Montag, 13. Mai 2013

Die Sache mit dem Mindestlohn

Eigentlich bin ich gegen den Mindestlohn, da ich der Meinung bin, dass das Lohnniveau sich durch einen freien Markt am besten selbst regelt. Ich bin nicht bereit für fünf Euro die Stunde zu arbeiten und wäre das auch kein anderer mehr, so würde es solch geringen Verdienste gar nicht geben.
Das Problem an der Sache ist aber unsere momentane Hartz IV Gesetzgebung, die Leute dazu zwingt, entsprechend gering bezahlte Jobs anzunehmen, da ihnen sonst die Leistung vom Amt gekürzt wird. Menschen, die auf die Zahlungen vom Amt angewiesen sind, sind daher nicht in der Lage sagen zu können: „Für das Geld arbeite ich nicht!“.
Unser sog. Sozialstaat sollte über Leistungen wie das Arbeitslosengeld II dafür sorgen, dass kein Mensch Hunger leiden muss und jeder ein Dach über dem Kopf hat, auch wenn er mal keinen Job findet. Ein echter Sozialstaat würde Menschen nicht in Beschäftigungsverhältnisse mit diesen Löhnen drängen wie das heutzutage der Fall ist, ein echter Sozialstaat wäre für seine Bürger da und würde nicht gegen diejenigen arbeiten.
Ich habe immer noch ein Problem damit, einem Arbeitgeber von oben zu diktieren wie viel er seinen Angestellten bezahlen muss, denn ich betrachte das als eine Verhandlungssache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Wenn ein Nachbarskind sich das Taschengeld aufbessern möchte und dafür meinen Rasen mähen und mein Auto waschen möchte, möchte ich keinen, der mir vorschreibt, wie viel ich dem Kind dafür bezahle, sondern es ist eine Sache der Aushandlung zwischen uns beiden. Mir ist klar, dass es hier um Verhandlungen ganz anderer Größenordnung geht, die aber letztendlich alle wieder auf das Geschäft zwischen zwei Personen zurückgeführt werden können.
Wenn da nicht der staatliche Zwang durch die Hartz IV Gesetzte wäre. Sofern diese menschenverachtenden Gesetzte nicht geändert werden, ist ein Mindestlohn zwingend erforderlich! Mindestlohn, damit jeder Mensch selbst von seiner Arbeit leben kann. Arbeitslose Menschen haben heutzutage eine zu schlechte Verhandlungsposition und müssen daher vor der Ausbeutung geschützt werden!
Eine andere interessante Variante statt dem Mindestlohn fände ich allerdings die Hartz IV Gesetzgebung so zu ändern, dass die Leistungen nicht gekürzt werden, wenn Jobs unter einem bestimmten Lohnniveau abgelehnt werden, beispielsweise die geforderten 8,50 €. Das bedeutet, dass die Verhandlungsposition der arbeitsuchenden Menschen gestärkt und dennoch weniger in die Autonomie der Unternehmen eingegriffen wird.
Wenn dann niemand mehr für weniger als 8,50 € arbeiten wird, dann werden sich die Löhne zwangsweise erhöhen, da die Arbeiten gemacht werden müssen.
Aber solange auch dies nicht der Fall ist: Pro Mindestlohn!

Kommentare:

  1. Schön herausgearbeitet. Und trifft genau mein Problem bei der Sache: der Markt ist schon ausgehebelt, die regulierenden Mechanismen funktionieren nicht mehr.

    Andererseits: auch in Deinem Modell ist der Markt nicht in Kraft. Die „sichere Grundlage“ des Hartz-IV-Bezuges sorgt ja natürlich dafür, daß jeder, der einen gering bezahlten Job annimmt, sich in's eigene Bein schießt, weil er doch nicht mehr kriegt, als der Staat ohnehin schon auf sein Konto überweist.

    Gottseidank ist für viele Menschen Geld nicht die einzige Motivation, zu arbeiten – sonst hätte insbesondere die Gesundheitsbranche ein echtes Problem.


    e.

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    1. Ein vollkommen freier Markt (ohne Sicherung des Lebensunterhalts durch eine Art Sozialhilfe) ist meiner Meinung nach ziemlich menschenverachtend, da er die Schwächsten der Gesellschaft im Stich lässt. Dennoch bin ich dafür den Markt sich soweit wie eben möglich selbst regulieren zu lassen.

      Richtig ist, dass in meinem Modell, jeder der einen zu gering bezahlten Job annimmt sich ins eigene Bein schießt. Daher sollte man so einen Job auch nur annehmen, wenn man es aus Spaß an der Arbeit macht. Was schließlich dazu führt, dass für Arbeiten, die eben zu wenig Leuten Spaß machen bzw. weniger Leute bereit sind für geringes Geld diese Arbeiten zu machen, ein erhöhter Lohn gezahlt werden muss.

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