Samstag, 9. März 2013

Echo? Frei.Wild - MIA - Kraftklub


Beim diesjährigen Echo waren in einer Kategorie unter anderem MIA, Kraftklub und Freiwild nominiert. MIA und auch Kraftklub sprachen sich gegen die Nominierung von Freiwild aus (wobei zu sagen ist, dass die Bands für den Echo nur abhängig von den Verkaufszahlen und nichts sonst nominiert werden) und gaben an, selbst von ihrer Nominierung Abstand zu nehmen. Dazu ist auf der Facebookseite von Kraftklub folgendes zu lesen:

Wir haben unsere Plattenfirma gebeten, dafür zu sorgen, daß
unsere Nominierung für den Echo in der Kategorie "Rock/Alternativ National"
zurückgezogen wird.

Wir möchten nicht weiter in einer solchen Reihe genannt werden.

Obwohl wir uns gefreut haben zusammen mit Mia., Die Toten Hosen, Unheilig, und Die Ärzte nominiert gewesen
zu sein. Schade um die schöne Aftershowparty…“

Und auch bei MIA:

Hallo Zusammen,
wir waren den ganzen Tag auf Promo-Reise und kommen erst jetzt dazu, Euch folgendes mitzuteilen:
Wir haben uns heute sehr, aber leider auch nur sehr kurz über unsere ECHO-Nominierung gefreut, da unter den aktuell Nominierten mit Frei.Wild eine Band genannt wird, deren Weltbild wir zum Kotzen finden.
Es mag nicht in unserer Hand liegen, welche Künstler für einen Echo nominiert werden, aber es liegt in unserer Hand, von unserer Nominierung dankend Abstand zu nehmen.

Eure MIA.s“

Ich kannte bis dahin die Band Frei.Wild nicht, von MIA fand ich einige Lieder ganz gut und Kraftklub habe ich ab und zu durch Zufall im Radio gehört. Aber ich bin wie immer der Meinung, dass ich nicht alles glaube, was man so in den Medien hört und habe daher mal ein bisschen durchs Netzt gestöbert und mir auch ein paar Lieder von Frei.Wild angehört, von denen es heißt, dass sie nationalsozialistisches Gedankengut verbreiten.
Mein Eindruck ist eher, dass die Band sich gerade in ihren Liedern immer gegen jede Art von Faschismus und Rechtsextremismus ausspricht und ich frage mich ernsthaft, wie man aus den Liedtexten rechtes Gedankengut erkennt.
Auch habe ich gelesen, dass einer der Sänger vor über zehn Jahren in seiner Jugend zeitweise in die rechte Szene abgerutscht war, was er heute bereut - sollte man daraus der ganzen Band einen Strick drehen?
Was mir bei meiner Recherche auch untergekommen ist: Die Band MIA bekam selbst mal den Vorwurf, mit ihrer Musik in der rechten Ecke zu stehen. (Es ist, was es ist: saudämlich / taz von 2003). Nein, ich möchte damit jetzt nicht sagen, dass diese Band rechts ist, das glaube ich nicht. Wundere mich aber doch, dass man selbst einfach so auf einen Zug aufspringt (Kraftklub hatte zuerst die Boykottierung des Echo bekannt gegeben) ohne sich ein wenig zu informieren, wenn man eben diese Erfahrung gemacht hat. Ich muss sagen, dass es diese Band dadurch geschafft hat, sich bei mir unbeliebt zu machen. Bestimmt auch noch bei einigen anderen. Ich habe ein Problem damit, wenn Leute nicht in der Lage sind, ihr eigenes Gehirn zu benutzen und so wirkt die Aktion von MIA leider auf mich.

Auch habe ich mir die Texte von Kraftklub angesehen und erkenne da nichts tolles, positives, fröhliches. Nichts Aufmunterndes wie bei Frei.Wild und nichts gute-Laune-mäßiges wie bei MIA. Kraftklub scheint damit Erfolg zu haben, dass sie darüber singen, wie scheiße bisher ihr Leben war und wie scheiße doch alles anderen sind. Es klingt oft so ein bisschen nach dem Suhlen im Selbstmitleid. Mit der Ausnahme „Eure Mädchen“, da ist das ganze umgedreht und sie haben erkannt, dass sie Erfolg haben, wodurch sie sich nun über andere erheben. Meiner Meinung nach eine Einstellung, die wirklich „zum Kotzen“ ist!

