Dienstag, 19. März 2013

Blinde Gesellschaft und die sog. „Gutmenschen“

Ich frage mich ernsthaft wie diese Menschen glücklich und mit sich selbst zufrieden sein können?! Diese Menschen, die ihre Einstellungen, ihre Sichtweisen über die aller anderen Stellen. Diese Menschen, die meinen, die Weißheit mit Löffeln gefressen (RW) zu haben und alle anderen für dumm oder naiv halten. Diese Menschen, die vorne herum den Moralapostel spielen, aber sobald jemand wegguckt die größte Scheiße machen, die man sich nur vorstellen kann.
Ich frage mich, wie kann man glücklich sein, wenn man „ja“ sagt, aber eigentlich „nein“ meint? Wie kann man glücklich sein, wenn man die ganze Zeit sein wahres Gesicht verbirgt und sich nicht traut zu sich selbst zu stehen?! Wie kann man morgens noch in den Spiegel sehen, wenn man sich selbst und alle anderen tagtäglich belügt und hintergeht?
Genau dieses Verhalten sehe ich oft und überall. Diese Menschen sind es, die umgangssprachlich von einigen als sog. „Gutmenschen“ bezeichnet werden. Ich mag das Wort eigentlich nicht, aber es passt. Diese Leute tun so als würden sie für alle nur Gutes und nur das Beste wollen, dabei sind sie eigentlich nur an ihrem eigentlichen Vorteil und ihrem Image interessiert. Und wenn mal jemand was dagegen sagt und sich aufregt gibt’s gleich verbal von allen Seiten was aufs Maul! Das kann doch nicht sein, dass die Mehrheit der Gesellschaft so gleich geschaltet ist oder das nicht durchschaut..

Ein gutes Beispiel für das, was ich meine ist der AStA (Allgemeiner Studierenden Ausschuss) an unserer Universität (ich werde jetzt nicht sagen, um welche Uni es sich handelt, da es mir fern liegt hier Menschen namentlich bloßzustellen!). Der AStA ist zu einem Großteil gebildet von der Fraktion Campusgrün. Dieses ist bereits ihre dritte Amtszeit, nicht für jeden Beteiligten, aber für den Großteil und auch für Campusgrün an sich. Vor zwei Jahren, bei der ersten Amtszeit war ich dabei, nein ich war und werde mit Sicherheit aus verschiedenen Gründen niemals ein Mitglied der Grünen, aber ich war im AStA. Unsere Liste (parteiunabhängig, wir wollten was für die Studenten erreichen), hat gemeinsam mit den Campusgrün den AStA gestellt. Damals dachten wir, das was sie sagten, meinten sie ernst. Sie sprachen sich gegen die Reichen und Abzocker aus, wollten das durch die Studenten eingenommene Geld sinnvoll verwenden, den Arbeitnehmern, die beim AStA angestellt sind, die Löhne erhöhen.
Aber nachher sah alles ganz anders aus: Auf unseren Vorschlag, die Gelder, die an die AStA Referenten gezahlt (das sind monatlich immerhin 300-400 Euro) werden, zu kürzen wollte keiner eingehen - das kann man ja so nun auch nicht machen! Ich war die einzige, die schließlich auf die Pauschale verzichtete und ehrenamtliche Arbeit für die Studenten leistete, weil es doch letztendlich darum gehen sollte, dass wir was für die Studenten erreichen und nicht uns an ihnen bereichern. Auch die Geschichte mit dem Lohn ist interessant, hinter verschlossenen Türen, wurde alles getan, um eben diesen nicht zu erhöhen, was man dann aufgrund einer Tarifanpassung zwangsweise tun musste und zum nächsten Wahlkampf wurde sich dann mit erreichtem gebrüstet!

