Sonntag, 24. März 2013

Die Bedeutung von Sprache


Durch einen Beitrag über Zensur auf dem Blog von Antje Schrupp, habe ich verschiedene Überlegungen bezüglich der Bedeutung von Sprache.
Antje bedauert in ihrem Beitrag, dass heutzutage schon viel zu häufig das Wort Zensur benutzt wird, beispielsweise auch bei Kommentarmoderation auf privaten Blog, wodurch die „eigentlich Zensur“ (nach ihrer Definition nur von staatlicher Seite) verharmlost wird.

Ich denke aber eigentlich, dass es völlig unerheblich ist, wie man etwas denn nun nennt. Für mich persönlich spielt Sprache eine nicht so große Rolle, ich glaube nicht, dass Sprache das Denken großartig beeinflusst. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich eine Person bin, die nicht in Worten denkt. Vielleicht ist das bei anderen Menschen anders. Vielleicht denken andere Menschen wirklich in Worten und es macht tatsächlich auch einen Unterschied wie etwas nun benannt wird. Ich selbst denke  in Bildern und Gefühlen. Daher ist es auch manchmal ziemlich schwer auszudrücken, was ich eigentlich sagen möchte und häufig kommt es zu Missverständnissen, da unterschiedliche Menschen wiederum unterschiedliche Definitionen von Worten haben (Bezüglich des Sexismus-Diskussion hatte ich bereits teilweise etwas dazu geschrieben: unterschiedliche Wahrnehmungen). Eine Freundin von mir denkt beispielsweise in Farben, also sie sieht bei bestimmten Tönen bestimmte Farben.
Mich würde wirklich interessieren, wie viele Menschen nur mit Worten denken?
Wie große ist dann der Einfluss der Sprache? Macht das vielleicht wirklich einen Unterschied, welche Art zu denken eine Person hat?

Welche Bedeutung hat es also, wenn ich jetzt alles „Zensur“ nenne, wo gelöscht wird, egal ob privat oder von staatlicher Seite. Einerseits natürlich, dass bei einem Wort, dass erstmal nur „Zensur“ heißt nicht klar ist, dass das eine schlimmer als das andere ist - was es ja auch nicht für alle Menschen gleich sein muss. Aber andererseits könnte man damit auch darauf aufmerksam machen, dass eben beides nicht gut ist. Und mit einer näheren Beschreibung lässt sich doch auch ziemlich schnell klar stellen was gemeint ist: So dürfte es doch kein Problem sein, sich gegen staatliche aber für private Zensur z.B. auf Blogs auszusprechen.
Ich sogar viel eher der Meinung, dass es der Diskussion gut tut, wenn man noch mehr als nur ein Wort benutzt, um etwas klarzumachen, da die Gefahr von Missverständnissen und unterschiedlicher Auffassung von Bedeutung wesentlich geringer ist.

Auch das Argument, dass ich für eine Diskussion oder um meine Meinung deutlich zu machen nur die Sprache habe und diese daher besonders wichtig ist, kann ich nicht gelten lassen. Denn vielmehr empfinde ich die Handlung als etwas, mit dem man seine Meinung deutlich machen kann.
Wenn jemand etwas sagt, dann kann es immer noch tausend Gründe geben, warum jemand etwas sagt (vielleicht auch nur, weil diese Meinung gerade Mainstream ist). Eine Handlung, die aber zeigt, welche Meinung jemand vertritt, sagt meiner Meinung nach viel mehr aus. Natürlich gibt es auch hier die Möglichkeit, dass jemand einfach im Mainstream mitschwimmen möchte. Aber da etwas leichter gesagt als getan werden kann, ist die Chance auf Ehrlichkeit meiner Meinung nach bei einer Handlung größter als bei einfachen Worten.
Demzufolge betrachte ich genaue Bezeichnungen und Worte als weniger wichtig als eindeutige Handlungen.
Wenn jemand im eigenen Blog die Kommentare zensiert, kommt da eindeutig die Meinung zum tragen, dass die Zensur in privaten Blogs in Ordnung ist - völlig unabhängig ob diese Person das nun als Zensur oder wasauchimmer bezeichnet.

Ps. Zum Thema Zensur wird noch ein Text folgen.

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