Sonntag, 13. Januar 2013

Ausstrahlung - wahre Schönheit kommt von Innen



Schönheitsideale aus den Medien sind wohl den meisten bekannt: Frauen sollen möglichst schlank sein, lange Haare und große Busen (wobei zu groß dann auch wieder nicht) haben, Männer sollen einen Waschbrettbauch haben und auch sonst etwas muskulös sein und natürlich sind lange Haare für Männer ein No-Go.

Oft lese ich davon, dass diese Schönheitsideale kritisiert oder angegriffen werden. Diese Schönheitsideale üben Druck aus auf Frauen wie Männer. Frauen verrennen sich in Essstörungen, zählen Kalorien, denken fast den ganzen Tag nur daran, wie sie verhindern können zuzunehmen. Männer rennen in Fitnessstudios und stopfen Steroide in sich hinein um auch dem dargestellten Schönheitsideal möglichst nahe zu kommen.
Alle diese Menschen denken nicht mehr an sich, sondern nur an ihr Außenbild, vergessen wie glücklich eine Schokotorte einen machen kann, wie schön es sein kann, einfach einen Tag vergehen zu lassen ohne etwas zu tun. Vergessen wie schön es sein kann, die Gedanken über Essen, Kalorien, Gewicht und Muskeln einfach mal nicht den ganzen Tag im Kopf zu haben. Haben keine Zeit mehr sich den schönen Dingen zu widmen.
Natürlich trifft dies nicht auf alle Menschen zu, sondern es gibt verschiedene Abstufungen von harmlos bis hin zu krankhaft.

Als Jugendliche habe ich leider selbst die Erfahrung gemacht, dass ich unbedingt abnehmen wollte (obwohl ich durchaus sehr schlank war). Das ging so weit, dass ich beinahe nichts mehr gegessen habe und schließlich dadurch ab und an, das Bewusstsein verloren habe, da mein Körper keine Energie mehr hatte.
Als ich mich dann stark verletzte, da ich mit dem Kopf auf die Straße knallte, kam bei mir das Umdenken, dass es nicht so weiter geht und ich habe langsam wieder normal gegessen. Das war meiner Meinung nach bereits krankhaft und gefährlich.

Und wenn ich mich umgucke, dann wirken meistens diese Menschen auf mich nicht besonders schön, denn sie wirken unglücklich und angestrengt. Klar, auf einem Foto sieht man das vielleicht nicht, auf einem Foto sind sie evtl. Fleischgewordene Schönheitsideale, aber ansprechend finde ich das nicht.
Ansprechend sind viel mehr ein Selbstbewusstes Auftreten, ein glückliches Lächeln und eine unbefangene lockere Art. Es kommt nicht darauf an, ob jemand dick oder dünn, groß oder klein oder was auch immer ist, sondern auf die sog. „Inneren Werte“.
Wenn man mit sich selbst im Reinen ist, sich selbst schön findet und nicht immer darüber nachdenkt, was die anderen von einem denken, dann strahlt man das auch aus.

Mittlerweile bin ich glücklich so wie ich bin und dass obwohl ich beinahe doppelt so viel wiege wie als Jugendliche (auch noch vor der Essstörung). Ich habe aufgrund einer Krankheit ziemlich schnell ziemlich viel zugenommen und war erstmal unglücklich über all das, da mir meine Kleidung nicht mehr passte. Musste also meine gesamte Garderobe neu kaufen, wobei das Shoppen natürlich wieder viel Spaß gemacht hat. Andererseits bin ich aber glücklich darüber, dass ich noch lebe und ja, wenn ich in den Spiegel schaue, dann finde ich mich wunderschön - trotz Übergewicht.
Und generell mache ich eigentlich nur, wozu ich Lust habe, gehe in Jogginghose Coktailtrinken oder entspanne im Kleidchen vor dem Fernseher wenn mir gerade danach ist ohne darüber nachzudenken, was andere davon halten.
Und meine Erfahrung zeigt nicht nur, dass es mir persönlich viel besser geht, wenn ich nicht immer an Essen und irgendwelche Schönheitsideale denke. Sondern auch bei anderen Menschen komme ich viel besser an, kriege häufiger Komplimente für mein Aussehen oder meinen Stil - sowohl von weiblichen als auch von männlichen Personen. Und dabei bemühe ich mich nun gar nicht mehr um eben diese!
Wahre Schönheit kommt eben doch von Innen und wer es schafft mit sich im Reinen zu sein kommt ganz unabhängig von irgendwelchen Schönheitsidealen an. Die ganzen unrealistischen Werbefiguren gehen mir daher auch am Arsch vorbei.
Auch ich finde häufig Menschen attraktiv, die eben nicht dem Schönheitsideal entsprechen, aber einfach das gewisse etwas haben - Ausstrahlung!

