Freitag, 12. April 2013

Freiheit für alle

Ich lebe mein Leben momentan so, dass ich nur Dinge mache die mir Spaß machen und mir gut tun. Mache immer das, worauf ich gerade Lust habe. Möchte mich nicht einschränken lassen von Normen und Moral. Will mich nicht allen gesellschaftlichen Konventionen unterwerfen!

Ich wünsche mir, dass jeder Mensch so leben kann, wie er es für richtig hält, so wie es nötig ist, um glücklich zu sein. Wünsche mir, dass jedes frei gewählte Lebensmodell akzeptiert und die Freiheit jeder einzelnen Person geschützt wird.
Auch wenn eine Person ein Leben führt, das ich mir für mich nicht vorstellen könnte, aber damit glücklich ist, werde ich mich dafür aussprechen, dass sie so leben darf.
Egal ob eine Frau Hausfrau, vollzeit berufstätig, Prostituierte, Muslima, Christin, Atheistin ist oder für was auch immer sie sich entscheidet, solange sie damit ihr persönliches Glück findet, steht es niemandem zu, zu urteilen und über eine Person zu bestimmen, sie gar von einem selbst gewähltem Lebensmodell "befreien" zu wollen (wie beispielsweise die Femen es gerne bei Muslima und Prostituierten versuchen).

Ich wünsche mir, dass mehr Menschen den Mut hätten, zu tun wonach ihnen ist und Sätze wie "ich würde ja gerne dies oder dass tun, aber das gehört sich nicht und was sollten denn die Leute denken" endlich der Vergangenheit angehören.
Ich wünsche mir, dass mehr Menschen sich lieber mit sich selbst als mit den vermeintlichen Problemen anderer beschäftigten. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass man sich nicht für Probleme anderer interessieren und andere Menschen unterstützen sollte, aber bitte doch nur, wenn dies gewünscht wird!

Wenn du morgens also müde bist und nicht aus dem Bett willst, dann bleib doch einfach mal liegen. Wenn dir danach ist im Regen spazieren zu gehen, dann geh raus! Und wenn dir auf einer Veranstaltung vom langen Stehen die Füße schmerzen, dann zieh die Schuhe aus oder setzt sich einfach auf den Boden!

Zum Schluss möchte ich mit einem Zitat aus dem wunderbar passenden Song der Ärzte schließen: lasse redn

„Hast du etwas getan, was sonst keiner tut?
Hast du hohe Schuhe oder gar einen Hut
Oder hast du etwa ein zu kurzes Kleid getragen
Ohne vorher deine Nachbarn um Erlaubnis zu fragen?

Jetzt wirst du natürlich mit Verachtung gestraft
Bist eine Schande für die ganze Nachbarschaft
Du weißt noch nicht einmal genau, wie sie heißen
Während sie sich über dich schon ihre Mäuler zerreißen

Lass die Leute reden und hör ihnen nicht zu
Die meisten Leute haben ja nichts Besseres zu tun
Lass die Leute reden, bei Tag und auch bei Nacht
Lass die Leute reden - das haben die immer schon gemacht“

Kommentare:

  1. Sorry aber dieser Text klingt für mich recht naiv und lebensfremd. Es sind schöne Träume, immer tun und lassen zu können, was man gerade will, aber so läuft das Leben nun mal nicht. Gewissen Regeln sind wir alle unterworfen, die nicht immer nach Zuckerwatte schmecken. Aber nur so funktioniert eine Gesellschaft.

    Ich gebe dir Recht, dass es jedem Menschen gestattet sein muß, sein privates Lebensmodell frei zu wählen, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Allein hier gibt es noch genug Nachholbedarf.

    Aber Sätze wie "ich mache nur was ich will" oder "wenn du mal nicht aufstehen willst, dann bleib doch einfach liegen" kann ich so nicht so ganz ernst nehmen. Das macht sich hübsch als Wort zum Sonntag, aber nicht als Lebensmotto.

    "Ich wünsche mir, dass mehr Menschen den Mut hätten, zu tun wonach ihnen ist und Sätze wie "ich würde ja gerne dies oder dass tun, aber das gehört sich nicht und was sollten denn die Leute denken" endlich der Vergangenheit angehören."

    Das schon, aber Sätze wie "ich würde so gern dies oder das tun, aber leider fallen meine Brötchen nicht kostenlos vom Himmel" werden nie der Vergangenheit angehören.

    Vielleicht meinst du den Text anders als ich ihn verstehe. Auf mich wirkt er wie das rebellische "scheiß auf das deutsche Schweinesystem" eines Outlaw, der vom Auswandern auf die Bahamas träumt.

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  2. "Vielleicht meinst du den Text anders als ich ihn verstehe. Auf mich wirkt er wie das rebellische "scheiß auf das deutsche Schweinesystem" eines Outlaw, der vom Auswandern auf die Bahamas träumt."

