahl kritisieren, aber doch bitte nicht mit: "Eigentlich willst du das ja gar nicht, Du weißt das nur nicht, da Du so manipuliert wurdest..."
Genauso möchte ich die Freiheit, die Kleidung zu tragen, die ich gerne möchte, egal ob nun einen Hosenanzug oder ein pinkes Rüschenkleid. Ebenso wünsche ich mir aber auch, dass jeder Mann tragen kann, was er möchte ohne schief angesehen zu werden, egal ob Rock oder Hose. (erstmal völlig allgemein, unabhängig davon, das bestimmte Anlässe bestimmte Kleidung erfordern)
Natürlich bedeutet dies alles hier nicht, dass ich meine Meinung zu bestimmten Dingen nicht auch ändern kann. Denn gerade auch das finde ich wichtig: durch neue Erkenntnisse und Diskussion evtl. seine Anssichten und Meinungen zu überdenken oder weiter zu entwickeln.
Mein Feminismus betrachtet im Unterschied zu manch anderem vielleicht eher das Individuum als die Gruppe. Ich finde es wichtiger gegen individuelle Benachteiligung aufgrund des Geschlechts vorzugehen als dafür zu sorgen, dass alles genau 50/50 verteilt ist. Und dabei ist es egal, welches Geschlecht in welchem Fall konkret von der Diskriminierung betroffen ist. Ich kämpfe für die Gleichberechtigung aller Geschlechter!

Kommentare:

  1. Hallo Miria,
    vielen Dank für den Artikel!

    Gefällt mir gut und ich stimme dem Gesagten weitgehend zu.

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    1. Hallo Leszek,

      vielen Dank für die Idee!
      Jetzt habe ich auch was, auf das ich immer verweisen kann, wenn es um meine feministische Einstellung geht ;)

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  2. Ja, finde ich auch sehr gelungen!

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  3. Sehr guter Artikel, besonders deine Aussage über die Frauenquote.

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  4. @Christian, @Stephi: Danke euch! :)

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  5. Hiermit trete ich deinem Feminismus gerne und sofort bei. Ich würde das auch eher als Humanismus ansehen, aber egal.

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    1. Dankeschön! :)

      Die Bezeichnung ist doch nicht so wichitg. Und der Grundgedanke des Feminismus war eben immer schon die Gleichberechtigung. Schöner wäre es, wenn viel mehr Leute, die sich als Feministen bezeichnen sich darauf wieder besinnen würden!

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    2. Noch schöner wäre es meiner meinung nach, wenn sich menschen wie du und menschen wie ich sich als Humanisten oder Equalisten bezeichnen würden. Ich bin, so wenig wie du, ein PC-Wortnazi, aber eine Gleichberechtigungsbewegung Feminismus zu nennen, ist schon etwas sexistisch, oder? ;) Wie bei EMN geschrieben, Feminismus setzt sich für Frauenrechte ein. In einer Zeit, in der Männer mehr Rechte hatten, führte das zu mehr Gleichberechtigung. Wäre der Feminismus auf Gleichberechtigung (und nicht auf mehr Frauenrechte) ausgerichtet gewesen, dann hätte es auch direkt am Anfang z.b. für eine Wehrpflicht (und nicht eine Wehroption) für Frauen fordern müssen (oder eben die Abschaffung der Wehrpflicht).
      Ich finde es nicht schlimm, dass sich eine Gruppe von Menschen zusammenschliesst und für mehr eigene Rechte kämpft. Ich finde es aber durchaus kritisch, wenn so getan wird, als käme das auch allen anderen zu gute und wäre nur gleich.
      Oder.. wir tun einfach alle, was gerecht ist und kleben uns weder das Feminismus noch Maskulismus noch Humanismus Label an. Auch eine Option.
      Tom174

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