Und Frei.Wild singt tatsächlich darüber, dass sie die Werte einer Minderheit (deutschsprachige Tiroler in Italien) bewahren möchten und ihre Heimat lieben. Würden die nun Volksmusik statt Rockmusik machen wäre alles wunderbar. Aber so sind sie für manche wohl einfach eine zu große Konkurrenz bzw. Rockmusik ist ja per se böse und Volksmusik eben nicht. Ein Beispiel von eine Volksmusikband, die ebenso ihre Heimat besingt, aber niemals in die rechte Ecke gerückt wurde sind die Kastelruhter Spatzen: „Südtirol - Du mein schönes Heimatland, Südtirol - Auf Dich sind wir stolz“ so beginnt das Südtirol Lied und im gleichen Tenor geht’s weiter. Aber die sind ja nicht nominiert für den Echo und natürlich machen die Voksmusik und nicht Rockmusik.
Scheiß Doppelmoral!

Mein persönliches Fazit der Debatte: Ich bin enttäuscht von MIA, Kraftklub ist mir so egal wie vorher und mit Frei.Wild habe ich eine für mich neue Band entdeckt, die echt gute Musik macht.

Kommentare:

  1. Ich habe jetzt nicht verstanden, warum du glaubst, MIA. würde Frei.wild und ihre Attitüde nicht kennen. Nur weil du sie nicht kennst?

    Frei.wild ist genau so eine Faschoband wie die Onkelz, die natürlich auch einige gemäßigtere Sachen haben, mit denen es sich so schön vortäuschen lässt, eigentlich doch ganz in Ordnung zu sein. Trotzdem sind es einfach nur Scheißnazis. Und beide Bands stehen aus einem ganz bestimmten Grund nicht offen dazu: Geld.

    Hätte man übrigens alles vermeiden können, wenn man Südtirol nicht nach Deutschland versetzt hätte. Wer als Künstler National nominiert ist, sollte auch ein nationaler Künstler sein. Alles andere wirkt leicht größenwahnsinnig.

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    1. Hast du irgendwo einen Beleg, was Frei.Wild zu "Scheinßnazis" macht? Ich meine diese Frage durchaus ernst, weil ich danach gesucht aber nichts gefunden habe. Außer natürlich, dass andere das ohne Beleg behaupten. Was die Onkelz angeht, keine Ahnung, habe ich mich nicht mit beschäftigt.

      Was die Nominierung in dieser Kategorie angeht, das liegt an den Regeln des Echo: deutscher Text, deutsche Pässe und in den deutschen Charts reicht um dort nominiert zu werden.

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    2. Ich sagte ja, dafür gibts eigentlich keinen Beleg. Sie streiten es ja selbst ab. Es ist ganz einfach: Solange die Onkelz noch zu ihrem Rechtsextremismus standen und Lieder über Türken sangen, waren sie zwar in der Szene sehr beliebt, aber durften nur unter der Ladentheke verkauft werden. Irgendwann dachten sie sich wohl, wie blöd es ist, eigentlich schon berühmt zu sein und damit überhaupt kein Geld machen zu können, also sagten sie sich von ihrem Image los und sind heute wohl reich.

      Dennoch kann man bei Frei.Wild Tendenzen feststellen, das hat SPON mal zusammen gefasst: http://www.spiegel.de/kultur/musik/frei-wild-wie-rechts-ist-die-suedtiroler-band-wirklich-a-887594.html

      Mehr kann ich dir leider nicht liefern außer die Versicherung, dass es innerhalb der Szene überhaupt keine Frage ist, welcher Ideologie die Typen angehören. Neonazis lieben Frei.Wild, Punks wissen, dass sie Nazis sind und hassen sie und auch Metaller wenden sich schaudernd ab. Und das ist nicht erst seit diesem Skandal so. Werden wohl auch MIA. wissen.