    Das ist endlich mal eine Abwechslung, sonst wird mir oft vorgeworfen, ich sei neoliberal kapitalistisch :D

    Ich bin mir nicht sicher, ob du das so verstehst wie ich das meine, ich gehe z.B. nicht davon aus, dass es jemanden glücklich macht, eben aus Geldmangel nichts machen zu können. Wie ich bereits schrieb, mache ich größtenteils, was mir gerade Spaß macht und natürlich braucht man dazu auch etwas Geld.
    Aber ich beobachte eine Tendenz dahin, dass es für viele Leute immer um mehr Geld, mehr Geld und noch mehr Geld geht, was dann nach einer 60h Arbeitswoche auf den Banken versauert. Und ich sehe, dass diese Menschen nicht glücklich sind.
    Ich muss nicht reich sein, um glücklich zu sein, sondern die Dinge tun, die mich glücklich machen. Und das Geld, was ich zum Leben benötige kann ich auch mit Dingen verdienen, die mir Spaß machen. Ich bin tatsächlich der Meinung, dass viele Menschen vielleicht aus einem großen Sicherheitsbedürfnis in einem Job hängen, der ihnen nicht gut tut!

    Freiheit und Sicherheit sind meiner Meinung nach entgegengesetzte Pole auf einer Geraden: Für mehr Sicherheit gibt man ein Stück Freiheit auf und für mehr Freiheit ein Stück Sicherheit. Da tendiere ich eindeutig mehr zur Freiheit.

    "Sorry aber dieser Text klingt für mich recht naiv und lebensfremd. Es sind schöne Träume, immer tun und lassen zu können, was man gerade will, aber so läuft das Leben nun mal nicht. Gewissen Regeln sind wir alle unterworfen, die nicht immer nach Zuckerwatte schmecken. Aber nur so funktioniert eine Gesellschaft."

    Kommt darauf an, auf welche Regeln du anspielst. Natürlich mache ich nichts, was andere Menschen verletzten oder ihnen schaden könnte - habe ich aber auch geschrieben. Sonst sehe ich da keine Einschränkungen.

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  3. "ich gehe z.B. nicht davon aus, dass es jemanden glücklich macht, eben aus Geldmangel nichts machen zu können."

    Das glaube ich auch nicht. Ich bin schon der Überzeugung, dass die glücklichsten Menschen nicht die monetär reichsten sind, aber echter Geldmangel ist halt auch ein echtes Problem, das beim glücklichsein signifikant hinderlich ist.

    "Aber ich beobachte eine Tendenz dahin, dass es für viele Leute immer um mehr Geld, mehr Geld und noch mehr Geld geht, was dann nach einer 60h Arbeitswoche auf den Banken versauert. Und ich sehe, dass diese Menschen nicht glücklich sind."

    Ja, das sehe ich genauso. Aber das ist auch eine andere Aussage als "mache was du willst" oder "bleib einfach im Bett liegen". Aber vielleicht hast du auch nur überspitzt und ich hab es nicht gemerkt. Mag sein.

    "Ich bin tatsächlich der Meinung, dass viele Menschen vielleicht aus einem großen Sicherheitsbedürfnis in einem Job hängen, der ihnen nicht gut tut!"

    Würdest du das auch von jenen sagen, die sich mit ihrem Job gerade so über Wasser halten und dort bleiben, weil sie froh sind, überhaupt Geld zu verdienen?

    "Freiheit und Sicherheit sind meiner Meinung nach entgegengesetzte Pole auf einer Geraden: Für mehr Sicherheit gibt man ein Stück Freiheit auf und für mehr Freiheit ein Stück Sicherheit."

    Das stimmt. Wo jemand seine Prioritäten setzt, liegt aber bei ihm selbst. Ich denke, die meisten streben da einen eher ausgewogenen Spagat an.

    "Kommt darauf an, auf welche Regeln du anspielst. Natürlich mache ich nichts, was andere Menschen verletzten oder ihnen schaden könnte"

    Ich habe eher darauf angespielt, dass man dieses "machen was man will" auch so verstehen kann, dass man sich z.B. in der sozialen Hängematte ausruht, ohne selbst was zu tun.

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  4. Würdest du das auch von jenen sagen, die sich mit ihrem Job gerade so über Wasser halten und dort bleiben, weil sie froh sind, überhaupt Geld zu verdienen?

    Ja, denn ich denke, dass die meisten Menschen mehr können. Ok, vielleicht findest du das naiv, aber ich habe so viele Menschen kennengelernt, denen es so ging. Ich glaube tatsächlich, dass jeder Mensch in irgendwas richtig gut ist, was ihm Spaß macht und mit allem, in dem man richtig gut ist, lässt sich Geld verdienen.
    Und gerade für einen Job, mit dem man sich wie du schreibst gerade über Wasser halten kann, sollte man nicht seine Gesundheit riskieren und seine kostbare Zeit verschwenden.

    "Ich habe eher darauf angespielt, dass man dieses "machen was man will" auch so verstehen kann, dass man sich z.B. in der sozialen Hängematte ausruht, ohne selbst was zu tun."

    Ich spreche mich ausschließlich dafür aus, Dinge zu tun, die einem gut tun und einen glücklich machen. Und ich gehe eher nicht davon aus, dass irgendwer damit glücklich ist, den ganzen Tag nur rumzusitzen. Ich habe mich als Kind immer schon nach der Hälfte der Sommerferien gelangweilt...

    Wenn ich so darüber nachdenke, dann fällt mir auf, dass ich tatsächlich niemanden kenne, der mit Hartz IV glücklich ist. Und ich denke, dass das auch nicht die Normalität ist.

    Aber viel mehr ging es mir mit dem Text eigentlich darum, sich einerseits von den gesellschaftlichen Konventionen im Kopf zu befreien, die einen immer denken lassen, was wohl andere Leute von irgendwas denken.
    Und andererseits auch, dass jeder auch mal selbst überlegen sollte, wo er oder sie unbewusst Druck auf andere ausübt.

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