Freitag, 22. Februar 2013

Erotische Kurzgeschichte: Der Anfang (Teil1)

Langsam und vorsichtig betrete ich mit meinen nackten Füßen den Raum. Das Knacken der alten Dielen schallt in einem nicht enden wollenden Echo von den kargen Wänden zu mir zurück. Du stehst am anderen Ende des Raumes, schaust aus dem Fenster und beobachtest die dicken weißen Flocken, die vor dem Fenster hin- und hertanzen und sich schließlich auf dem Fenstersims davor niederlassen. Obwohl du mich sicher bemerkt hast, blickst du weiterhin starr aus dem halb beschlagenen Sprossenfenster auf die sich in der Dämmerung befindende Winterlandschaft.
Zögernd gehe ich ein paar einzelne Schritte durch das große Zimmer in deine Richtung. “Bleib stehen und zieh deinen Mantel aus!“ befielst du in einem ruhigen, aber souveränen Ton während du mir nicht den kleinsten Blick zukommen lässt. Ohne lange nachzudenken öffne ich behutsam jeden einzelnen der vielen goldenen Knöpfe des langen schwarzen Mantels und lasse ihn anschließend leise auf den Dielenboden hinunter gleiten. Jetzt stehe ich nur noch in roten mit Spitze verzierten Dessous inmitten des fast leeren weitläufigen Salons. Diese hast du mir vor unserem Treffen in einem flachen Packet umwickelt mit einer großen Schleife gesendet, anbei ein handgeschriebener Brief, der Anweisungen für den heutigen Abend enthielt. Du hast mir geschrieben, wie ich mich zu kleiden habe, dass ich mich rasieren und säubern soll und auch dass ich meine langen braunen Haare offen tragen muss. Du liebst die Weiblichkeit und die Sinnlichkeit, die lange Haare ausstrahlen. Auch gefällt es dir, deiner Macht mit einem energischen Griff in eben diese Haare Ausdruck zu verleihen.
Sehnsüchtig warte ich auf weitere Anweisungen oder Handlungen von dir. Dabei fahren meine Augen über deinen athletischen Körper: zunächst spielen meine Blicke mit den sich leicht unter dem weißen Hemd abzeichnenden Rückenmuskeln und wandern dann weiter auf deinen festen in schwarzem Leder gekleideten Hintern, hinunter an deinen starken Oberschenkeln und  Waden bis hin zu den edlen dunklen Schuhen, die du bei jedem deiner Treffen trägst. Noch während ich mir Gedanken darüber mache, was deine kräftigen männlichen Arme und Hände gleich mit mir anstellen werden, drehst du dich zu mir um und kommst mit festen Schritten  auf mich zu. Bei jedem deiner Tritte ächzt der Fußboden unter dem auf ihm lastenden Gewicht.
Je näher du mir kommst, umso deutlicher kann ich erkennen, dass du etwas in deiner rechten Hand hältst, ein schwarzes Stück Stoff, ein leichtes Band. „Schau geradeaus zum Fenster!“, ordnest du an und zeigst in die Richtung aus der du gekommen bist. Ich wage es nicht meinen Blick vom Fenster weg auf dich zu richten. Ich merke wie du meinen Körper mit den Augen abtastest, wie du mich von allen Seiten betrachtest, während du um mich herum schreitest. Als du komplett aus meinem Sichtfeld verschwunden bist, ist es unverhofft sehr leise, die Schritte haben aufgehört, der Dielenboden ist verstummt. Ich höre nur noch deinen kontinuierlichen Atem in der Nähe meines Halses. Zudem verschwindet plötzlich das Fenster, da du mir das Stoffband vor meine Augen legst und an meinem Hinterkopf fest zusammenknotest. Ab diesem Zeitpunkt kann ich mich nur noch auf meine anderen Sinne konzentrieren. Begierig warte ich auf das, was nun kommt...

Kommentare:

  1. Das klingt schonmal sehr gut! Bin gespannt, wie es weiter geht.


    (Interessante Beobachtung: meiner Beobachtung nach trägt der männliche Part in ca. 30 % aller weiblichen Phantasien ein weißes Hemd. Bei meinen SMigen Partnerinnen liegt der Anteil bei 100 %. Woran liegt das?)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schön, dass es gefällt :)

      Keine Ahnung woran das liegt, macht sich vermutlich gut als Kontrast zu einem im Dämmerlicht liegendem Raum... (glaube zumindest das war bei mir der Grund) Und gerade bei SM ist sonst ja schon so vieles dunkel, da kann doch wenigstens mal das Hemd weiß sein ;)

      Löschen