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    3. Dieser Spiegel-Online-Artikel ist so tendenziös, daß man brechen möchte. Mit Anlauf.

      Wie gesagt, ich kenne die Band nicht und habe auch keine Lust, sie kennenzulernen (ich konnte schon die Bösen Onkels nie leiden), aber mit 2,4 Sekunden Google-Suche kann man feststellen, daß die Textauszüge im Artikel massiv aus dem Kontext gerissen sind.

      Beispiel? Die Stelle „Haben Leute verdroschen, über die Folgen nicht nachgedacht [...]“, die als Beleg für Gewaltaffinität herhalten darf. Der Liedtitel lautet wohl „Nennt es Zufall, nennt es Plan“, und der erste Googletreffer ist der Volltext.

      Und was liest man da in der nächsten Strophe? „Kranke Ideologien, verwirrend falsche Gedanken. Jetzt ist das vorbei. Was bleibt sind Ruf und Geschichten, die nerven, doch nicht vernichtend. Auch wenn jetzt alle weiter über uns richten: vor eurer Türe liegt Dreck, und das noch mehr als bei uns. Kehrt den erst mal weg!“ Selbst der größten Logikpfeife sollte klar sein, daß in den ersten Teilen des Liedes die Vergangenheit besungen wird, die ja anscheinend Teile der Band in der Skinheadszene zugebracht haben. Der Abschluß macht aber klar, daß diese Einstellung nicht mehr eingenommen wird und lediglich die Angriffe, die die Band wegen der alten Fehler noch aushalten muß, nerven.

      Wenn ich mir eine alte Scheibe von den Hosen anhöre, der besten Band der Welt oder überhaupt irgendjemand aus dem Alternative/Punk-Bereich, dann kommen da regelmäßig Erzählungen aus der „wilden“ Zeit, Attacken gegen den „Bullenstaat“ etc. pp. drin vor. Hat bisher keinen interessiert – zu Recht.

      Sorry, aber wenn der Artikel symptomatisch für den Rest der Debatte ist, dann ist das eine ganz miese und durchschaubare Kampagne.


      energist

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    4. @ Robin

      Wo hast du das über die Onkelz her? Aus den Medien *lach*

      Kleine Info:

      Die Onkelz waren am Anfang Punks, die von Türkenbanden auf der Strasse in Frankfurt angemacht wurden weil sie mit langen bunten Haaren rumgelaufen sind. Es gab täglich Schlägereien.

      Daraufhin haben sie EIN!!! Lied, ich wiederhole, ein Lied über Türken gesungen von dem es nur ein Bootleg gibt.

      Dann wurde ihnen Punk zu kommerziell und sind in die damals unpolitische Skinheadszene gegangen.

      Und nein, Skinheads sind KEINE Nazis. Man Man Man, die Diskussion habe ich vor 20 Jahren schon geführt, darf ich fragen wie alt du bist?

      Ein Onkelzfan, der es leid ist ständig die einfachsten Sachen erklären zu müssen die schon wirklich 1000 Mal durchgekaut wurden. Doch Lügen und Denuziantentum ist hartnäckig. Bewerf Leute genug mit Schmutz, und etwas bleibt schon hängen.

      Also nix Naziband, die Onkelz waren auch regelmäßig beim Wacken.

      Genauso wie jetzt Freiwild.

      Guter Deutschrock ;), wer es mag.

      Und natürlich noch ein Lied zum Nachdenken weile s zum Thema passt.

      Die Gitarrenriffs sind wie immer der Hammer:

      http://www.youtube.com/watch?v=9jOcCT_Ifds

      Und der Text erst recht.

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    5. "Man Man Man, die Diskussion habe ich vor 20 Jahren schon geführt, darf ich fragen wie alt du bist?"

      Bitte werde nicht persönlich! Das Alter der an der Diskussion beteiligten Personen tut nichts zur Sache!

