Mittwoch, 13. Februar 2013

Non papam habemus

Unser Papst tritt zurück. Zum Ende des Monats werden der Vatikan und die katholische Kirche kein weltliches Oberhaupt mehr haben. Es ist der erste Papst seit Jahrhunderten, der nicht mit seinem Tod aus dem Amt ausscheidet. Und der zweite überhaupt, der freiwillig zurücktritt. Er begründet seinen Rücktritt damit, dass er nicht mehr in der Lage ist, das Amt kräftemäßig körperlich und geistig gut auszufüllen.
Benedikt XIV war ein guter Papst. Er verstand es, zu vermitteln und ein wenig zu reformieren ohne direkt die Kurie komplett vor den Kopf zu stoßen. Er hat die Verbindungen zwischen den unterschiedlichen religiösen Gemeinschaften gestärkt. Dies dankt ihm beispielsweise auch Israels Oberrabbiner Yona Metzger:
„Während seiner Amtszeit gab es die besten Beziehungen zwischen der Kirche und dem Oberrabbinat. Wir hoffen, dass sich das fortsetzt. Er verdient ein hohes Ansehen für den Ausbau der interreligiösen Verbindungen zwischen Judentum, Christentum und Islam.“ Er wünsche dem Papst „viel Gesundheit und ein langes Leben“.

Als er den Rücktritt verkündet, spricht Benedikt XIV auch davon, dass er hofft, dass seine Fehler verziehen werden. Mit dieser Aussage gesteht er ein, dass er als Papst nicht unfehlbar ist. Obwohl darauf im Moment wenig Wert gelegt wird, glaube ich, dass das noch eine der wichtigsten Aussagen des Papstes war. Er räumt damit auf, dass er als Vertreter Gottes auf Erden unfehlbar ist.

Ich hoffe, dass der Nachfolger des Papstes genauso ein großartiger Denker sein wird und auch die Schritte der Öffnung der katholischen Kirche gegenüber anderen Religionsgemeinschaften so wie gegenüber der Moderne weiterführen wird. 

Ps. ich brauche keine Menschen, die der Meinung sind: Gut, jetzt kann ein böser alter Mann nicht mehr so viel Schaden anrichten,. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man so frustriert sein kann, so zu schreiben und zu denken! 

1 Kommentar:

  1. Hallo Miria, ich möchte hier nur kurz einwerfen, dass du das Konzept der Unfehlbarkeit missverstehst. Der Papst ist nicht schlechthin unfehlbar, im Wikipediaartikel ist das ganz gut erklärt: http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4pstliche_Unfehlbarkeit

    AntwortenLöschen