Kommentare:

  1. Hallo Miria,
    an und für sich verstehe und teile ich ja wogegen Du Dich wendest, aber folgender Satz hat mich dann getroffen: "Ansprechend sind viel mehr ein Selbstbewusstes Auftreten, ein glückliches Lächeln und eine unbefangene lockere Art. Es kommt nicht darauf an, ob jemand dick oder dünn, groß oder klein oder was auch immer ist, sondern auf die sog. „Inneren Werte“."

    Damit ersetzt Du einfach nur den Körper betreffende Normen ('schlank' vs. 'dick'), durch gesellschaftlich verbreitete Normen über das richtige Auftreten bzw. den richtigen Charakter ('locker unbefangen' vs 'introvertiert')
    Ja klar, dass ein gesundes Selbstbewusstsein attraktiver wirkt ist schon klar. Und dass Menschen die unbefangen und locker sind meistens besser ankommen auch. Was mich aber stört ist: 1) sind das keine inneren Werte. Entschuldige, ich bin auf Grund diverser Erfahrungen oft nicht besonders locker und unbefangen mit anderen Menschen und allgemein eher schüchtern, aber dass auf Grund desssen über meine inneren Werte geurteilt wird, finde ich unfair. 2) Ich habe Freunde, die auch eher vorsichtig und leise auf Menschen zu gehen. Das macht sie für mich nicht weniger schön und vor allem macht das, die Zeit die wir miteinander verbringen nicht weniger schön. (Bei Menschen ankommen und "schön sein" gleichzusetzen finde ich auch problematisch, ganz zu schweigen davon, dass 'bei so vielen Menschen wie möglich ankommen' nicht mein Hauptziel ist). 3) Können wir anstatt neue Kriterien aufzumachen, das Festsetzen von allgemeinen Normen wie Menschen 'schön' oder 'ansprechend' sind nicht einfach sein lassen? Damit meine ich nicht, dass mensch selbst nicht von manchen eher angesprochen ist als von anderen. Mich stört einfach die Idealisierung und die gefühlte Aburteilung. Ganz abgesehen davon, dass natürlich allgemein über 'unschönes', weil verletzendes Verhalten gesprochen werden kann. Aber darum ging es hier ja nicht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo drachenbaum,

      ich glaube, du hast mich falsch verstanden. Es geht mir nicht darum, dass jeder so oder so auftreten sollte. Und wie sich jemand verhält bzw. welche Einstellung jemand hat zähle ich schon zu den inneren Werten. Wenn du das anders siehst, würde mich mal interessieren, was für dich die inneren Werte sind?

      Zu deinem 2. Punkt: Aber auch Vorsicht bzw. Schüchternheit kann doch sinnvoll sein. Ich habe nirgendwo geschrieben, dass es Hauptziel sei, bei so vielen Menschen wie möglich anzukommen. Ganz im Gegenteil, ich richte mein eigenes Verhalten zum Großteil eben nicht danach aus, was bei anderen Menschen ankommt, sondern danach, was mich glücklich macht. Und was du zu deinen Freunden schreibst bestätigt meiner Meinung nach meine These nur, eben dass die Menschen, die für uns persönlich (!) tolle Eigenschaften haben automatisch schöner und attraktiver wirken.

      Zu deinem 3. Punkt: Es ging mir eben nicht darum irgendwelche Kriterien aufzustellen, die entscheiden was schön ist, sondern ich bin mir fast sicher, dass wir beide nicht unbedingt die gleichen Menschen schön bzw. attraktiv finden würden. Und vielleicht verstehen wir auch Selbstbewusstsein anders: Selbstbewusstsein verstehe ich von der Wortherkunft her: sich seiner selbst bewusst sein. Das heißt nicht, immer besonders laut oder auffalend und extrovertiert zu sein, sondern eben sein Verhalten nicht abhängig vom wohlwollenden Urteil anderer zu machen.

      Löschen