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    6. @ Sorry

      Aber es kotzt mich an das die gleichen Lügen von vor 20 Jahren immer noch verbreitet werden. Das wurde alles schon 5000. mal hoch und runter diskutiert.

      Bevor man irgendwas wild in die Welt posaunt sollte man sich mal informieren. Das Internet machts heutzutage möglich und das innerhalb von Sekunden.

      Als Fan dieser Band konnte ich das so nicht stehen lassen. Weil das ja auch auf mich projeziert werden kann wenn es heisst das die und die Band eien Naziband ist.

      Irgendwann ist man es auch leid ständig den Erklärbär spielen zu müssen weil die Leute nicht mit Medien umgehen können und alles glauben was man ihnen erzählt. Medienkompetenz? Fehlanzeige.

      Robin ist wahrscheinlich Ärzte Fan ;)

      Die Onkelz und die Ärzte mögen sich nicht besonders.

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  2. Ich habe bisher weder Kraftklub noch Freiwild gehört – und finde eine Band, die sich einen Punkt in den Namen bastelt eigentlich auch eher… naja. Vielleicht etwas zu verkünstelt.

    Aber ich gehe mal davon aus, daß mich die diversen Medien und Menschen, die über diese Sache schreiben, nicht anlügen. Also frage ich mich, wie zum Henker eine Band, die ihre Fans auf Konzerten „Nazis raus!“ skandieren läßt und Liedtexte hat, in denen sehr direkt gesagt wird, daß sie mit Faschos nix zu tun haben wollen, eine „Faschoband“ oder gar „Scheißnazis“ sein können?

    Irritiert:


    energist

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    1. Ging mir ähnlich, habe mich auch gewundert, dass eien Band, die sich sogar deutlich gegen Rechtsextremisten ausspricht in diese Ecke gerückt wird.

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    2. Hallo Miria,
      einen guten Artikel gibt's hierzu in der Zeit: http://www.zeit.de/kultur/musik/2013-03/freiwild-interview-thorsten-hindrichs
      und hier die Stellungnahme von Visions, die sich wegen der (auch abgesagten) Teilnahme der Band vom Full with Force Festival zurückgezogen hat: http://www.visions.de/news/17976/With-Full-Force-Mit-Frei-Wild-ohne-uns

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    3. Dankeschön. Der Zeit-Artikel ist tatsächlich ziemlich interessant. Aber so wie Thorsten Hindrichs sagt, empfinde ich es auch als schwierig eine Trennung zu ziehen zwischen dem, was ok ist und dem, was bereits zu rechts ist. Gerade dabei solltem an die individuelle Geschichte und Erfahrungen von Menschen berücksichtigen, die Äußerungen tätigen.
      Und genau diese Geschichte (Geschichte Südtirols) macht bei mir die Meinung stärker, dass dies von der Band nicht zu weit rechts ist. Problematisch wird es allerdings, dass andere das für sich und ihre Naziparolen teilweise vereinnahmen.

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  3. Hier werden auf publikative verschiedene Texte zu Frei Wild analysiert:


    http://www.publikative.org/2012/10/26/kein-frei-wild/

    Das Problem bei FreiWild ist nicht ihre Heimatliebe bzw. ihr Heimatstolz, sondern, dass sie ihre Heimat ethnisch definieren oder anders ausgedrückt, sie haben ein Problem damit Italiener als Nachbarn zu haben.

    Schau dir auch mal die Facebookseite von FreiWild an, dort vergleichen sie sich mit Juden während der Nazizeit. Die Typen sind keine Neonazis, aber glasklare Rassisten, die sich in der Opferrolle sehen. So ne ähnliche Argumentation findet man auch auf pi-news.

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    1. Auf mich macht der Text auf publikative den Eindruck, dass dort ziemlich viel in die Texte der Band interpretiert wird, was dort einfach nicht steht. Mit viel Fantasie und Interpretation kann man wohl jedes Lied so deuten.

      Was die Facebookseite angeht, habe mich da umgeschaut und nicht eine einzige Aussage gefunden, die in die von dir beschriebene Richtung geht. Da wäre ein direkter Link interessant.

