Mittwoch, 15. Mai 2013

Auf einem Frei.Wild Konzert

In der Vergangenheit hatte ich hier ja bereits mal etwas zu Frei.Wild bzw. zum Eklat beim Echo geschrieben (hier und hier ). In den Kommentaren gab es dann auch einige interessante Links zum Thema, ob diese Band nun rechts sei oder solches Gedankengut verbreite.
Am Samstag, den 11. Mai 2013 fand nun ein Konzert auf der Festung Kufstein in Österreich statt und ich habe die Chance genutzt und mir die Sache mal selbst angesehen.
Da ich - wie ich bereits schrieb - die Musik sowieso ganz gut finde und ein recht neugieriger Mensch bin, der sich am liebsten selbst informiert statt sofort alles zu glauben, ging es Samstag also auf nach Kufstein.
Es gab die Möglichkeit über ein Kombiticket mit einem Bus hinzufahren, was ich dann gleich auch mal getan habe. Dadurch konnte ich bereits auf der Fahrt die ersten anderen Konzertbesucher und Fans kennenlernen. Alles ganz nette und freundliche Leute, die selbst nicht verstehen konnten, warum manche Frei.Wild in die rechte Ecke rücken. Ein wenig wurde auch auf der Fahrt schon getrunken. Auch mir wurde Maibowle (sehr lecker!) angeboten, da ich leider keinen Becher habe schlug sie mir vor, wir könnten „schwesterlich“ teilen. Großartig!
Auf dem Konzert selber war eine freundliche, ausgelassene Stimmung. Wir standen ziemlich weit vorne und gerade mal einen Meter vom Pogokreis entfernt. Aber auch da konnte ich wieder nur Positives beobachten: Man achtete so gut es ging darauf, dass niemand ungewollt mit hineingezogen wurde und wenn doch mal jemand hinfiel so bildete sich sofort eine Traube Menschen um die Person um ihr aufzuhelfen. Auf der ganzen Veranstaltung sah ich keine rechten Symbole oder besonders aggressive Personen. Was natürlich nicht heißt, dass es dort nicht doch irgendjemanden gab, der solche Gedanken hatte, habe mich schließlich nicht mit allen 4000 Besuchern unterhalten können. Aber ich schätzte die Chance ziemlich gering ein. 
Beim Verlassen der Festung unterhielten wir uns noch mit einem der Securitys, der auch betonte, dass es für eine Veranstaltung dieser Größe ungewöhnlich friedlich war. Die Realität scheint so ziemlich das Gegenteil von dem zu sein, was in der Presse berichtet bzw. von ihr erwartet wird. So ist es sogar ein eigener Artikel (das erwähnte "Großaufgebot der Polizei" bestand übrigens aus ganzen 6 Personen) wert, dass es keine Ausschreitungen gab - ist ja fast so eine Schlagzeile wie „Kein Flugzeug abgestürzt“. 
Richtig ist, dass der Band und den Fans Werte wie Heimat, Freundschaft, Zusammenhalt und Nächstenliebe wichtig sind. Auch das Lied „Südtirol“ wurde an diesem Abend gespielt, allerdings mit der Ansage, dass Heimatliebe nichts mit Ausgrenzung oder Fremdenfeindlichkeit zu tun hat! Und da stehe ich dann auch hinter (siehe Heimatliebe). Den Zusammenhalt unter den Fans und die Hilfsbereitschaft konnte ich an diesem Tag wirklich spüren. Ich habe viele großartige Menschen kennengelernt. Wären alle Menschen so wie die Frei.Wild Fans, die ich kennenlernen durfte, so wäre die Welt ein Stück besser!

Kommentare:

  1. Ja, man merkt schon: alles Rechtsradikale. Gottseidank gibt es noch diese aufrichtigen und mutigen Echo-Veranstalter, die uns vor denen geschützt haben.

    (Daß Konzerte je friedlicher ablaufen, desto rockiger sie werden, habe ich auch schon mehrfach erlebt. Es gibt kaum so disziplinierte Besuche wie einen Haufen biertrinkender, langhaariger Metaller ;) )


    e

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    1. Und die Menschen in Wels können froh sein, dass der Bürgermeister dort das Konzert abgesagt hat, sonst hätten die ja haufenweise rechtsradikale Besucher in ihrer Stadt gehabt.
      Ich war auch wirklich froh über das "Großaufgebot" der Polizei das vor Ort war, um mich vor den ganzen Nazis zu schützen. ;)

      Wie Konzerte sonst so ablaufen kann ich nicht beurteilen, das war bisher mein einziges Konzert. Aber bestimmt nicht mein letztes :)

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