Und nein, dass ist nicht eine Ausnahme und eine Seltenheit, der Großteil der Menschen, die meinen ihre Moral sei die einzig Richtige und sie wollten allen helfen, möchte eigentlich nur sich selber helfen. Immer wieder musste ich diese Erfahrung machen und darauf habe ich keinen Bock mehr!
Ich verstehe einfach nicht, warum so viele Menschen blind sind, immer wieder die gleiche Scheiße glauben, immer wieder die gleiche Scheiße wählen, immer wieder die gleiche Scheiße unterstützten?! Leute, macht doch mal die Augen auf und seht was in Deutschland vor sich geht. Die Moralisten sind die schlimmsten Heuchler überhaupt!

Ich habe diesen Text aus Wut geschrieben, die sich nicht mehr zurückhalten lässt und wer sich angesprochen fühlt, ist selber schuld!

Kommentare:

  1. Das scheint wohl überall das gleiche zu sein. Bei uns ist zwar hauptsächlich eine andere Fraktion am Ruder und die Grünen machen nur mit. Die Ergebnisse sind aber die gleichen. Dieses Jahr ging es sogar noch weiter: die Zuwendungen für die Referenten (immerhin teilweise 670 Euro/Monat) werden jetzt offiziell nicht mehr nach geleisteter Arbeit, sondern nach „Bedürfnis“ verteilt. Daher sind jetzt alle „Hochschulpolitik“- und Antirassismus-, Feminismus-, Queer-, Antifa-, Entmilitarisierungsreferenten voll bezahlt, während der mit der meisten Arbeit (Finanzen und Hochschulgruppen) fast leer ausgeht. Unfaßbar…

    Aber dagegen anzukämpfen ist müßig. Das System hat sich so gut eingerichtet, daß man quasi nicht dagegen ankommt. Und irgendwann war mir dann auch meine Zeit zu schade.

    energist

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    1. So weit ist es bei uns glücklicherweise noch nicht. 670 Eruo / Monat erhalten bei uns auch nur die beiden Menschen mit der meisten Arbeit (Finanzer und Vorsitzender).
      Das was mich wirklich wundert ist, wie man noch mit sich selbst klar kommt, wie man noch in den Spiegel gucken kann, wenn man jeden Tag jeden Menschen inkl. sich selbst belügt?! Ich könnte das nicht!
      Warum setzt man moralische Ansprüche an andere, denen man selbst gar nicht gerecht werden kann (oder will)!?

      Weißt du zufällig wie das bei euch funktioniert mit dem "Bedürfnis" nachweisen? Stelle ich mir recht kompliziert vor oder gehts einfach danach, dass jeder sagt wie viel er gerne hätte?

      Grüße,
      Miria

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  2. Bedürfnis nachweisen = jeder sagt, was er so seiner Meinung nach zum Leben bräuchte, dann bekommt er das. Wenn das Geld nicht reicht, wird der Etat erhöht.

    Traurig, aber so läuft das bei uns. Und es interessiert schlicht und ergreifend die Studenten nicht.

    Nett sind auch die diversen „autonomen Referate“. Die heißen so, weil sie keinerlei Rechtfertigung gegenüber dem Studentenparlament abliefern müssen, was sie mit ihrem Geld machen. Großartig, oder? Ach, wir reden ja nur über ein paar zehntausend Euro.

    Was den Blick in den Spiegel angeht: ich glaube, hier gibt's am wenigsten Probleme. Die Leute wissen ja, was „gut“ und „richtig“ ist. Alles andere muß sich dem unterordnen.

    e

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  3. Sag mal Miria, gibt es eigentlich einen Grund, dass du nicht merh beim letzten Selbermach-Sonntag der MM verlinkt bist?

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    1. Tja, das müsste man wohl die MM fragen. Wollte ich eigentlich auch machen, bin da bisher aber nicht zu gekommen... Vielleicht passt denen irgendetwas nicht, was ich schreibe.

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    2. Mittlerweile habe ich Antwort bekommen. Sie haben ein Problem mit einigen Einstellungen in meinen Texten z.B. zum Thema Heimat.

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