      Habe noch zwei Beispiele gefunden, die widerum dagegen sprechen, dass es sich um eine eindeutige rechte Band handelt:

      Zum einen ihr Engagement gegen Rassismus: http://www.rote-karte-rheinland.de/de/united-against-racism/73-freiwild.html

      Zum anderen die Meinung aus den Kreisen der Jusos:

      http://www.jusos-odenwald.de/index.php?mod=content&menu=9&page_id=8668

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    2. Hm, beschäftigst du dich mit dem Thema Rassismus? Nur weil jemand laut schreit, dass er gegen Rassismus ist, kann jemand trotzdem rassistisch handeln/ rassistische Sichtweisen vertreten. (die Jusos sind übrigens kein garant dafür, dass irgendwas nicht rassistisch ist...)

      Sexistisch? Oh ja. Fünf Minuten von nem live-Auftritt auf einem Festival haben gereicht um diese Band ein für alle mal von meiner Liste zu streichen.

      zudem würde ich nie wieder auf ein Festival fahren, auf dem diese Band spielt, weil sie einfach den Vollidioten-Anteil im Publikum drastisch erhöht... und ich schätze, das kommt nicht von ungefähr.

      Ich denke die Verknüpfung mit rechts kommt vor allem aus ihrem Sprachgebrauch, (Volk, Heimat, etc.) dass das bei vielen rechts klingt ist wohl kein Wunder. Ich persönlich würde nach den Texten, dem Patriotismus usw. die Band auch rechts einordnen. Dass der ganze Medienrummel nur Quote und Profit bringt und niemand deswegen einen Keks verdient, geschenkt.

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    3. "Hm, beschäftigst du dich mit dem Thema Rassismus? Nur weil jemand laut schreit, dass er gegen Rassismus ist, kann jemand trotzdem rassistisch handeln/ rassistische Sichtweisen vertreten. (die Jusos sind übrigens kein garant dafür, dass irgendwas nicht rassistisch ist...)"

      Natürlich, da stimme ich dir zu. Aber genau das versuche ich ja gerade herauszufinden, wie es sich hier verhält. Und bisher habe ich mehr Engagement und Aussagen gegen Diskriminierung und Rassismus gefunden und nicht nur eine Aussage oder Handlung, die das Gegenteil ausdrückt. Also, wenn du der Meinung bist, dass diese Band rassistisch ist oder handelt, her mit den Belegen. Ich bin bestimmt kein starker Fan oder sowas, finde es nur falsch ohne Grund jemanden gerade in diese Ecke zu drängen.

      "Sexistisch? Oh ja. Fünf Minuten von nem live-Auftritt auf einem Festival haben gereicht um diese Band ein für alle mal von meiner Liste zu streichen."

      Könntest du mir das genauer erählen? Da ich wie gesagt diese Band bisher nicht kannte und auch nicht auf Festivals gehe, kann ich dazu gar nichts sagen.

      "Ich denke die Verknüpfung mit rechts kommt vor allem aus ihrem Sprachgebrauch, (Volk, Heimat, etc.) dass das bei vielen rechts klingt ist wohl kein Wunder. "

      Ja, das denke ich auch. Finde ich aber eigentlich schade. Denn wenn jemand sagt, er liebe seine Heimat und sein Volk, wird damit meiner Meinung nach ja nicht gleichzeitig gesagt, dass man andere scheiße findet.
      Wenn ich sage: Ich liebe Winterurlaub! Bedeutet das ja nicht, dass ich Sommerurlaub hasse, sondern ich könnte ja auch mehr als nur eins mögen...

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    4. „zudem würde ich nie wieder auf ein Festival fahren, auf dem diese Band spielt, weil sie einfach den Vollidioten-Anteil im Publikum drastisch erhöht... und ich schätze, das kommt nicht von ungefähr.“

      Das geht/ging mir mit den Onkels genauso, auch da gibt's einfach keine Schnittstellen zwischen deren Publikum und mir. Da die Bands immer so schön in eine Reihe gestellt werden wird's also wohl bei Freiwild die gleiche Gruppe Typ sein.

      Aber nur weil ich die nicht mag muß ich den Laden doch nicht verbieten? Ich verbiete auch nicht Helene Fischer, Bushido und 50 cent, obwohl ich auch die meisten deren „Fans“ in mindestens einem Punkt für nicht ganz auf der Höhe der Zeit halte.

      Der verlinkte Artikel ist mir auch zu konstruiert in seinen Zusammenhängen. Siehe mein Kommentar zum Spiegel-Artikel oben: die von mir dort bemängelte falsch zitierte Textstelle ist da auch wieder prominent aufgeführt.

      Und wenn Nazis die Band hören? Ist doch super, das ist doch die größte Selbstoffenbarung ihrer Komplexe, wenn die auf eine Band abfahrn, die sie als Idioten beschimpft. Da sollte doch eigentlich die ganze Antifa Samba auf der Straße tanzen?

      Hüpfend:

      energist




      PS: Ein paar Bands aus der Elektro-/EBM-Ecke, die ich ganz gerne mag, bekommen auch immer wieder vorgeworfen, sich faschistischer Symbolik zu bedienen. VNV Nation, Welle Erdball, Funker Vogt. Die haben Glück, daß ihr Publikum ui 100 % aus alternativen Elektros, Goths und so besteht, sonst wären die vermutlich auch schon wegempört.

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    5. "Und wenn Nazis die Band hören? Ist doch super, das ist doch die größte Selbstoffenbarung ihrer Komplexe, wenn die auf eine Band abfahrn, die sie als Idioten beschimpft. Da sollte doch eigentlich die ganze Antifa Samba auf der Straße tanzen?"

      Herrlich :D
      Bisher habe ich immer nur das Argument gehört, eine Band kann sich ihr Publikum ja leider nicht aussuchen, aber das hier ist noch besser :D

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    6. „Herrlich :D“

      Für Dich doch gerne ;)

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  4. Lusru schreibt: (zu einem Kommentar von miria) am März 11, 2013 um 12:58 nachmittags unter
    http://tapferimnirgendwo.com/2013/03/08/das-echo-rohrendes-frei-wild/#comment-34535
    das:
    "Na dann schau mal lieber kurz hier über dir bei “Lusru schreibt: März 11, 2013 um 12:39 nachmittags” nach, da ist alles zur KATEGORIE “national” gesagt. So schwer ist das doch nicht zu verstehen.
    Dein Fußballervergleich zieht nicht, wenn, dann mußt du schon in der gleichen Ebene bleiben und die Mannschaft nehmen (nicht den Einzelnen):
    Noch nie spielte eine italienische Mannschaft (egal wieviel brasilianische Pässe da mitliefen) außerhalb Italiens (!) in der der Kategorie “national”, und wieso soll bei den WildSchreiern das nun anders sein?- Das ist doch gar nicht so schwer zu verstehen, oder?
    Und die von dir erwähnte “Rechtsradikalität” möchte ich hier nicht bewerten, für mich sind die nicht “rechts” sondern unangenehm laut, rotzig und kotzig und extrem von Vorstellungen jedweden Zusammenlebens entfernt, das Niveau der Texte liegt unter dem der faschistischen Propagandatour damals wie heute, es ist rumpelnde Kloakenbrühe und für keinen Wettbewerb nirgendwo geeignet – und DAS ist es, was viele heutige Dumpfbacken zu Tausenden anzieht, die sich DAMIT “rechts” nähern, das muß Schreiwild gar nicht mehr selbst artikulieren, das “Rechte”, …"

    Nebenher:
    In diesem blog erfährt man darüber einiges zu Südtirol, obwhl es in der "Echo"-Problematik an keiner Stelle um die Erhaltung "südtirpler Traditionen" oder nicht geht, da kocht eine völlig andere Suppe, wieder mal: Nationalistisches soll in einer Kategorie "national" gesellschaftsfreudig bei jungen Dumpfbacken gestylt werden -
    Bekannt ist, daß jedoch "nationales" und "nationalistisches" noch nie das gleiche waren, auch wenn eine gewisse Nähe gelegentlich nicht zu übersehen ist ...

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  5. "Kranke Ideologien, verwirrend falsche Gedanken. Jetzt ist das vorbei. Was bleibt sind Ruf und Geschichten, die nerven, doch nicht vernichtend. Auch wenn jetzt alle weiter über uns richten: vor eurer Türe liegt Dreck, und das noch mehr als bei uns. Kehrt den erst mal weg"

    Na gut, aber der Text ist so schlecht, daß ich eigentlich auch nicht mit denen nominiert sein möchte.


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    1. Das ist vermutlich Geschmackssache und es gibt gerade in der Musikbranche verdammt viele schlechte oder auch nichtssagende Texte.
      Subjektiv schlechte Texte sind noch lange kein Grund jemanden von einer Nominierung, die erstmal nur aufgrund von Verkaufszahlen zustande kommt, auszuschließen.

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  6. ob das nazis sind, weiß ich nicht.
    nationalistisch sind sie allemal, wenn sie von heimatstolz singen. bei texten wie "Kurz gesagt, ich dulde keine Kritik
    an diesem heiligen Land, das unsre Heimat ist" (Südtirol) oder "Wann hört ihr auf, eure Heimat zu hassen
    Wenn ihr euch Ihrer schämt, dann könnt ihr sie doch verlassen"(Wahre Werte) ist vielleicht nicht rechtsradikalismus, aber definitiv nationalismus der fall. das ist nicht nur subjektiv der fall, wenn wer seine heimat so verherrlicht und noch nicht mal kritik daran zulassen will!
    das ist bei den kastelruther spatzen oder sonst irgendwem von der volksdümmlichen musik genau so eklig und gehört dort genauso kritisiert.
    nationalismus ist immer kacke, egal ob's nationalistische deutsche, südtiroler oder amis sind.

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    1. Im Zusammenhang lautet die Strophe bei "Südtirol" folgendermaßen:

      "Heiß umkämpft war dieses Land ja immer schon,
      und ich sags, ich sag mit Freude, ich bin dein Sohn.
      Edle Schlösser, stolze Burgen und die urigen Städte
      wurden durch die knochenharte Arbeit unsrer Väter erbaut.
      Kurz gesagt, ich dulde keine Kritik
      an diesem heiligen Land, das unsre Heimat ist,
      drum holt tief Luft und schreit es hinaus,
      Heimatland, wir geben dich niemals auf."

      Diese Strophe und das gesamt Lied bezieht sich damit direkt auf die versuchte Unterdrückung der deutschsprachigen Südtiroler Minderheit durch den italienischen Staat. Es wird hier quasie gegen den italienischen Faschismus gesungen. Vielleicht ist das nationalistisch, aber ich empfinde das jetz nicht unbedingt als negativ, sondern verständlich. Wenn Straßennamen geändert (Sprache) und die Leute zwangszweise ihre Sprache aufgeben müssen, dann ist das nicht unbedingt etwas, worüber ein Volk sich freut.

      "Wann hört ihr auf, eure Heimat zu hassen
      Wenn ihr euch Ihrer schämt, dann könnt ihr sie doch verlassen"
      Den Satz sehe ich (und einige meiner Freunde auch) übrigens genauso. Das bezieht sich doch ganz klar auf Menschen, die das Land / die Stadt, was auch immer, in dem / der sie leben nicht mögen. Warum dann nicht gehen?! Was ist daran falsch? Wenn es mir hier nicht gefällt dann gehe ich und ich persönlich werde wahrscheinlich irgendwann gehen, da mir so einiges an Deutschland nicht gefällt. Obwohl ich mein kleines Dorf in dem ich lebe eigentlich schon mag.
      Aber was ist daran bitte falsch? Was ist falsch daran zu sagen, wenn du deine Heimat hasst, dann geh doch?

      Und was mich auch noch interessieren würde ist, was genau bedeutet für dich nationalistisch (da gibts ja auch Unterscheidungen) und warum ist das generell und immer kacke?

      Viele Grüße,
      Miria

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